1. #1
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    Rastlos in dunklen Farben
    Baut sich einer ein Nichts
    Wie Wespenwaben

    Er will sich aussprechen
    Suchend verliert er sich
    Eine Melancholie

    Finden ist Glauben
    Und er glaubt nie.

    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  2. #2
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    Guten Morgen!
    - wie soll er dann finden?
    Glaubt man alles und jedem ist man naiv - dumm.Glaubt man gar nichts und mistraut jedem wird man auch isoliert und findet nicht einmal den fuer einem selbst richtigen Glauben.Wo ist die Mitte?
    Das ist mir so in den Sinn gekommen,als ich deine Verse las. Amrei-lyrics
    Licht ist Nahrung fuer die Seele

    Sammlung

  3. #3
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    Ja, du hast Recht. Finden ist genaugenommen Glauben.
    Wir müssen Glauben, nichts ist beweisbar, weder das Ich, noch die Richitgkeit des sinnlichen Wahrnehmung, noch Kausalität. Daher müssen wir Glauben, wissen können wir nicht. Gerade diese Unsicherheit eines Denkendem quält und ja man sucht die Mitte. Aber ich kann sie nicht finden.

    MFG Willo und danke!
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  4. #4
    barfly Guest
    Hallo Willo

    "Schönes Ding" Das war so mein erster Leseeindruck.
    Sowohl die Thematik, als auch die Umsetzung. Minimal und den Hang zum wesentlichen. Trotzdem zauberst du in der ersten Strophe ein wunderbares Bild.

    Allerdings lässt du Aspekte aus, die m.E. hätten mit angesprochen werden müssen. (Da bin ich ein wenig enttäuscht von dir )
    Allerdings kann sich der Leser so auch sehr gut seine eigenen Gedanken machen und das ganze für sich weiter spinnen. Unter diesem Aspekt bleibt es also ein kurzer Anriss und keine Beleuchtung.

    Hier noch meine Lesart: Du beziehst den Begriff "Glauben" nicht auf das Transzendente. Sondern lagerst es in die immanente Ebene, wo die Transzendenz nur ein teil der allumfassenden Immanenz darstellt. Die Transzendenzebene existiert deshalb nur in sofern, als dass sie ein Stück Wahrheitsanspruch für sich auf der Immanenzebene geltend macht.
    Es ist eben etwas nur so lange war, bis das Gegenteil bewiesen ist und es durch etwas Neues abgelöst wird.
    Mit diesem Wissen, dass der Begriff Wahrheit im Plural existiert muss ich mich für etwas entscheiden und muss daran, bis zum Gegenbeweis, festhalten. Ich will dass hier jetzt nicht ganz ausbreiten.

    Gruß
    barfly

  5. #5
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    Na Barfly zuviel gelesen
    Erstmal danke.

    Es wird aus dem Gedicht nicht klar, ob nur etwas Tranzendentes gemeint ist oder nicht. Ich will das auch nicht kommentieren. Klar geht es hier mehr um das "Greifbare", aber auch im "jenseitgen" hat der Ausspruch "Finden ist Glauben" #Geltung.

    In der Philosophie versteifen sich solche Begriffe auch schnell und werden unterschiedlich gehandhabt.

    Im Kern steht halt die Aussage, dass Glauben schon bei Kleinem benötigt ist und das sich hier durch eine Glaube an Jenseits oder Ähnliches vielleicht sogar etwas rechtfertigt. Zwischen Glauben und Wissen fehlt ein Begriff.

    Welche Aspekte fehlen dir? Es ist nur ein kurzer Schnitt und ist nicht als so geschrieben, damit ein Literaturkritker seine Liste abhagen kann, sondern dass man es ließt und fühlt. Für mich ist das nicht unbedingt eine böse Kritik.

    MFG Willo
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  6. #6
    barfly Guest
    Kann man zuviel lesen?

    Also meine Kritik sollte auch nicht böse sein. Vielleicht schwingt ein Hauch von Unbefriedigtem mit, aber das kann ja auch ganz reizvoll sein. Die Aspekte beziehen sich noch mehr auf das Subjekt und die dritte Strophe: Du reißt die Melancholie mur kurz an. Das Subjekt ist aber, durch das suchen und verlieren (nenn es Dialektik) hin und hergerissen, was passiert da mit dem Subjekt. Das wäre vielleicht noch eine Strophe wert gewesen um das alles noch zu verdeutlichen.

  7. #7
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    Ach so meinst du das, na dann bin ich ja beruhigt.
    Ich dachte du erwartest eine genauere "Analyse", aber wenn es dir um die Gefühle der Perosn geht, da magst du wohl recht haben. Es hat mich hier auch bisschen gestört, dass dieser geniale Ausspruch "Finden ist Glauben" in ein so kurzes Gedicht eingebunden ist.

    Das mit dem lesen bezog sich darauf, dass du so extrem verklasolierte Sätze voller Fremdwörter gebildet hast. Das fand ich lustig, mehr nicht. Das seh ich nicht so gerne, denn da hab ich immer das Gefühl, dass sich der Philosoph von der Philosophie entfernt. Denn Philosophie ist eben nicht abstrakt, sondern lebendig.

    MFG und danke Willo
    Erkennen selber braucht einen Augenblick, die Erkenntnis auszudrücken ein Leben.

  8. #8
    barfly Guest
    Nein, keine Analyse. Doch nicht in einem Gedicht. Das wär ja totlangweilig. Ich die Gefühle lassen wunderbar noch einfügen, indem du eine weitere strophe, sozusagen ein neue dritte Strophe schreibst, sodass die jetzige dritte danach die vierte Strophe ist.

    Mit dem lesen: hmm, das war natürlich nicht meine Absicht. Ich merke das selbst auch nicht so. Also Fremdwörter kommen doch nur Immanenz und Transzendenz vor. Das war so mein Gedanke, der mir eben zu deinem Gedicht kam. Der Gedanke der radikalen Immanenz eben.

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