1. #1
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    Niemals wirklich Tot

    Nieder mit der Göttin
    Die Unzucht ist der Feind
    Verbrannt wurde die Heldin
    Gebrantmarkt nun der Heid`

    Eingesperrt in Mauern
    Die Ringsteine gefallen
    Göttin Diener trauern
    Die rufe dennoch hallen

    Zucht und Ordnung herrschen
    Die Feuer könn´ nicht zündem
    Die Jungfer muss sich zügeln
    Vorbei die fröhlich Stunden

    Heut´ ist Moral gefallen
    Die Flammen wieder lodern
    Euch ist die Macht vergangen
    Der Phoenix neu geboren

  2. #2
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    Hallo!

    Du wolltest eine Kritik - hier kommt sie nun.

    Metrik:

    XxXxXx
    xXxXxX
    xXXxxXx
    xXxXxX

    XxXxXx
    xXx(eigentlich X)xxXx
    XxXxXx
    xXxXxXx

    XxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXx

    xXxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXx
    xXxXxXx

    Offenbar metrisch angelegt, bleibt es jedoch bei einem Versuch. Einem wahrhaft gescheiterten, muss man sagen.
    Allein eine von vier Strophen weiß sich in einem einheitlichen Rhythmus zu lesen.
    Bezeichnender Weise ist es die Vorletzte, die schon nahe dran ist und dann die Letzte, die es endlich schafft.
    Gerade so als hätte lange vergebliches Mühen endlich Früchte getragen. Schade nur, dass der Autor hier offenbar zu träge war, seine neu erworbenen Erkenntnisse dann auch gleich noch mal für die ersten Strophen anzuwenden und das Gedicht noch einmal komplett zu überarbeiten.

    Bei den Reimen erscheint genau ein gegenläufiger Prozess eingetreten zu sein.
    Reimschema der ersten beiden Strophen: abab, mit zwar einfachen, aber nicht unangenehm banalen Reimen, von denen alleine „Feind“ und „Heid’“ nicht zu überzeugen weiß. Es reimt nur ungenügend und das Gezwungene wird durch die Elision nur verstärkt.

    Gereimt wird dagegen in den folgenden beiden Strophen nicht mehr, was ich schade finde und auch für den Ausdruck mangelnder Fähigkeiten halte. Da kann man nur anraten, es mit den Reimen erstmal ganz sein zu lassen und sich auf metrische Korrektheit zu konzentrieren, dann liest sich dieses Gedicht vielleicht gar nicht schlecht.

    Denn, nun kommen wir zum Positiveren, die Sprache ist, bei allen technischen Schwierigkeiten der in Szenesetzung, durchaus interessant, genauso wie das Thema einige Gedanken wert ist.

    Inhalt:

    Das Gedicht ist durchaus mit Bildern ausgestattet. Fast ist man geneigt zu sagen, zu viele, denn mit den Bildern ist es so ein zweischneidiges Schwert. Sie machen ein Gedicht erst richtig kunstvoll und spannend, gleichzeitig drohen sie aber auch die eigentliche Aussage zu verwischen, weil sie zuviel Spielraum geben und damit keine konkrete Botschaft oder einen Sinn mehr vermitteln, wenn sie nicht klug genug ausgewählt sind.

    Der Grat ist schmal und dieses Gedicht wandelt sehr schwankend darüber: Es fällt aber nicht wirklich, um das gleich vorweg zu nehmen.

    Anmerkung: ich schreibe mir gerne meinen allerersten Eindruck eines Verses neben diesen, damit ich mich später nachdem alles einen Sinn ergibt, oder eben nicht, auch noch an den ersten Eindruck erinnern kann. Ausnahmsweise lasse ich diese einfachen Anmerkungen mal stehen, damit der Autor weiß, was im Kopf dieses Lesers im Moment des Lesens vorging. Das soll ihm helfen sich mal über die Auswahl seiner Bilder Gedanken zu machen und zu verstehen, was gelungen und was eher daneben gegangen ist.

