1. #1
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    Hallo,
    ich habe mal ein Frage bezüglich des Gedichtes "Es werde Licht" von Karl Kraus an euch.
    Ich muss dadrüber eine Interpretation schreiben, nun habe ich aber das Problem, dass ich das Gedicht gar nicht verstehe, da mir unteranderem grundlegende Kenntnisse über Karl Kraus fehlen, weil ich den noch nie behandelt habe.
    Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ihr mir einige Hilfestellungen zur Problembewältigung geben könntet.
    Mit freundlichen Grüßen

  2. #2
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    Hallo speedyfighter1,

    Willkommen im Forum.


    1. Ist das hier der flasche Thread, aber es wird von den Moderatoren bestimmt bald verschoben.

    2. Wenn dir grundlegende Kenntnisse über Karl Kraus fehlen, dann musst du das wohl oder übel ändern, das kannst du ganz einfach in dem du dich informierst.
    (Über Google z.B)

    2. Wäre es hilfreich wenn du das Gedicht auch posten würdest, damit User die gewillt sind dir zu helfen, sich das Gedicht nicht selber suchen müssen. Denn ich denke nicht dass jeder das Gedicht aus dem Kopf parat hat.

    Gruß
    question

  3. #3
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    > Verschoben ins Sprechzimmer.


    - Danse_Macabre -
    Moderator von Gedichte.com

  4. #4
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    Entschuldigung, dass ich meine Anfrage ins falsche Thread gepostet habe.

    Hier könnt ihr euch das Gedicht mal anschaun:




    Es werde Licht von Karl Kraus

    Bin so viel Jahre schon und Nacht für Nacht
    In einem Unterstand gesessen.
    Und habe dennoch nicht vergessen,
    Daß Gott der Herr den Tag gemacht.

    Ihr aber habt geschlafen unterdessen.
    Ich aber habe nur gewacht,
    Und hab darüber nachgedacht,
    Daß ihr geschaffen wurdet, um zu essen.

    Wir werden niemals mehr zusammenkommen,
    Ich unten, ihr am sichern Herde.
    Ich bin verdammt, und ihr, ihr seid die Frommen.

    Und steig ich auf, und ihr seid auf der Erde,
    So bleibt uns die Verständigung genommen.
    Ihr lobet Gott; ich weiß, wie Licht es werde.

  5. #5
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    ok, ich habe den Sinn des Gedichtes jetzt verstanden, bloss kann ich das nicht ganz in eine Literaturepoche einordnen.
    Entweder gehört es dem Expressionismus oder der Literatur der Weimarer Republik an.
    (Das Gedicht handelt vom Ersten Weltkrieg.)

    Wäre nett, wenn mir da jmd. helfen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen SpeedyFighter1

  6. #6
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    Um das Gedicht interpretieren zu können, musst du nicht unbedingt Kenntnisse über das Leben des Karl Kraus haben. Das ist ein Trugschluss, der viel zu oft gezogen wird. Das Gedicht sollte auch ohne die persönlichen Hintergründe interpretierbar sein, denn das Gedicht spricht ja für sich selbst und nicht vom Leben des Karl Kraus. Auch solltest du deine Interpretation nicht von einer Literaturepoche abhängig machen.
    Welcher Epoche das Gedicht angehört, sollte sich erst nach der Interpretation ergeben, wenn man Parallelen zu Gedichten der Epoche ziehen kann. Starte doch einfach mal einen Versuch beim Interpretiern, vielleicht kommst du dann von selbst darauf, welcher Epoche das Gedicht angehört. Dazu brauchst natürlich ein paar Kenntnisse über die Epochen, die du dir ganz leicht ergooglen kannst.
    Tipp für eine Interpretation: Die letzte Terzine (vierte Strophe) ist mit Sicherheit der Schlüssel zu einer textbezogenen Interpretation. Dort verbirgt sich die Intention des Autors, auf welche in den ersten drei Strophen hingearbeitet wird.

    Liebe Grüße

    Hojaro

    Deine Welt ist meine Welt.

  7. #7
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    Ich bin trotzdem der Meinung, dass zumindest Eckdaten über den Autor bekannt sein sollten um Gedichte gegebenenfalls auch in eine Epoche bzw ein Zeitgeschehen einordnen zu können.


  8. #8
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    Hallo zusammen,
    dies wird ein Doppeleintrag, da ich mir mit dem Vampir gerade einen Rechner teile (jaja, diese beengten Verhältnisse).

    Ich persönlich (xipulli) würde die zeitliche Eingliederung klar in die Weimarer Republik vornehmen. Das liegt neben der verwendeten sauberen Grammatik (ich bin gestanden würd ich mal als süddeutsch korrekt ansehen), auch an der Formulierung "Unterstand", die in diesem Kontext eine eher militärisch korrekte, neuere (20 Jh.) Bezeichnung ist.
    Was die weitere Interpretation angeht stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Du an ein bestimmtes Schema gebunden bist.
    Dazu im weiteren aber lev, die mich erst auf diesen Gedanken brachte.
    Gruß,
    xipulli


    Was bei der Analyse wichtig ist, ist immer eine Frage der Aufgabenstellung. Es kann sowohl für literaturwissenschaftliche, als auch für linguistische Fragestellungen wichtig sein, Texte in einen Kontext einzuordnen. Dies meint nicht, daß ich wissen muß, mit wem der Autor Kinder gezeugt hat und welche Sorte Kaffee er bevorzugt. Dahingehend kann es aber Horizonte eröffnen zu wissen, aus welchem Sprachraum ein Autor stammt oder welche soziale Umgebung ihn geprägt hat. Dies sollte also keineswegs als unwichtiges Anhängsel betrachtet werden.

    Die "epochale" Einordnung des Textes würde ich übers Ausschlußvefahren machen. Ich schreibe epochal in Gänsefüßchen, weil ich lieber von Stilen spreche. Hier erscheint der Stil nicht expressionistisch. Der Text verwendet eine sehr klassische Form. Spätestens im Expressionismus wäre die Außeinandersetzung mit dieser klassischen Form weniger stereotyp ausgefallen. Darüber hinaus zeugt auch die Sprache eher von einer Ganzheitlichkeit der syntaktischen und semantischen Strukturen. Es sind wenig Chiffren oder dergleichen expressionistischen Mätzchen darin zu finden u.s.f. Für mich deutet alles darauf hin, daß der Text nicht expressionistisch ist.

    Mehr über den Autor erfährst du mit Hilfe der Google-Suche. Dann dürfte das Gedicht auch leichter in einen Kontext einzuordnen sein.

    LG
    levmpyre
    without contraries is no progression (Blake)

  9. #9
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    ok, dank euch

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