1. #1
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    Zweites Frühstück


    Seitwärts blicken, traumverhangen
    Krümelpieks an Beckenbogen
    seh ich, du bist fortgegangen

    Kaffeeduft noch nicht verflogen
    deine Hand noch auf mir spürend
    als sie Lippen nachgezogen

    Uns mit Honigmund verführend
    sanfte Sahneküsse tauschen
    himbeerrote Lust berührend

    Rückbegehrlich nach dir lauschen
    Frühstück noch einmal begangen
    Am Klang der Dusche mich berauschen



  2. #2
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    Wunderbar gelungen!
    Einzig über den Vers "Frühstück noch einmal begangen" bin ich ganz kurz gestolpert. Vor allem wegen des Wortes "begangen". Vielleicht wäre "genossen" schöner. Aber nichts für Ungut, Du wirst Dir Deinen teil dabei gedacht haben.
    Es gibt eben doch Millionen Farbnuancen zwischen schwarz und weiß.

  3. #3
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    Ja es sollte sich reimen o_O

    und zwar mit traumverhangen und fortgegangen.

    Hallo therzi,

    mich haben deine Zeilen leider nicht wirklich berührt. Du hast perfekte Metrik, perfekte Reime, aber dafür bleibt für meinen Geschmack das Gefühl zu sehr auf der Strecke. Für mich klingt das alles wie eine Aufzählung.. Man zählt auf, was passiert.. aber wie gesagt, mir fehlen da die Empfindungen und Gefühle.. Es klingt für mich nicht besonders, sondern nur normal.

    tut mir Leid, therzi, beim nächsten Mal wieder!

    eischi.
    Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
    Douglas Adams

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, daß wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden.
    Douglas Adams

    Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
    Douglas Adams

  4. #4
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    Hallo Therzi,
    also ich kann nur wieder sagen, dass dein Gedicht wirklich schön ist. Es ist keineswegs gefühlslos und auch nicht aufzählend.
    Ich finde dein 2. Frühstück wunderbar.
    Wie das lyrische Ich diese Spuren des lyrischen Du's aufsaugt/einsammelt und diese noch in Erinnerung schwelgend "frühstückt".

  5. #5
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    Ich finds toll.
    Di Bilder gefallen mir sehr gut, besonders eben dieses "Frühstück noch einmal begangen". Die Reime wirken sanft und ungezwungen fließend.
    Deine Zeilen wecken in mir ein Gefühl von Nähe, Gemütlichkeit, Vertrauen.... und Verlangen.. einmal wieder mit meinem Schatz so etwas zu teilen und im Bett zu frühstücken.
    Emotionsreich, wunderschön, ich rieche den Kaffee und höre die Dusche rauschen.


    Sehr gerne gelesen,
    gerne wieder

    MfG,
    frühstückshunrige Kleine


  6. #6
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    Hallo zusammen,



    Danke für die vielen und vielfältigen Kommentare.

    @ Seestern
    Die letzte Strophe ist nicht nur doppeldeutig: Einerseits wird hier die Erinnerung noch einmal lebendig, vielleicht sogar sehr lebendig, andererseits wurde ja zweimal gefrühstückt, mit Krümeln und einander. Das "begangen" kannst Du also als zweites Frühstück (vorhin) oder als zweites-zweites Frühstück deuten, Aber es wird auf jeden Fall begangen und auch genossen.

    @ eischi
    Selbstverständlich soll es sich reimen und die Metrik ist nicht perfekt, störte mich aber an der Stelle nicht wirklich. Ich habe das Gedicht ganz spontan jemandem geschrieben und geschenkt, mit dem ich dieses mehrfach Frühstücken gerne geteilt hätte, dem ich aber nur dieses Bild davon und von dem, was es in mir auslöst, geben konnte. Ich bin sehr-sehr sicher, dass das Gefühl ankam. Es tut mir leid, dass ich für Deinen Geschmack zu perfekt schrieb. Ob Du es glaubst oder nicht, es ist ein reines Spontan-Gefühlsaufwallungsgedicht. Ich hab inzwischen selten Probleme mit diesen Korsetten der Metrik und des Reim. (Oh Gott, jetzt hab ich es beschrieen! )

    @ question
    Ja, genau so habe ich es gemeint und das Frühstück sinnlich noch einmal sehr genossen . Danke. Ich freue mich, dass es bei Dir so ankommt.

    @ kleineSie
    Lächel, ja das würde ich auch sehr gerne mal . Ich freue mich, dass es bei Dir Erinnertes weckt.


    Danke Euch allen sehr für Eure Mühe und die Kommentare!


    Liebe Grüße
    Anke

  7. #7
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    Hallo therzi,
    haha, festgenagelt...(was die Korsage angeht)

    Zum Text:
    die Umsetzung läßt mich schnurren. Das Krümelpieks in S1Z2 wirkt zwar auf den erten Blick ein wenig infantil im Kontext, fügt sich dann aber im Laufe der Beschäftigung mit dem Text wunderbar ein. Ein paar Probleme hat mir anfangs auch das begangenen Frühstück in S3 bereitet, weil ich das eher mit "ein Delikt begehen" zunächst assoziierte, ein krimminell gutes Frühstück also.
    Letztlich habe ich es dann aber doch verstanden und inzwischen habe ich den Text richtig lieb gewonnen.

    Gruß,
    xipulli
    without contraries is no progression (Blake)

  8. #8
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    ( Was soll ich denn jetzt von "in der Korsage festgenagelt" halten?)

    Hallo xipulli,


    naja, durch seine Spontaneität ist das Werklein wohl auch ein wenig "Eiertanz". Metrik und Reimen sehe ich nicht mehr so als Problem an. Mehr als Herausforderung.

    Die Bildhaftigkeit war hier etwas anderes (ohne die üblichen Anke-Bilder). Es soll zwar einerseits das Wünschen, Sehnen, Träumen anfassbar machen, andererseits die beiden sehr körperlichen Themen verschleiern. Das dem Zweiten das Dritte folgt z.B. .

    Die Assoziation mit "kriminell" war mir gar nicht bewusst, aber ich mag sie, ein hübsches Vergehen.


    Danke für's Lesen
    liebe Grüße
    Anke

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