    S1:
    Nieder mit der Göttin
    (weibliche Gottheit – vorchristliche Zeit // nieder = christl. Zeit)
    Die Unzucht ist der Feind (Postulat der Keuschheit (=christl))
    Verbrannt wurde die Heldin (weibliche heldin – vorchristl. Zeit // verbrannt = christl. Zeit)
    Gebrantmarkt nun der Heid (Heide = christl. Zeit // gebrandmarkt ist hier ein wenig untertrieben )

    Eine weibliche Gottheit lässt nur auf vorchristliche Zeiten schließen. Womit wir uns bei der Aufforderung diese „Göttin“ zu stürzen sofort beim Thema befinden: Der Kampf der katholischen Kirche gegen das Weibliche (Z1) und das „Unmoralische“ (Z2). (Katholisch hier, weil es zur Zeit der bekämpfenwerten weiblichen Götterkulte noch keine protestantische Kirche gab)
    Die folgenden beiden Zeilen transportieren die selbe Botschaft, worüber man streiten kann, da aber die Ebene sich von Überirdischem und Moral auf konkrete Menschenbilder wandelt, ist das hier nicht nur in Ordnung, sondern in gewisser Weise sogar intelligent und daher lobenswert gemacht.

    S2:
    Eingesperrt in Mauern (gefangen – wer? – Frauen, Bücher=Wissen, Freiheit (im Denken, im Geschlechtsverkehr), Man weiß es nicht genau, denn vieles erscheint möglich und plausibel.)
    Die Ringsteine gefallen (??? Ring?)
    Göttin Diener trauern (grammatik. Fehler: Priester (männlich!))
    Die rufe dennoch hallen (Dennoch? hallen <> verhallen)

    Eine problematische Strophe, weil die Bilder sehr undeutlich sind.
    Unter dem Gesamteindruck mag man aber Folgendes lesen können:
    Was auch immer eingesperrt sein mag – es war etwas das die Kirche eingesperrt hatte, und das aus Sicht des lyr. Ichs nicht hinter Mauern sollte und auch wieder ausbricht.
    Allerdings gibt es hier ein Problem mit den verwandten Tempi – denn „gefallen“ der Z.2 passt nicht zu den „eingesperrt“, „trauern“ und „hallen“ der anderen Zeilen. Für mich ein Fehler, der durch Reimzwang entstanden ist.
    Das Bild selbst „fallende Ringsteine“ ist jedes Lobes wert. Ausgezeichnet. Dabei spielt es keine Rolle, ob man darunter den Edelsteins des Rings eine hohen geistlichen Würdeträgers liest, oder aber den Schlussstein, der auch Ringstein genannt wird, wie er zum Abschluss beim Bau einer alten katholischen Kirche eingesetzt werden musste, wie z.B. das Himmelsloch bzw. Heiliggeistloch.
    Das herausfallen sowohl des einen als auch des anderen, als Bild für den Niedergangs der kirchlichen Macht ist in seiner gelungenen Symbolkraft kam höher zu loben.
    Doch verbleibt es leider bei dieser einzigen wirklichen Oszillation in hohe Lyrikkunst.
    Schon die beiden nächsten Zeilen wissen nicht mehr zu gefallen. Da ist zum einen der grammatikalisch falsche Vers 3, der in seiner Banalität einen unwürdigen Rahmen zu Z2 bildet und dass die „Rufe hallen“ passt zwar irgendwo ins Bild, des wir werden unterdrückt, aber wir kommen zurück, ist aber auch eher leichte Kost und falsch geschrieben noch dazu.

    S3:
    Zucht und Ordnung herrschen (= christl./spießig/militärisch)
    Die Feuer könn´ nicht zündem (Feuer = Scheiterhaufen? Oder Freudenfeuer? und Rechtschreibung? lol)
    Die Jungfer muss sich zügeln (mmmmh?)
    Vorbei die fröhlich Stunden (früher war alles besser )

    Die Strophe 3 ist in meinen Augen überflüssig, was dann auch ihre Kommentierung überflüssig macht. Ich lass mich da zwar gerne eines besseren belehren, aber erst wenn jemand schlüssig zu begründen weiß, was es hier an Neuem oder Aufregendem zu verpassen gibt.

