1. #1
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    bitte beachten,der autor distanziert sich von seinem werk und ist nicht mit diesem gleichzustellen

    ----------------------

    Mein Kind träum sanft und ruh dich aus,
    wir kennen uns dein Leben schon,
    dein Fingerchen berührt mein Herz,
    dein Lachen schenkt mir Poesie.

    Mein Arm umschließt wie Dornen dich,
    so zart du bist und gibst dich mir,
    weine nicht schenk mir dein Lächeln,
    in welchem ich mich einst verlor’.

    Dein Beinchen küsse ich dir gern,
    dein Blick so unschuldig und rein,
    mit ros’gen Lippen, weich wie samt,
    du suchst was dir den Hunger bannt.

    Dein Auge fragt, dein Mund ist stumm,
    ein Tränchen rollt, raubt mir den Sinn,
    mein Schoss soll nah’ dem deinen sein,
    ein Schrei den du für mich bestimmt’.

    Mein Engelchen ich liebe dich,
    wie einst mein Vater mich gelehrt,
    doch Liebe ist nicht Wirklichkeit,
    bist nun ein Opfer meiner Welt.

    Mein Kind träum sanft und ruh’ dich aus,
    wir kennen uns dein Leben schon,
    dein Fingerchen berührt mein Herz,
    und bald schon lehrst du selbst dem Sohn.

    http://www.gedichte.com/showthread.php?threadid=43832
    [Geändert durch pringles am 10-07-2005 um 07:19]
    Geändert von zuckerschnäuzchen (07.02.2006 um 19:55 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Pringles.

    Bei der ersten Strophe noch, fragte ich mich, was dein Gedicht in Trauer und Düsteres treibt. Ich dachte, "wow, so viel Liebe schon in der ersten Strophe".. Am Ende hatte ich selbst fast eine Träne im Gesicht, weil mich dein Werk so mitgenommen hat. Hier wage ich mich sogar an eine Interpretation.
    _____________________________________________________________

    s1: Zu Strophe 1 gibt es nicht viel zu sagen. Hier spricht die ganze Liebe des lyr Ich zum Kind (ich nenns mal Kind, weil lyr. Du und lyr. Ich ist mir zu verwirrend ).
    _____________________________________________________________

    s2: Bei den Dornen bin ich mir nicht sicher. Einerseits tun sie weh, sobald man hinlangt, adrerseits beschützen sie die Rose. Ich denke hier könnte man sogar beide Seiten interpretieren. Vielleicht denkt das lyr. Ich sogar, dass es das Kind beschützt, aber in Wirklichkeit tut es dem Kind weh.
    das lyr. Ich denkt auch, dass das Kind sich ihm hingibt, dabei kann es sich nur nicht wehren. Es weint um zu zeigen, dass es ihm nicht gefällt, oder dass es ihm weh tut. Aber das lyr. Ich verlangt nur nach dem Lächeln.
    _____________________________________________________________


    s3: Kleine Zwischenbemerkung zu Strophe 3, hier gefällt mir das "bannt" nicht, da es wie ein unsauberer Reim zu "samt" klingt (in meinen Ohren zumindest). Wie wäre es denn mit "stillt"? Ich hoffe, ich hab das richtig verstanden und du meinst mit bannt nichts anderes. Auch gefällt mir die Satzstellung von "du suchst was dir den Hunger bannt" nicht so gut. Denn mit den ros'gen weichen samtigen Lippen sucht es ja das Etwas. Wie wäre es also mit: "mit ros'gen Lippen, weich wie samt, suchst du was dir den Hunger stillt"? Aber weiter in der Interpretation .
    Wenn ich es mir genauer anschaue, denke ich ich liege mit der Interpretation von bannt doch falsch. Du meinst etwas anderes damit als stillen, oder?
    Hier wage ich mich an keine Interpretation, weil mich die letzte Zeile stutzig macht und der Rest ziemlich deutlich geschildert da steht.
    _____________________________________________________________

    s4: "Dein Mund ist stumm" lässt mich den nciht ausgeführten Gedanken von oben weiterspinnen.. Auch hier halte ich mich zurück. Dein Auge fragt finde ich eine sehr schöne Formulierung, zu der es wohl auch nicht viel zu sagen gibt. Das Kind versteht nicht, was da mit ihm und dem lyr. Ich vorgeht. Deswegen schaut es fragend. und deswegen weint es (vielleicht auch weil es ihm so weh tut). Die Träne, die das Kind weint, scheint das lyr. Ich geil zu machen. Es will jetzt mit seinem Schoss ganz nahe beim Schoss des Kindes sein. Das Kind schreit verzweifelt (es ist noch ein Baby, stimmts? es kann sich nicht anders ausdrücken..).
    _____________________________________________________________

    s5: Das lyr. Ich gesteht nun dem Kind seine "Liebe", die ihm schon sein eigener Vater entgegenbrachte.. Doch diese Liebe ist nur die Phantasie seiner kranken Welt.
    _____________________________________________________________

    s6: Hier wird nochmal die kranke Liebe zu dem Kind dargestellt. "Bald nun lehrst du deinen Sohn".. Das ist wohl die traurigste Stelle mit an diesem Gedicht. Denn es macht deutlich, dass das nie ein Ende haben wird.. Das es der ewige Kreislauf ist..

