1. #1
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    Wir steh'n an flachverwehten Küsten!
    Stets landeinwärts zeigt der Blick
    Zu all den Gräbern und Gelüsten:
    Beeindruckend von den Artisten
    Aufgeführt in diesem Stück.

    Wir tanzen leicht entlang der Brandung,
    Schwerelos gen Binnenland!
    Doch manchmal hält uns die Umrandung,
    Umringt von drohender Versandung,
    Einer festen Spiegelwand.

    Nur dann gelingt es uns zuweilen,
    Fern den Horizont zu seh'n,
    Und lesend seine Wellenzeilen,
    Wo uns're Sehnsüchte verweilen,
    Uns're Trauer zu versteh'n.






    Hallöchen, seid gegrüsst. Ich hab mir mal erlaubt, mein Gedicht hier hereinzustellen, ohne mich vorher vorzustellen. (Werd ich bestimmt nachholen..) Ich brenne nämlich darauf, mal von Leuten, die was von Gedichten verstehn, ein Feedback zu kriegen. Würde mich freuen

    bis dann
    Geeraid
    [Geändert durch Geeraid am 06-07-2005 um 17:11]

  2. #2
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    Wir steh'n an flachverwehten Küsten!
    Stets landeinwärts zeigt der Blick
    Zu all den Gräbern und Gelüsten:
    Beeindruckend von den Artisten
    Aufgeführt in diesem Stück.


    xXxXxXxXx a
    XxXxXxX b
    xXxXxXxXx a
    xXxXxXxXx a
    XxXxXxX c

    Wir tanzen leicht entlang der Brandung,
    Schwerelos gen Binnenland!
    Doch manchmal stoppt uns die Umrandung,
    Umringt von drohender Versandung,
    Einer festen Spiegelwand.


    xXxXxXxXx d
    XxXxXxX e
    xXxXxXxXx d
    xXxXxXxXx d
    XxXxXxX e

    Nur dann gelingt es uns zuweilen,
    Fern den Horizont zu seh'n,
    Lesend aus seinen Wellenzeilen,
    Wo uns're Sehnsüchte verweilen,
    Uns're Trauer zu versteh'n.


    xXxXxXxXx f
    XxXxXxX g
    XxxXxXxXx f
    xXxXxXxXx f
    XxXxXxX g


    Für mehr leicht momentan meine Zeit leider nicht. Heute Abend oder morgen wird meine Kritik noch vervollständigt.

    Liebe Grüsse,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

  3. #3
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    Hey Olaja!

    Vielen Dank für deine Korrektur hinsichtlich der schlechten Metrik in Strophe 3 Das war auch der Vers, der mich echt gewurmt hat an der Sache, aber mir fiel gestern Nacht einfach nichts Besseres ein. Heute hatte ich ne Idee ^.^

    Nur dann gelingt es uns zuweilen,
    Fern den Horizont zu seh'n,
    Und lesend seine Wellenzeilen,
    Wo uns're Sehnsüchte verweilen,
    Uns're Trauer zu versteh'n.


    Ja, gefällt mir schon besser!
    Anders ist's beim krummen Reim von Vers 1&5 in Strophe 1... Da hatte ich noch keinen Geistesblitz, aber naja.... ein krummes Reimilein schad nix
    Ich freu mich schon auf weitere Kritik von dir

    Liebe Grüsse
    Geeraid

  4. #4
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    Salut Geeraid.

    Nur dann gelingt es uns zuweilen,
    Fern den Horizont zu seh'n,
    Und lesend seine Wellenzeilen,
    Wo uns're Sehnsüchte verweilen,
    Uns're Trauer zu versteh'n.



    Unter der neuen Version deiner dritten Strophe leidet der Inhalt. Mir persönlich zumindest fehlt das "aus". Ein sehr schönes Bild, übrigens.

    Dennoch kann ich als Kritikerin die Reimabfolge in der ersten Strophe nicht gut heissen, trotz aller angeblichen künstlerischen Freiheit.

    Mängel:

    Beeindruckend von den Artisten
    -> müsste es nicht: Beeindruckt von den Artisten lauten? Ansonsten ist es mir nicht möglich, die letzten zwei Zeilen der ersten Strophe inhaltlich logisch zu verstehen.

    Doch manchmal stoppt uns die Umrandung,
    Umringt
    von drohender Versandung,

    Für stoppt würde ich hält setzen. Umrandung und gleich darauf folgend umringt klingt eher ungelenk, ebenfalls inhaltlich ein Schwachpunkt. Wie auch die Versandung: Ich kann sie nicht recht mit der bereits geschaffenen bildlichen Ebene dieser Strophe in Verbindung setzen: Die Brandung schliesst doch eine Versandung aus? Ebenfalls kann ich die Spiegelwand zwar mit dem Kontext in Verbindung bringen, aber sie in die restliche Metaphorik einzuordnen fällt mir eher schwer. Das Wasser könnte man natürlich als Spiegel deuten.

    Die letzte Strophe gefällt mir eindeutig am besten.

    Insgesamt ein ansehnliches Werk, wenn ich auch das Gefühl habe, du müsstest noch mehr an einem Gesamtkonzept arbeiten.

    Liebe Grüsse,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

  5. #5
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    Hallöchen Olaja!

    Vielen Dank für deine konstruktive Kritik! Wie konstruktiv sie ist, siehst du daran, dass ich (erneut!) mein Gedicht auf deinen Vorschlag hin ändere, denn du hast Recht! Du hast verdammt nochmal Recht! "hält" hört sich hundertmal besser an als "stoppt" (was echt zu holprig klingt)


    Beeindruckend von den Artisten
    Ich finde schon, dass das passt, denn die "Artisten" sind ja jene Künstler, die das "Stück" (=Leben, Alltagsleben, Zusammenleben, Weltleben) aufführen. Wir stehen am Rand und sehen uns von aussen das beeindruckend auf der Weltenbühne von den Artisten aufgeführte Stück an.


    Zur Metaphorik der zweiten Strophe:
    Freudestrahlend tanzen wir hier an der Küste (ausserhalb des "Stücks") in Richtung jenes Weltlebens, dessen Teil wir (meistens) sind. Dass das nicht immer klappt, suggeriert
    die Tatsache, das wir manchmal von einem Spiegel aufgehalten werden, der uns vor einem uns ohne ihn verborgenen Hintergrund reflektiert. (siehe "Stets landeinwärts zeigt der Blick"). Dieser Hintergrund zeigt den Horizont usw.... Der Spiegel ist dabei eher immateriell zu sehen und trennt uns von der Weltenbühne.
    Die drohende Versandung, die ihn bzw seinen Rand umgibt, kommt vom Sand des Strandes, auf dem wir tanzen, und ist Ausdruck des tendenziellen (uns) Überdrüssigwerdens des Stückes auf der Weltenbühne, das wir zuweilen geniessen. Denn in diesem Zwischenstadium zwischen Weltenleben und der unendlichen Weite, dem geahnten 'Mehr' (der Horizont von Strophe 3!), gibt es nur zwei Dinge: Hingezogen werden zur Weltenbühne auf der einen Seite und den gespiegelten Blick auf die Weite n des Horizonts auf der anderen.


    Mein Fehler war, was ich jetzt erkenne, beim Schreiben des Gedichts nicht daran gedacht zu haben, dass eine Küste nicht zwangsläufig ein Strand sein muss. Küste ist eben das Bild eines Strandes in meinem Kopf.....


    Liebe Grüsse
    Geeraid

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