    S4:
    Heut´ ist Moral gefallen (gut oder schlecht?)
    Die Flammen wieder lodern (ja, aber welche nun?)
    Euch ist die Macht vergangen (und wem?)
    Der Phoenix neu geboren (heidn. Symbol, dass da aufsteht)

    Dass mit dem Fall der Moral, nun die Feuer wieder lodern ist in meinen Augen eine unglückliche Aussage.
    Zwar hat der Autor ganz offenbar schon in Strophe 3 nicht von Scheiterhaufen gesprochen, aber sowohl dort wie hier, wäre auch diese Lesart mit den Bildern im Einklang. Das ist der schmale Grat von dem ich bereits eingangs sprach. Denn sie dreht den Sinn der Strophe vier komplett um: Wer wollte mir verwehren, als gläubiger Moralist nun zu lesen: Seht her! Die Moral ist gefallen nun heißt es wieder die Scheiterhaufen entzünden und Euch Heiden zu verbrennen. Euch ist die Macht vergangen! Wer mag ihn schon zwingen, den wiederum deutlichen Hinweis auf ägyptische und hellenische Mythologie (Phoenix, nicht „Phönix“) einfach zu überlesen oder in seinem Sinne umzuinterpretieren als Unsterblichkeit der Seele bzw. der deutlicheren Übernahme dieses Motives in die christliche Lehre: „Aus Asche bist Du entstanden und zu Asche kehrst Du zurück“.
    Nachdem das hier sicherlich nicht so gemeint ist, sondern der „Sieg“ über falsche oder veraltete Moralvorstellungen, fällt das Gedicht zumindest an dieser Stelle doch mal den Grat herunter – ein kleines Stück. Denn ohne Voreingenommenheit, lässt sich eine pro-katholische Lesart nicht begründen.

    Fazit:
    Ein interessantes und spannendes Thema, dass aber nicht in der Tiefe behandelt wird.
    Eine manchmal erschreckend unausgereifte bis unwürdige Umsetzung.
    Ein Höhepunkt der Symbolkraft, wie er nur selten auf Gedichte.com zu finden ist.
    Der aber ein Glückstreffer bleibt, weil sein Rahmen nicht ziert.
    In der Summe ein fragwürdiges (Reime-nicht Reime // Metrik- nicht Metrik) Äußeres mit einem lesenswerten Kern, dass z.Zt. noch deutlich mehr zur Bearbeitung als zur Bewunderung einlädt.

    Noch viele Stunden an diesem Gedicht werkeln und dann verdiente, konstruktive und überaus positive Kritik bekommen.
    Das ist was ich abschließend raten möchte.

    Schönen Gruß

    bet
    Dir gefällt meine Kritik nicht?
    Dann mach’s doch besser!


    Heißes: Protasis
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    Außergewöhnliches : meine gedichte...

  3. #3
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    Hallo beteigeuze400!

    Ich möchte dir danken, das du dich meines Gedidhtes angenommen hast. Auch wenn du wohl von mir genervt bist, ich finde dich trotzdem symphatisch und halte viel von deiner Meinung. Jetzt werde ich mal ein wenig den Sinn meiner Worte erklären, der für Nicht- Heiden etwas schwerer zu entschlüsseln ist.

    Nieder mit der Göttin
    Die Unzucht ist der Feind

    Ein einleitendes Zitat der Christlichen Kirche, das durchgehen mehr oder weniger über dem Gedicht schweben soll.

    Eingesperrt in Mauern

    Dabei beziehe ich mich mal kurz auf Morgaine von Avalon, die beklagt hat, dass die Christen ihren Gott hinter Mauern (Kirche) sperren. Und da alle Gotter eine Göttin und alle Göttin ein Gott sind, wird der große Geist (Gott/Göttin) hinter Mauern gesperrt.

    Die Ringsteine gefallen

    Ja, euch ist sicherlich allen Stonehenge bekannt. Ein Überbleibsel aus vorchristlichen Zeiten. An diesem zu einem Ring geformten Kreis aus Steinen (Ringsteine) haben die Kelten, Druiden etc. ihre Götter verehrt, gefeiert, ihr Opfergaben dargebracht. In, dieses Kries, so sagt man, war der Schleier zwischen den Welt dünn.

    Göttin Diener trauern

    Ja, falsche Grammatik, aber da veralgemeinere ich es einfach mal, weil Dienerinnen da überhaupt metrisch überhaput nicht gepasst hat.

