Thema: Mädchen

  1. #1
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    Mädchen



    Lauscht wissend sanft der Wind
    blass rauscht er
    trägt deiner Lippen Kind

    Zart schaut des Himmels Blau
    licht wähnt es
    erfasst Dein Bild genau

    Ein schimmernd Edelstein
    erblasst schier
    vor pulsend Elfenbein

    Der Rose zartes Kind
    und Fast-Frau
    erblühst im Sonnenschein








  2. #2
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    Das ist doch gleich etwas ganz anderes.
    Mir persönlich gefallen - neben dem trickreichen Reimschema - die ersten beiden Strophen am besten, da sie das schaffen, was ein Autor mal die "Einheit von Genauigkeit und Seele" genannt hat; daraus hätte sich großartiges entwickeln können.

    In Anbetracht der letzten zwei Strophen aber hätte man das Gedicht doch auch unter "Erotik" eintragen können, oder?
    (Wobei hier der Kontrast Mächen - Fast-Frau zu überzeugen weiß).

    Trotzdem ein Dankeschön.
    Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht

  3. #3
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    Gern geschehen .

    Aber dann werde ich Strophe drei wohl überarbeiten müssen. Es war keinerlei Erotik intentioniert, nur die Freude am aufgehenden Frau-Sein und an überwältigender Natürlichkeit. Das Aufwachen einfach. Das mag vielleicht (?) auch erotisch sein, aber mir ging es mehr um die Brillianz, das Luftanhalten.


    Danke für's Lesen,
    liebe Grüße
    Anke

  4. #4
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    Würde ich nicht, ein gutes Gedicht ist - zumindest in Maßen - wie ein Prisma, in dem sich Gedanken individuell brechen.
    So auch meine.
    Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht

  5. #5
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    ??? Wenn nur zwei Strophen zu überzeugen wissen und danach eine Auslegung in die Nebenzweige meiner Intention auftaucht?

    Eine erblühende Nymphe hat auch in meinem Geist ihren Reiz, aber sie sollte hier nicht betont sein. Strophe vier ist ein Lobpreisung, also sollte ich in Strophe drei mehr einlenken. ???

    Ich werde noch mal schauen ) .


    LG Anke
    [Geändert durch therzi am 10-07-2005 um 06:59]

  6. #6
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    Toll.Es liest sich wie Seide...
    Dafür bekommst du von mir einen doppelten Daumen!

  7. #7
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    Danke schön, Sophronia,


    da hier die Metrik ein bisschen eigenwillig ist, freut es mich sehr, das zu hören.


    Liebe Grüße
    Anke

  8. #8
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    Wenn man die Verse lesend mit den Worten schaukelt und schwebt , mag es gefallen.
    Doch hinter den Sinn zu steigen bedarf einiger Gedankenakrobatik. So frage ich mich ob mit dem Kind der
    Lippen „Worte“ gemeint sind oder ich mich ertappen muß hier an einen Körperteil zu denken, der so in seiner Art nur dem weiblichen Geschlecht zu eigen ist. Die Assoziation liegt nicht fern.
    In der zweiten Strophe stoße ich auf das Wörtchen wähnt. Aus dem heutigen Sprachgebrauch nahezu gänzlich
    verschwunden und antiquiert anmutend hätte es nur durch „ dünkt“ noch eine Nuance altbackener erscheinen können. Aber der Gedanke der hinter dem, die Aufmerksamkeit auf mich lenkenden, Wort steht ist bekannt.
    Wähnt hat nichts gemein mit Wahnsinn sondern mit vermuten, denken, annehmen , sich vorstellen , usw.
    Elfenbein ? Elfenbein oder Elfen Bein ? Die Körperteile die der Fortbewegung der Märchenwesen dienen können wohl eher pulsieren als die Stoßzähne der Dickhäuter
    Die Vierte Strophe gewönne, ändertest Du von erblühst in erblüht.
    Alles in allem, es läßt den talentlos mit vielen Fragen und Antwortversuchen zurück
    Antworten die der Verfasser oder die Autorin eines Werkes nicht unbedingt geben sollte
    es sei denn die Interpretation läge total daneben.

    mit lieben Grüßen
    Sprueche 16,16

    Ich wiege und messe meine Verse nicht !
    Ich kriege darum nicht hin, kein gut Gedicht


    Nichts ist so überflüssig an einem Gedicht wie dessen metrische Analyse!!!

  9. #9
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    Hallo talentlos,


    (ich widerspreche Deinem Nick immer noch!)

    ich denke, es geht auch ohne Schaukeln . Denn, wenn auch eigenwillig, so ist doch eine bestimmte Abfolge und Melodie eingehalten.

    Zu den "Worten", es könnten auch Lieder sein oder Poesie... Wähnen benutze ich nicht so selten, vielleicht spreche ich einfach antiquiert ? Strophe drei, das pulsend verwischt scheinbar die Intention, es ist zu körperlich, besonders nach Deiner Assoziation zur ersten Strophe. Natürlich war eine sinnliche Komponente beabsichtigt, aber nicht zu sinnlich... Wäre es deutlicher, wenn ich rosig (Kitschalarm!) sagen würde, denn es geht um die Haut?


    Liebe Grüße
    Anke

  10. #10
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    Das schöne an Dir; Anke ist,( u.A.) Du läßt mich nicht dumm sterben.
    Deine Erklärungen lassen manche Frage von mir beantwortet sein.
    Und das was ich nicht kapiere lasse ich getrost stehen.
    Es soll ja nicht nur Füchse geben, denen die zu hoch hängenden Trauben zu sauer sind!

    mit lieben Grüßen


    talentlos
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    Ich wiege und messe meine Verse nicht !
    Ich kriege darum nicht hin, kein gut Gedicht


    Nichts ist so überflüssig an einem Gedicht wie dessen metrische Analyse!!!

  11. #11
    Shadow ist offline koffeinhaltiger Techniker
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    mir gefällt das gedicht auch gut.

    ich habe beim elfenbein auch an die haut gedacht, schließlich ist es eine durchaus gängige assoziation, die haut einer schönen frau mit elfenbein zu vergleichen, pulsend gibt dann den ausschlag.

    die vielen aus der natur entnommenen vergleiche machen das gedicht für mich besonders stimmungsvoll!

    einfach schön

    t
    "if you don't learn from history, then you are an idiot by definition."
    -- vasim yasinovski

  12. #12
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    Hallo Shadow,

    es freut mich sehr, dass es Dir gefällt. Die Natur wollte ich so einbeziehen, um die Besonderheit zu unterstreichen, wie ein Luftholen, weil jemand besonderes in Erscheinung tritt.

    Danke schön !


    Lieber Talentlos,

    zu sauer sollen sie nicht sein, die Trauben! Wie immer versuche ich nur etwas zu erzählen, indem ich meine "Bilder male"; ich will doch gar keine Rätsel aufgeben. Ich denke, hoffe, dass das, was mich bewegt hat etwas zu schreiben durch die Bildhaftigkeit auch für andere nachvollziehbar ist. Wieder einmal grübele ich, ob ich zu abstrakt bin?!

    Danke Dir


    Liebe Grüße
    Anke

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