1. #1
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    Die abgehobene Raupe

    Eines Tages entschloss sich eine Raupe, sie will jetzt fliegen wie die schönen Vögel; hoch oben im Himmel wollte sie sein, der Sonne so nah. Sie kroch also aus ihrem Loch, dass sie seit zwei Jahre bewohnte, ließ ihre Freunde zurück und suchte sich ein paar Stecken, Grashalme und Blätter zusammen und baute sich ein Flugzeug. Es sah aus wie ein grüner Vogel, sie wollte, dass es genauso aussieht; wie die Schönen dort oben. Sie setzte sich hinein und stieg in die Lüfte auf. Dort angekommen, auf einer Ebene mit den Vögeln, schaute sie auf die Raupen herab und machte sich über das „Fußvolk“ lustig. Als die Vögel ihr Verhalten nicht tollerierten, versuchte sie, sie zu beeindrucken indem sie noch höher flog. Sie stieg und stieg der Sonne entgegen. Sie meinte, dass die Vögel nun eifersüchtig wären und sie schaute herab und machte sich über sie lustig. Sie stieg weiter und weiter bis die Sonne ihre Blätter verbrannte und sie fiel, an den Vögeln vorbei auf den Boden zurück. Dort angekommen schwor sich die Raube nie wieder fliegen zu wollen und besuchte ihre Freunde, doch niemand wollte noch etwas mit einer abgehobenen Raupe zu tun haben und so verkroch sie sich in ihr Loch zurück; allein.

    [Geändert durch Gerbert am 28-06-2005 um 23:55]

  2. #2
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    Ich persönlich bleibe bei Jean de la Fontaine und Ikarus.
    Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht

  3. #3
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    Ich lieber bei Ovid
    Aber an sich ist der Text eine schöne, wenn auch einfach gestrickte Fabel. Jedoch stört mich der auf halbmast gehobene Zeigefinger am Schluß etwas. Aber das ist ja in den meisten Fabeln der Fall.

    Eines Tages entschloss sich eine Raupe, sie will jetzt fliegen wie die schönen Vögel;
    stillistisch wäre es so schöner:

    [...], sie wolle fliegen [...]

    Vor allen Dingen lässt sich so die Tempusdifferenz zum nächsten Satz ausgleichen.


    der Sonne so nah
    Klingt nicht gut; wie wäre es mit ebenso nah, um einen Bezug zu den Vögeln herzustellen.


    [...]ihrem Loch, dass sie seit zwei Jahre bewohnte[...]
    da hier für "dass" auch "welches" eingesetzt werden kann, muss es mit einem "s" geschrieben werden: das.


    [...]und Blätter zusammen und baute sich ein Flugzeug[...]
    um sich ein Flugzeug zu bauen wäre ebenfalls stillistisch besser, da so eine parataxische Satzbildung (welche unschön ist) zu vermeiden.


    Es sah aus wie ein grüner Vogel, sie wollte, dass es genauso aussieht; wie die Schönen dort oben.
    Hier wäre es ganz schön, nochmal die Raupe einzubinden, ebenfalls die Vögel:
    "Es sah aus wie ein grüner Vogel, denn die Raupe wollte, dass es genauso aussieht, wie jene Schönheiten (klingt besser) dort oben.


    „Fußvolk“
    Meiner Meinung haben Anführungszeichen bei Prosa (Ausnahme Dialoge), nichts zu suchen. Der Leser versteht es, oder nicht.


    [...]versuchte sie, sie zu beeindrucken indem sie noch höher flog.
    schöner: versuchte sie jene zu beeindrucken[...]


    [...]und sie fiel, an den Vögeln vorbei auf den Boden zurück.[...]
    Noch ein Komma nach "vorbei" setzen.


    [...]mit einer abgehobenen Raupe[...]
    Wie wäre es mit "Flugraupe"? Somit wird die Klassifizierung deutlicher und es klingt wesentlich besser.

    Das waren grob die Dinge, die mir auf den ersten Blick aufgefallen sind, ich hoffe es hilft.



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