    Die rufe dennoch hallen

    In den ersten 3 Strophen wird ja der Untergang der alten religion beschrieben, bzw. symbolisiert. Mit der letzten Strophe wollte ich ausdrücken, das das Heidentum dennoch überlebt hat und längst nicht alle Leute diesem katholischen Schmarn geglaubt haben.
    Ich hoffe die Bilder sind dadurch etwas deutlicher geworden.

    Zucht und Ordnung herrschen

    Ist so zu verstehen wie es geschrieben ist.


    Die Feuer könn´ nicht zünden

    Damit sind die Beltane Feuer gemeint. Beltane (Walpurgisnacht) ist das Fruchtbarkeitsfest, an dem die Priesterinnen und auch manche normale Mädchen ihre Unschuld verloren haben.Die Kinder, die in dieser Nacht gezeugt wurden, sah man als Kinder des Gottes an, denn die Priesterinnen sahen in den Männern an Beltane nur den Gott. Diese Kinder hatten also nur biologisch einen Vater. Früher ging die Erbfolge nach der Frau. Diese "Gotteskind" wurden aber nur bei den Priesterinnen so gennant, bzw. so angesehen. (Falls das hier jetzt irgendwen interessiert hat.)

    Die Jungfer muss sich zügeln

    Ja, damit wollte ich nochmal unterstreichen, dass das oben gennante nicht mehr so ist, dass man nun bis zur Ehe warten muss.

    Vorbei die fröhlich Stunden

    Tristes Dasein unterm Papst, alles streng, nur auf Moral und Zucht bedacht.....

    Vorbei die fröhlich Stunden

    ...keine Platz mehr für Freude oder Gelassenheit.


    Heut´ ist Moral gefallen

    Die Kirche hat keinen so großen Einfluss mehr, diese viel zu strengen Moral- und Ethikansichten sind lockerer (gefallen ist ein bisschen zu dick aufgetragen).

    Die Flammen wieder lodern

    Beltanefeuer, wildes Tanzen ums Lagerfeuer im allgemeinen.

    Euch ist die Macht vergangen

    Die Kirche hat keinen Einfluss mehr. Mehr selbstbestimmung, u.A. "Wann verliere ich meine Jungfräulichkeit?"

    Der Phoenix neu geboren

    Ja, ich habe den Phönix mit Absicht gewählt, weil er das Symbol für unzerstörbarkeit ist, und ewig wieder Aufersteht. So auch die Heiden= nach 2000 Jahren unterdrückung immer noch da, und heute kann man sich wieder frei entfalten.

    Und nein, dieses Gedicht war nicht gemeint, aber egal. Ja, in der Metrik holperts gewaltig.Ich denke jetzt, wo ich die Symbolik erklärt habe, ist es leichter zu verstehen, vielleicht findest du es ja jetzt auch besser!? keine Ahnung.
    Aber mein bestes Gedicht ist es nicht, das ist mir auch klar.

    Übrigends: Das Buch ist stark an die "Nebel von Avalon" angelehnt, deshalb ist diese Sache mit den Gotteskindern nur ein Verdacht. Was die Menschen vor über 2000 Jahren dabei gedacht haben, weis natürlich niemand so genau. Aber ich hab da jetzt einfach mal aufs Buch vertraut.

    LG an dich
    [Geändert durch Sophronia am 11-07-2005 um 18:41]

  4. #4
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    Hallo!

    Fast ist es mir, als hätte ich diesen störrischen Unterton schon ein paar Mal gehört.
    Aber ich muss mich wohl täuschen

    Ich habe leider die Nebel von Avalon nie gelesen, obwohl mir meine Mutter es jahrelang unter die Nase gerieben hat
    Zum ersten Mal bedauere ich es nun.
    Denn es gibt mir nicht die Möglichkeit voll und ganz auf das Gedicht einzugehen.

    So bin ich schon von den Ringsteinen schwer enttäuscht.
    Aber nur von mir selber und aus gekränkter Eitelkeit, hatte ich mir doch soviel Mühe gegeben und lag doch voll daneben. Aber die Symbolkraft des Bildes bleibt natürlich erhalten und auch meine Aussagen darüber. Auch das es nicht nur ein schönes Bild ist, sondern in der Umgebung irgendwie nicht passt und untergeht.