    Misshandlungen der Väter oder Stiefväter (und natürlich auch im Allgemeinen, ich möchte es nur nicht zu sehr ausweiten) machen mich sehr wütend. Vor allem von Kleinkindern und Babys... Sie können sich noch nicht mal wehren, sie sind noch so unschuldig.. Sie können noch nicht mal der Mutter davon erzählen.. Oder sie werden oft so verschreckt, dass sie es sich nicht mehr erzählen trauen.

    Ich finde dein Gedicht gut gelungen. Obwohl es ein abgelutschtes Thema ist, hast du es nochmal in einem neuen Licht erscheinen lassen...

    Nachdenklich grüßt,

    eischi

    p.s.: ach man, ich vergess immer das wichtigste, übrigens ist der titel vortrefflich gewählt!
    [Geändert durch eischi am 09-07-2005 um 18:07]
    Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
    Douglas Adams

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, daß wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden.
    Douglas Adams

    Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
    Douglas Adams

  3. #3
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    auch hier wieder danke schön
    du hast die bilder durchaus richtig verstanden und super interpretiert

    der einstieg ist bewußt positiv gewählt,weil man die handlung des vaters im verlauf so nicht erahnen sollte,man sollte diesen text genau so lesen wie du es mir geschildert hast
    verwundert über die rubrik aufgrund der innigen liebe des vaters zu seinem kind,stutzend über die handlungen des vaters welche sich von zahm bis seltsam zu ungewöhnlich und schlussendlich abartig manifestieren,bishin zum schluß in dem man selbst zu der erkenntnis kommt das da etwas geschehen ist was einfach nur krankhaft ist und ein tränchen wert im andenken an das neu geschriebene schicksal welches unberührt war doch es nun nicht mehr ist.

    der vater liebt sein kind so sehr das er die grenzen überschreitet welche die kindheit vernichtet und den gleichen hass im kind schürt,er sieht nicht das das kind leidet,für ihn ist es eine art genugtuung in dem wissen das dies nicht schlecht sein kann da sein eigener vater ihm auf diese weise selbst schon liebe schenkte,er glaubt ganz einfach das das liebe ist und gibt sie vom ganzen herzen,obwohl er doch weiß das es unrechtens ist...unterschwellig heißt das soviel wie das man mit beiden wohl mitleid haben sollte,denn sie teilen das gleiche schicksal,auch der vater war einst kind und er wurde gezeichnet für sein leben,wohl eine art racheakt an dem das kind leiden muß wie auch einst der vater und dessen vater u u u soweiter und sofort.niemand weiß wo der anfang gemacht wurde und jeder protagonist kann es selbst beenden,wenn er es denn erkennt und beenden will,was einem im leben wiederfährt prägt einen menschen bis es zur normalität für ihn wird und nicht im geringsten fragwürdig

    mit den Dornen wollte ich zeigen das das lyr.ich beschützt aber dennoch schutzlos ist,richtig

    das "samt auf bannt" lass ich stehen es ist so schön unsauber und leitet so schön die nächste strophe ein

    wieso nachdenklich? hast du noch mehr gefunden? würde mich freuen wenn du es mir nahebringst danke für dein interesse an meinem doch ziemlich makaberem werk,tut mir leid wenn es zu real erscheint,aber realität ist personenbedingt und schicksalsabhängig und alles scheint mir vorbestimmt.
    ich sags ja immer, gott ist ein perverser
    glg pringles

  4. #4
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    Guten Morgen.

    Uff, das ist gleich was schweres so frueh am Morgen und doch kann ich mich darum druecken, hier ein paar Worte zu hinterlassen.

    Ich habe das Thema in ein paar Gedichten bereits eingearbeitet (eines davon ist ja auch hier zu sehen) und ich ziehe meinen imaginaeren Hut vor anderen Leuten, die es ebenfalls schaffen darueber zu schreiben. Unabhaenig von eischi versuche ich mich auch noch an einer Interpretation, auch wenn ich Gefahr laufe, dass sich unsere Interpretationen in manchen Punkten decken werden.


    1.Strophe:
    Fuer meinen Geschmack sehr sueß und fast schon klebrig. Auch bei mir kam erst noch die Frage auf, ob du dich nicht in der Rubrik geirrt hast, aber getraeu meines Wesens, das sich immer erst das Boese ausmalt, bevor es an das Gute denkt, bekam ich hier schon langsam eine Ahnung, wohin das ganze fuehren wuerde.

