Ich wusste es. Ich wusste es, als ich dich zum ersten Mal sah. Doch dann, als wir endlich allein waren, wusste ich es noch mehr. Ich wusste, dass ich dich liebe. Noch heute kann ich mich daran erinnern, wie du aussahst. Nach was es in deinem Zimmer gerochen hatte. Einfach alles. Du gingst auf mich zu; sahst in meine Augen und strichst über meine Wange. Danach hattest du mich ganz sanft umarmt und sahst mich dann wieder an. Doch mit einem fragenden Blick. Ich antwortete mit einem leisen „Ja...“, denn ich wollte es. Ich wollte dich vollkommen spüren.
Ganz langsam hast du mich auf dein Bett gezogen und dich neben mich gelegt. Deine Hand auf meinem Bauch und dein Kopf direkt neben meinem. Dein lauter und doch so sanfter Atem beruhigte mich. Er gab mir das Gefühl, das Richtige tun zu werden. Deine Hand fuhr unter mein T-Shirt und streichelte die obere Hälfte meines Bauches. Währenddessen küsstest du meinen Hals. Jeder einzelne Kuss lies mich erstarren. Erstarren durch Lust. Doch ich wollte nicht starr sein. Ich wollte dich genauso glücklich machen. Nun kam deine zweite Hand ins Spiel. Gemeinsam mit deiner anderen versuchtest du jedes einzelne Stück Stoff von meinem Körper verschwinden zu lassen. Ich half dir und machte das gleiche bei dir. Doch meine Hände zitterten. Du hattest es bemerkt, denn deine starken Hände umfassten nun meine. Wir saßen beide da. So wie uns Gott geschaffen hatte; nackt. Es war still. Ganz still. Nur Leidenschaft, Liebe und Lust lag in der Luft. So perplex wie ich war, lies ich mich von dir wieder auf die Matratze drücken. Du lagst auf mir. Dein Kopf auf meinem Brustkorb. Dort, wo du mein Herz schlagen hören konntest. Mein Blick war auf dich gerichtet, doch ich sah nur deine Haare. Plötzlich hobst du deinen Kopf und hast mich direkt angesehen. Gleichzeitig stiegen all meine Gefühle in mir hoch. Dieser Blick. So schön. Schöner als Elfen es jemals sein könnten. Nun stemmtest du dich hoch und hast über meinen Unterschenkeln gekniet. Deine Hände gingen auf Entdeckungsreise. Von meinem Bauchnabel abwärts. Doch an meinen Beckenknochen machtest du halt. „Willst du...?“, hast du schüchtern gefragt. Ich konnte nicht antworten. Nicht mit Worten. Stattdessen setzte ich mich kurz auf, zog deinen Kopf zu meinem heran und küsste dich innig. Gleich darauf lies ich mich wieder zurückfallen. Du hattest meine Botschaft verstanden und fuhrst weiter hinab. Berührtest mich an meinen intimsten Stellen. Zwischen den Beinen; überall. Lerntest mich vollkommen kennen. Jede einzelne Berührung löste etwas in mir aus. Es kam einfach so über mich; blockierte all meine Sinne. Lust und Verlangen herrschte über mich. Mein Atem wurde schneller und schwerer, doch ich wollte nicht zum Höhepunkt kommen. Deshalb setzte ich mich auf. Ich atmete tief durch und stand dann auf. Du hast einfach nur dagesessen. Ließt dich schließlich von mir hinlegen. Ich war sanft und vorsichtig; wollte nichts falsch machen, dir nicht wehtun. Meine Hand glitt über deinen Oberschenkel. Immer höher. Bis zu deinem Nabel. Ich zog mich an dir hoch. Bis mein Kopf dort war. Dort, wo du ihn haben wolltest. Schüchtern wurde ich die Erfahrung reicher, wie du schmecktest. An DER Stelle. Ich merkte, dass es dir gefiel, denn ich spürte die Spannung in dir; sie war durch Erregung entstanden. Du stöhntest leise und hast bei jeder noch so kleinen Bewegung zusammengezuckt.
Plötzlich spürte ich deine Hände an meinen Wangen. Du führtest mich weg. Zu deinem Gesicht. Wieder küssten wir uns. Wenn mich heute jemand fragen würde, wie du schmecktest, könnte ich es nicht sagen, denn dieser Geschmack war unbeschreiblich. Langsam löste ich mich von dir und setzte mich auf dich. Du hattest nun das getan, was wir beide wollten: du drangst in mich ein. Jede einzelne meiner Bewegungen war anders und doch alle in einem Rhythmus. Einem Rhythmus, der uns beiden lag. Wir ließen unserer Lust freien Lauf; all das brachte uns zum Höhepunkt.

Erschöpft, aber glücklich lies ich mich neben dich fallen. Deine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Mein Atem war genauso schwer wie deiner. Vollkommen glücklich. Zum ersten Mal waren wir eins gewesen. Vereint durch unsere Liebe. „Ich liebe dich...“, hauchte ich noch immer außer Atem, doch das hätte ich lieber lassen sollen. „Nein, sag so was nicht...“, hast du mir als Antwort gegeben. Du richtetest dich auf. Ich tat es dir gleich und sah dich fragend an. „Bisher haben diese Worte immer all meine Beziehungen zerstört... Bitte versteh doch, dass ich das nicht kann....“ Ich wollte dir etwas erwidern, doch du bist aus dem Zimmer gerannt. Liest mich allein. Ich war verwirrt. Ich konnte nicht ahnen, was kommen würde. War verletzt in diesem Moment.

Nun stehe ich hier. Einsam weinend in der eisigen Kälte vor deinem Grab. Du bist gestorben... Noch am gleichen Tag, als wir uns liebten. Ich weiß nicht wie und will es auch nicht wissen, doch ich möchte bei dir sein. Einfach die Zeit zurückdrehen und diese Worte nicht sagen. Die Worte, die alles zerstörten und uns zu dorthin brachten, wo wir gerade sind. Langsam lege ich eine Rose auf die Erde, die dich bedeckt. Einzig und allein eine dunkelrote Rose. So wunderschön, doch nicht schöner als Elfen es je sein könnten. Du warst meine Elfe. Meine Sehnsucht nach dir steigt von Atemzug zu Atemzug. Ich nehme das Messer aus meiner Tasche. Lege es an. Übelkeit und Angst überkommt mich. Ich beginne zu zittern und Tränen laufen über meine Wangen.
Ich schaue mich noch einmal um, lasse meinen Blick über die Welt gleiten und nehme Abschied.
„Ich liebe dich...“, sind meine letzten Worte. Ich steche zu. Das Messer bohrt sich durch mein Herz. Macht schmerzvoll meiner Schuld ein Ende. Es bringt mich zu dir. In eine Welt, in der das alles vergessen ist. Diese Worte, die alles zerstörten...