    Noch schlimmer stimmen mich fast die einsperrenden Mauern, denn ja, das hätte man nun lesen können, Buch hin oder her, aber die Möglichkeiten der Interpretation waren eben so mannigfaltig, wie sinnverwandt. Was auch Deine Schuld ist, nicht nur die vom unbelesenen Kritiker :P
    – und vielleicht war es voreilig von Dir die Bilder schon aufzulösen, denn ein anderer hätte sich vielleicht noch gerne daran versucht.

    Dennoch, nein es gefällt mir nicht besser – leider.
    Denn ob es nun der „Der Kampf der katholischen Kirche gegen das Weibliche (Z1) und das „Unmoralische““ ist, wie ich es interpretiert habe, oder nur der „Der Kampf der katholischen Kirche gegen das Heidnische im Allgemeinen“ mag meine Aussagen bezüglich der Form und Bilder kaum ändern.
    Außer! Dass nun die Strophe 3 doch nicht überflüssig ist, was ich irrtümlich behauptet habe.
    Nenn’ es einen Teilsieg.

    Ansonsten sind die Bilder da und viele gute Ansätze.
    Aber, auch wenn ich weit weg von einem Hohepriester der Metrik und Reime bin, wenn man es versucht, metrisch und reimend zu schreiben, dann muss man sich daran auch messen lassen. Die Hürde hast Du gerissen, da können dann andere die Lyrik-Anarchie ausrufen so laut sie wollen.

    In der Summe ergibt sich ein Ansatz, der weit über das übliche Gedichte.com-Niveau hinausgeht. Der aber auch noch einiger Überarbeitung bedarf, damit er wirklich als gelungen bezeichnet werden kann.
    Einer kleinen Dichterkollegin, die sich auch gerne mit ähnlichen Themen und Herausforderungen manchmal noch überfordert, rate ich an dieser Stelle gerne, unverdrossen weiterzumachen.
    D.h. aber in meinen Augen auch, mal innehalten, sich umdrehen und Dinge überdenken, die man bereits getan hat, statt nur nach vorne zu sprinten und zu hoffen, dass es das nächste Mal dann perfekt ist.

    Allein, sieh hört auch nie drauf - die Ungeduld der Jugend, vielleicht

    Schöne Grüsse

    an wen auch immer

    bet
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  5. #5
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    Na toll - danke beteigeuze400!
    Ich wollte eigentlich auch noch mein Wort dabeisteuern, aber fast sämtliche Punkte hast du fast angesprochen und es war mir eine Qual mich durch eine so lange Kritik zu arbeiten. Man muss ja erstmal alles lesen um überhaupt mitreden zu können.

    Aber ich muss dir doch in vielen zustimmen, Metrik und Lyrik hat in diesem Werk keine Vollkommenheit gefunden.

    Wenn du jedoch das Buch "Die Nebel von Avalon" gelesen hättest, wüsstest du das dies hier jedoch ein Werk von - zumindest inhaltlichem höchstem Niveau ist.

    Auch ich hab mich versucht ein - Gedicht (?) zu schreiben das auch mit den Fakten dieses Buches bestückt war. Und bin immer noch dabei es zu verfeinern und ins rechte Licht zu rücken. Mal sehen, vielleicht wird sich ja schon bald Gedichte.com über dieses Werk erfreuen können.


    Aber um zurück zu Sophronia zu kommen:
    Es ist dir wirklich gelungen, da ich das Buch kenne, konnte ich mir wirklich klare Bilder vorstellen.


    mfg
    Plaristo
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  6. #6
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    Hallo!

    Ich war gerade dabei, das Gedicht so zu überarbeiten, dass es metrisch besser passt. Da habe ich mal kurz darüber nachgedacht. Bevor ich hier her kam, habe ich die Werke nach ihrem Inhalt und der Aussagekraft der Worte beurteilt. Ich wurde erst hier zur Silbenzählerin. Warum reicht es nicht, wenn ein Werk flüssig lesbar ist? Ich meine, hier geht es doch an allererster Stelle um die Wort an sich, nich ob sie von der Silbenzahl her in einen Vers passen. Warum wird das für so verdammt wichtig gehalten? Und wenn die metrik nicht perfekt ist? Das sagt doch im Grunde nichts über die Qualität des Gedichtes aus?
    Viele Frage, ich bitte um Antwort!

