1. #1
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    Wandelnde Sinne




    Wenn Deine Augen sanft für meine blitzen
    so fest und dennoch zart den Blick beleben -
    lässt Deine Stimme meine Haut erbeben
    gibst Du mir Macht, Dich sinnlich zu besitzen

    Wenn meine Lippen deinen Fingerspitzen
    so warm Versprechen kleiner Wunder geben
    und meine Wimpern wild sich zu Dir heben -
    hast Du die Macht, mein Sinnen zu erhitzen

    Dann tanzen endlich unsre Geister Reigen
    Gedanken, die sich nun in Fühlen zagen
    Ideen, die sich nie erträumt, zu fragen

    Als Häupter sich vor Leidenschaft verneigen
    sich zitternd, ihre Waffen streckend, zeigen
    darf Sehnen sich in Sinnlichkeiten wagen



    Sternenträume

  2. #2
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    ... und sprachlos harrt, wer fühlen zart erlernte...

  3. #3
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    Hallo therzi,

    ich bin von deinem Sonett verzaubert. Wunderschöne Sprache, tolle Bilder, die auf mich wirken. Ich kann mich einfach darin fallen lassen.
    Ich möchte mich nicht weiter über Form ect. auslassen, da dies meinen wunderschönen Gesamteindruck deines Werkes zerstören würde. Vielen Dank für diesen Lesegenuss!

    LG
    chilly
    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag.

    Das Lied meiner Gunst
    Befreite Dämonen
    Der Beginn
    Zukunftsbooterbauer

  4. #4
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    ein sonett, ein sonett

    Hallo therzi,
    das ist doch mal ein gelungener Text zum Thema Liebe nach dem Sex.
    Ich wage mal eine Kurzinterpretation, bevor ich mich den Widrigkeiten des Alltags zuwende, sonst kann ich nicht ruhig arbeiten.

    S1/S2
    Beschreibung der Ausgangssituation des sinnlichen Erlebens/Begehrens des anderen. Das lyrische Ich schließt allerdings für sich in der Motivation des "Erhitzen des Sinnens" (S2/Z4), ergo des Anregens zum Nachdenken/zur inneren Auseinandersetzung mit dem lyr. Du. Damit schafft es eine inhaltliche Überleitung zu den folgenden Terzetten.

    S3
    Verschmelzung der lyr. Personen auf der Sinnebene, emotionale und gedankliche Öffnung für den Gegenüber.
    es liegt in der Hinsicht die Möglichkeit der Interpretation in der Luft, dass dem Liebesspiel ein Konflikt vorangegangen ist, der nun "ruhig" angehbar ist (Z2/Z3)

    S4
    Conclusio: lapidar gesagt haben nun beide lyrischen Personen nach Befriedigung der körperlichen Gelüste (Waffen strecken Z2) Zeit und Muße, sich seelisch/gedanklich/emotional anzunähern. In der Hinsicht schaffst Du auch einen guten Bezug zur Überschrift, die dadurch den Wandel der Sinne äußerst treffend darzustellen vermag.

    Fazit:
    Ein kurzer, intensiver Text, der mir beim Lesen viel Freude gemacht hat. Da kann man gleich mit einem warem Gefühl in den Tag starten

    Gruß,
    xipulli

    without contraries is no progression (Blake)

  5. #5
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    Hallo zusammen!


    @bet

    Danke, lieber bet [der-zart-erlernte-?-], freut mich ganz besonders. "Sprachlos" ist ja eher selten, bei Dir... das ist etwas Besonderes.

    @chilly

    Vielen lieben Dank für Dein Lob.

    Ich sehe es so: Du würdest Dich sicher mit der Form beschäftigen, wenn da etwas nicht stimmte. Nur wenn etwas zwickt, schaut man nach.

    Ich freue mich, dass Du Dich fallen lassen kannst. Das ist ein schönes Kompliment

    @xipulli

    "ein sonett, ein sonett "
    Ich sagte doch, dass ich auch anders kann , als Du bei "Schreibe mir Liebe" meine Zeilenumbrüche bewundertest (oder auch nicht).

    Deine Interpretation ist schön, sie gefällt mir wirklich sehr. So hatte ich selbst es nicht betrachtet. Allerdings hakt sie etwas in S4, denn eigentlich steht dort dass die Häupter (Ratio) sich verneigen und die Waffen strecken. Das ist in Hinsicht auf die Häupter also als Aufgeben zu werten. Ich denke, dadurch entwickelt sich eine andere Perspektive auf den Text!?

    Danke Dir vielmals für Deine Mühe und Auseinandersetzung und ich freue mich, dass es Dir gefällt und Dich wärmt.


    Liebe Grüße
    Anke

  6. #6
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    ich hatte mir erlaubt, die sich neigenden Köpfe als nicht mehr ganz erigierte Phalli zu interpretieren. Nun ja. couln´t resist

    Gruß,
    xipulli

    PS: für eine Alternativinterpretation brauch ich ein wenig Zeit, die kommt vielleicht später nochmal.
    without contraries is no progression (Blake)

  7. #7
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    (Und dann auch noch im Plural... *lach* )


    Das ist nicht ganz das, woran ich dachte. Aber wie krieg ich jetzt das Bild wieder aus dem Kopf?


    LG Anke

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