1. #1
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    Mar 2005
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    Ich bin des Lebens Redens träge.
    Habe lang synchronisiert.
    Vertonte jeden deiner Wege.
    Suggerierte was passiert.


    Ich war der Untertitel Zeichen.
    Hellte dein Bewusstseinsgrau.
    Verstellte müder Sinne Weichen.
    Löste deines Fühlens Stau.


    Ich war der Sprecher deiner Jahre.
    Moderierte jeden Blick.
    Mit Paukenschlag und mit Fanfare
    wusch ich deiner Augen Schlick.


    Du sahst in mir nur Hieroglyphen.
    Glück auf Phrasen degradiert.
    Du musstest jede Freude prüfen.
    Licht im Herz war desarmiert.


    Füllertintentanz /= Sandra Pulsfort
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
    denn je.

  2. #2
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    Sieh einer an, ich bin ehrlich überrascht.
    Dieses Gedicht ist anstands- und umstandslos als äußerst gelungen zu bezeichnen; die instituierte Metaebene des 'moderierten' (hier bitte im naheliegendsten etymologischen Sinne zu lesen) Lebens würde jeden Möchtegern-Perspektivisten vor Scham (der Unzulänglichkeit) im Boden versinken lassen.

    Allerdings ist es schade, dass der grandiosen ersten Strophe lediglich Variationen derselben folgen; alles in allem ein Werk, das den Namen verdient. (Es sei denn, man wendete die 'Moral von der Geschicht' auf das Gedicht selbst an, was hier nicht geschehen soll.)

    Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht

  3. #3
    Plaristo ist offline Hier könnte Ihre Werbung stehen!
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    Ein Laie mit seinem ungeschultem Auge vermag selbst blinde Worte als schön stimmig zu bezeichnen - vielleicht ist es auch bei mir so.
    Ich bin zwar nicht lange hier aber wo dafür umso länger woanders unter den tüchtigen Poeten dieses Landes welche sich im Netz beraten.
    Doch trotzdem vermag ich doch zu sagen:
    Welch Perfektion! (hier beginnt es schon, denn von welchem Vers kann man schon sagen er ist perfekt?)
    Mir fehlen viele dieser Fachbegriffe die ich zwar zu verstehen, aber nicht anzuwenden weiss womit ich dein Werk wohl fachmännischer beurteilen könnte. Doch ist es in meinen Augen doch gelungen und voll innerer Schönheit, welche von der Metrik nur noch übertroffen wird.

    mfg
    Plaristo
    [Geändert durch Plaristo am 09-07-2005 um 22:26]
    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (F. Nietzsche)

  4. #4
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    Hallo Füllertintentanz,

    Ich hab’ nun einige deiner Gedichte gelesen. Sie bestechen m.E. durchwegs durch ihre sprachliche Leichtigkeit und durch ihren eindringlichen, reibungsfreien Rhythmus (was aber nicht unbedingt bei jedem Inhalt ideal ist). Dieses hier finde ich fabelhaft.

    Wenn ich nun meine Vorgabe – nicht einfach einen „Super Gedicht und Tschüss!“-Eintrag zu posten – einhalten möchte und wirklich was rummäkeln wollte, dann wär’s wahrscheinlich Strophe 3 und dort vor allem der „Pauken und Fanfare“-Vers. Er fällt etwas aus dem sehr einheitlichen Gesamtthema (Reden, synchronisieren, moderieren, Sprecher, Untertitel etc.) raus und spielt hier für meine Kritik deshalb die „Nadel im Heuhaufen gefunden“-Rolle

    Sehr gern gelesen und Kompliment

    Andvari

  5. #5
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    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank, für eure ganz tollen Kommentare. Die Zeile "mit Paukenschlag und mit Fanfare" habe ich gewählt, da es wirklich oft in lauten Streitigkeiten endete. Wenn ein Mensch wirklich rein gar nichts wahrnimmt, mit Ausnahme von Veränderungen seines Kontostandes, so gibt es unheimlich viele Momente, wo diese mangelnde Feinfühligkeit ein echtes Problem wird. Der Paukenschlag symbolisiert wohl meine Faust, mit der ich des öfteren auf den Tisch hauen musste, um mir Gehör und ein wenig Aufmerksamkeit zu verschaffen.

    Seid alle nett gegrüßt, Sandra

    Bewege die Schranken,
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