    Sophronia

  7. #7
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    Es ist eigentlich nur eine Frage:

    Muss ich mich an Regeln halten, oder nicht?
    Nein, du musst heutzutage Dich an so ziemlich gar nix mehr halten. Das ist die einfache Antwort - und sie gilt nicht nur für Dein Gedicht.
    Jedoch solltest Du schon beachten, warum Du Dich nicht daran halten willst.

    Weil es die Aussage unterstüzt, weil Du bewußt mit Vorgaben brechen willst, weil Du zu faul bist Reimworte zu suchen, oder zu untalentiert, die Metrik einzuhalten.

    Das solltest Du möglichst ehrlich beantworten.

    Sehe ich auf dieses Gedicht, sehe ich ein klassisches, fast altertümliches Thema - Da sind Gottheiten, Heiden, Priester und Phoenix taucht auch noch auf.
    Geradezu prädestiniert für eine klassische Gedichtform.

    Und so ist es ja auch umgesetzt - im Ansatz.
    Ich sehe das Bemühen um Metrik.
    Ich sehe zwei Strophen lang Reime.

    Nichts deutet auf ein gerechtfertigtes Unterbrechen oder Auslassen oder Vernachlässigen hin.
    Keine Gedankenfetzen, machen auch Versfetzen zu ihrer Untermalung notwendig.

    Und dass es sich so flüssig liest, wie Du behauptest, stimmt eben nicht. Die Metrik ist ja keine willkürliche Regel zur Erschwerung des Dichterlebens.
    Sie ist ersteinmal die Lehre von den Betonungen und damit auch vom richtigen Lesen wenn Du so willst.
    Und eine sehr gute Metrik, zählt nicht einfach die Silben pro Vers. Sie setzt die Worte mit ihrer natürlichen Betonung an die richtige Stelle. Das ist eine Kunstfertigkeit und kein Kinderspiel, wie Du eben unschwer bemerkst.

    Natürlich kann man auf Kunstfertigkeiten verzichten, wenn man das will. Keiner hindert Dich daran, es ist Deine freie Entscheidung. Aber halbfertige Kunst, oder einfach nur unzureichende Fähigkeit, wie in diesem Fall, ist eben kritikwürdig und so wirst Du damit leben müssen, oder es verbessern, oder Du schreibst andere Gedichte.

    Schau Danse an, der wird sein Leben keine Metrik mehr erlernen, und jeder Versuch sie einzuhalten scheitert noch kläglicher als Deiner hier
    - ABER, er schreibt sehr gute Gedicht mitunter.
    Ganz ohne Reim und ohne Metrik. Eine andere Form von Kunstfertigkeit eben.

    Nur, dass Eine versuchen und mit den Argumenten des Anderen verteidigen, wirkt, verzeih bitte, aber es wirkt armselig.

    Überleg Dir also was Du willst.
    Nur weil keine Metrik- und Reimzwänge mehr auftauchen, wirds aber auch nicht leichter.

    Schönen Gruß

    bet

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  8. #8
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    Gut, du hast mich überzeugt. Ich werde es auf jeden Fall nochmal überarbeiten. Außerdem habe ich ja nicht davon gesprochen, es mit der Metrik sein zu lassen, mir hat sich lediglich die Frage auffgedrängt warum das sein muss/ sein sollte. Du hast mir gesagt warum, mehr wollte ich nicht. Das hat mir eingeläuchtet, und damit hat sich die Sache jetzt.

  9. #9
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    Schau Danse an, der wird sein Leben keine Metrik mehr erlernen, und jeder Versuch sie einzuhalten scheitert noch kläglicher als Deiner hier
    - ABER, er schreibt sehr gute Gedicht mitunter.
    Ganz ohne Reim und ohne Metrik. Eine andere Form von Kunstfertigkeit eben.

    Da hast du recht. Nicht nur auf unseren doch hoch angesehen Danse zu blicken, es gibt viele, unzählige Dichter und Schreiber in dieser Welt - ja auch hier - die auch ohne die Metrik zu beherrschen die Kunst des Schreibens erlernt zu haben scheinen.
    Da fällt mir ein wie ich immer denke:
    Man muss ein Werk nicht in irgendeine Schublade sortieren können um es schön zu finden, Metrik ist eine wunderschöne Verpackung die das Ganze abrundet - das wichtigste ist das der Sinn des Werkes im Herzen aufkeimt.
    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. (F. Nietzsche)

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