    2. Strophe:
    "Mein Arm umschließt wie Dornen dich" Ja, hier spielt auf der einen Seite Sicherheit eine Rolle, die aber durch die Dornen zunichte gemacht wird. Der Weitergang der Strophe fuert schon ganz gut an das Kernthema heran. Bis dahin konnte man ja immer noch glauben, dass du dich in der Rubrik vertan hast.

    3. Strophe:
    Diesen, wie eischi es nannte "unsauberen" Reim (samt - bannt) wuerde ich fast als Stilmittel ansehen, das du eben zu diesem "unsauberen" Thema verwendet hast. Ab der ersten Zeile dieser Strophe wird meiner Meinung nach zum ersten mal unweigerlich klar, an welchem Thema du dich da auslaesst. Wo vorher nur eine Ahnung schwebte, tritt nun praktisch Gewissheit ein.

    4.Strophe:
    Das ist die nach meiner Meinung nach schoenste, aber auch "grausamste" Strophe. Ein kleines Kind kann sich noch nicht ausdruecken und sagen, was der Vater da macht, nein es mag zwar wissen, dass es falsch sein koennte, aber wer hat als kleines Kind schon an den Taten seines Vaters gezweifel? HIer kommt auch die "verdorbene" Lust des Vaters sehr gut zum Vorschein.

    5.Strophe:
    Auch eine sehr schoene Strophe, inhaltlich gesehen. Sie beschreibt den Teufelskreis, in den das Kind eingesponnen wird, ohne etwas dagegen tun zu koennen. Der Vater scheint bis her immer noch der festen und auch irgendwo kranken Ueberzeugung zu sein, nichts Falsches zu tun, schließlich hat sein Vater es bei ihm ja auch schon getan.

    6.Strophe:
    Wieder eine Anspielung auf den Teufelskreis, in dem sich das Kind nun befindet. Ich vergleiche es immer ganz gerne mit dem Biss eines Vampires (der Vergleich hinkt ein wenig, ich weiss), denn du traegst es in dir, und es kann sein, dass du irgendwann "zubeisst" und es an dein Kind weitergibst. Ich glaube, nur wenige schaffen es wirklich diesem Kreis zu entfliehen.


    Gesammteindruck:
    Du hast ein bei uns in der Gesellschaft gerne verschwiegenes Thema super aufgegriffen und in deinem Gedicht verarbeitet. Du nimmst kein Blatt vor den Mund und das ist eine gute Gabe. Es wirkt auch mich wirklich sehr realitaetsnah und liesst sich dadurch auch ziemlich fliessend. Das Schicksal, wie du sagst ist jedem von uns vorhergesponnen, und diesen Faden folgen wir wohl alle, ob wir wollen oder auch nicht.

    Silver Starlight


    Uebringens: Du hast Recht, Gott ist ein Perverster.

    Um durch die Welt zu kommen, ist es zweckmäßig, einen großen Vorrat von Vorsicht und Nachsicht mitzunehmen.

    Arthur Schopenhauer


  5. #5
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    huhu silver starlight

    danke schön für deine worte,wie ich sehe hast du es richtig schön zerpflückt und dir wie eischi zu herzen genommen,wunderbar was will ich mehr?
    meine bilder sind klar und deutlich und ein blatt nehme ich wahrlich nicht vor den mund,gedanken wollen fließen seien sie auch noch so direkt,ich möchte niemanden angreifen mit meinem geschriebenem sondern lediglich zum denken annimieren,denn in meinen werken kann sich durchaus jeder in die protagonisten hineinversetzen,teils sogar den schmerz spüren oder die liebe welche von ihm aussgeht,ich lege sehr viel wert darauf das leser sich mit meinem stück identifizieren können und fühlen,darauf beruhen fast alle meine werke,welche rolle man spielt überlasse ich der eigenen empfindung und dem verstand,ich nehme erfahrungen und packe sie in bilder,denn diese sind durchaus realität und geschehen so fast tagtäglich in unserer ja ach so tollen gesellschaft.
    ich habe dieses gedicht geschrieben und war selbst unter tränen, da ich leider viel zu intensive bilder vor augen hatte.
    eine gabe kann durchaus auch ein fluch sein,aber wem erzähle ich das
    nochmals danke schön,ich habe bei zweien genau das erreicht was ich erreichen wollte
    *euch mal je ein taschentuch reiche* *und mir selber auch eins genehmige*
    glg pringles

    ps:gott darf mir die füße küssen,da er selbst den ganzen mist hier unten nicht einen tag aushalten würde ohne heulend die hände vors gesicht zu halten
    jaja wer hier wen wohl anbeten sollte ^^ gg
    [Geändert durch pringles am 10-07-2005 um 23:34]

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