Thema: Trinakria

  1. #1
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    Trinakria

    Verloren in schon zerfallenem Hauch
    durchwühlte ich noch taumelnd all meine Sinne
    für einen kurzen Moment fange ich dich auf
    tanke meinen Geist dass er mir nicht entrinne

    Ganz sachte falte ich diese Souvenire
    erst den kalten Felsen der meinen Fuß liebkost
    dann Klangfarben ungezählter Lichterspiele
    schonend streichle ich unsichtbaren Augentrost

    Schweren Mutes lasse ich dich wieder frei
    sauge noch rasch am Duft deiner prallen Luft
    edel vermummt verweile ich in Schwärmerei
    abseits deiner Schönheit entwirre ich die Gruft


    [Geändert durch question am 01-07-2005 um 14:27]

  2. #2
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    Hallo,

    ich find dein Gedicht wahnsinnig aussagekräftig...angefangen von den Bildern die vor meinem Auge beim Lesen entstehen bis hin zu der ganzen Atmosphäre die dein Werk verkörpert...ich fang jetzt gar nicht lang zu interpretieren an, weil ich es nicht mag, wenn man etwas gelungenes so breittreten muss...einfach nur schön...
    lg
    AllesUndNichts
    Nur wer für sein Leben kämpft, hat auch das Recht drauf es zu behalten.

    die Spinne

  3. #3
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    Vielen Dank für dein Kompliment AllesUndNichts.
    Ich freue mich, dass es so auf dich gewirkt hat, war mir nicht sicher ob ich es schaffe eine Atmospähre zu erzeugen.

    Ich habe noch zwei Stellen bei denen ich noch nicht sicher bin ob sie so stehen bleiben können:

    In der ersten Strophe ist der erste Vers eigentlich zu kurz
    aber ich fand dass ein weiteres nur zur Füllung dienendes Wort hier nicht gepasst hat.(z.B.:Verloren in einem schon...)
    Des weiteren ist der Reim : Hauch-auf auch nicht so toll.

    Gruß
    question


  4. #4
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    Hallo,

    Das "Starke" und wirkungsvolle an diesem Gedicht, finde ich, sind die Bilder, mit denen Du das Entschwinden und den Versuch eines noch kurzen Auffangen und Behalten-Wollens des Entschwindenden beschreibst.
    Was die Form betrifft - Du schreibst in einer Antwort von einem "schlechten" Reim am Beginn des Gedichtes - ich denke, dieses Gedicht hätte keine Reime nötig gehabt - ja, es wäre besser gewesen ohne Reime - zB finde ich das letzte Wort "Gruft" vom Inhalt nicht ganz passend und habe das Gefühl, dass es nur aufgrund des Reimes wegen gewählt wurde. Die Sprache abseits der Reime ist allerdings wunderbar.

  5. #5
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    Hallo Weit,
    Vielen Dank für deine Kritik.
    Mit den Reimen gebe ich dir recht, sie wären vielleicht gar nicht nötig gewesen.
    Auch mit der "Gruft" liegts du mit deiner Vermutung richtig. Das Wort habe ich wirklich eher zugunsten der Reime als zugunsten des Inhalts gewählt. Obwohl ich mich mit dem Wort insoweit angefreundet habe, dass dieser Hauch den das lyrische Ich einfangen und behalten möchte, dem lyrischen Ich trotz seines Entschwinden dabei hilft etwas zu entwirren. Ich meine damit, dass dieser Hauch wie ein Aufputschen/Auftanken wirkt an dem Ort an dem sich das lyrische Ich befindet. Aber diesen anderen Ort mit einer Gruft gleichzusetzen ist vielleicht wirklich etwas zu negativ.

    Gruß
    question
    [Geändert durch question am 08-07-2005 um 13:00]

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