1. #1
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    Man schweigt
    Und sitzt am Kai
    Das grüne Meer schlägt
    Freiheit, frei: „Ja, frei…“
    Gegen den Kai
    Es stinkt
    Doch gar nicht weit
    Entfernt
    Das Schiff, das wie aus alter Zeit
    Den Kurs auf ferne Welten nimmt
    Man flennt
    Während sie dort die Segel setzen
    Hier, am Pier, da stinkt’s
    Nur fort. „Nur fort…“
    Wo bleibt der frische Wind
    Den man ergreift
    Und nimmt
    Der einen trägt
    Wo bleibt das Glück?
    Man bleibt gebrochen und gebückt
    Als Kleidung trägt man Fetzen
    Und den Schuh der drückt
    Hier stinkt’s
    Das Schiff versinkt im Horizont
    Die Wellen brechen sich am Kai
    Verzeih. „Verzeih,
    doch Meer, du stinks’t.“

    Ich gehe schnell von dannen
    Doch drehe ich mich nochmal um
    Da blinkt’s . „Die Sonne blinkt…“
    Der Ozean. „Das Meer! Es winkt! Es winkt!“
    "Wie hass ich dagegen alle die Barbaren, die sich einbilden, sie seien weise, weil sie kein Herz mehr haben, alle die rohen Unholde, die tausendfältig die jugendliche Schönheit töten und zerstören, mit ihrer kleinen unvernünftigen Mannszucht!"

    Hölderlin - Hyperion an Bellarmin

  2. #2
    Shadow ist offline koffeinhaltiger Techniker
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    hallo f&f!

    entweder ich durchblicke dein reim-schema nicht ganz, oder, was ich eher glaube, du reimst nur manchmal...

    da ich nicht sicher bin, ob es eine bedeutung im rahmen deines gedichtes hat: sind reime wie "setzen - fetzen" noch gewollt oder zufällig?

    mir gefällt zb der reim "gar nicht weit - zeit" gut, weil der reim (nur durch eine zeile getrennt) die nicht weite entfernung gut darstellt (imho).

    generell finde ich das gedicht klassisch gelungen, der ozean als ausdruck der sehnsucht nach freiheit ist ein thema, das zwar schon öfters aufgegriffen aber hier schön verarbeitet ist.

    cy.t
    "if you don't learn from history, then you are an idiot by definition."
    -- vasim yasinovski

  3. #3
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    Späte Antwort...

    ...ich hatte deine nämlich ganz übersehen.
    Auch deswegen umso herzlicheren Dank für den Kommentar. Und du hast recht. Ein durchgängiges Reimschema hatte ich bei dem Gedicht nicht eingeplant - funktioniert auch so, würde ich sagen .
    Ich mag das Meer recht gern, nur enttäuscht mich die stinkende Brühe manchmal, wenn ich davor stehe..... Freut mich das es dir gefällt!
    f&f
    "Wie hass ich dagegen alle die Barbaren, die sich einbilden, sie seien weise, weil sie kein Herz mehr haben, alle die rohen Unholde, die tausendfältig die jugendliche Schönheit töten und zerstören, mit ihrer kleinen unvernünftigen Mannszucht!"

    Hölderlin - Hyperion an Bellarmin

  4. #4
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    Hey,
    ein schönes Gedicht!
    Einerseits die Freiheit, das Glück, andererseits der Gestank - ich hab ihn in der Nase!
    Das hast Du sehr schön umgesetzt, egal, ob die Reime zufällig oder gewollt sind
    Den Schluß find ich auch super, da hab ich beim Lesen nicht mit gerechnet!

    Gern gelesen,
    die Zauberfee
    * Zauberfee *


    Ich freu mich über jede weiterführende Kritik!!!

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