Thema: An eine Frau

  1. #1
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    Mag sein, daß ich mein Leben thräumte
    Und eine unsichtbare Art von Liebe säumte
    Meines Herzens Grund. Bis meinen Geiste überkommen
    Ein unsichtbarer Zweifel; und ich die Liebe mir genommen.

    Und obgleich keine Thräne mein Auge je verlassen
    Bleibt der Grund unausgesprochen und von der Liebsten muß ich lassen.
    Unvergessen bleibt der Kuß, das Synonym für Leid:
    "Liebe", sagtest Du, und "bis in alle Ewigkeit".

    Ich wollt nicht von Dir lassen und ich war niemals Dein,
    Vom Anfang uns`rer Liebe, und Du warst niemals mein.
    Du hieltest unser Banner, das ich für uns zerfochten,
    Doch unser rotes Banner habe ich nur Dir ins Haar geflochten.

  2. #2
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    Hallo Roderick,
    habe Deine 4 bisherigen Einträge gelesen. Hast mich schon beeindruckt, obwohl ich mindestens 3mal lesen musste, um zu verstehen. Dieses hat mir am besten gefallen.
    Kompliment, man liest Dich gerne mehrmals und es wird nicht langweilig; Du zwingst zum Nachdenken.
    Weiterhin viel Freude,
    Dana

  3. #3
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    lieber roderick,

    ersteinmal sende ich dir einen herzlichen gruß! soeben habe ich deine werke gelesen und wollte es mir nicht nehmen lassen, dir ein kurzes statement zu schreiben!

    meine vorrednerin hat recht, du besitzt das talent sowohl zum nachdenken, als auch zum nochmaligem lesen anzuregen!

    ich würde dein gedicht fast so interpretieren, - obwohl es wahrschienlich nicht so aufgefasst werden sollte, dass das lyrische du nicht freiwillig aus der beziehung die sie mit dem lyrischen ich hatte gegangen ist! vielmehr hört sich dieses werk für mich so an, als hätte sie den freitot gewählt! vielleicht nicht unbedingt den freitot im sinne von suizid (obwohl auch das möglich wäre), sondern eher im sinne einer selbstzerstörerischen ader! trotz aller liebe geht das lyrische du! - um sich zu schützen? um das lyr ich zu schützen? um die liebe, die entstanden ist niemals beschmutzen zu können? - du schreibst, dass das lyrische ich sich die liebe genommen hat! vielleicht hat das lyrische ich ja auch alles zerstört? sie umgebracht? ich bin mir noch nicht im klaren...

    Du schreibst, dass das lyrische ich dem lyrischem du das banner der liebe ins haar geflochten hat! für mich hört sich dies so an, als würde das lyrische ich - metaphorisch gesehen - zu seiner liebe stehen und sich an das lyrische du binden. - jedoch wird dies nicht erwiedet! - vielleicht war dieses einseitige einbringen der gefühle von anfang an absehbar? vielleicht ist dies aber auch so zu verstehen, dass das lyrische ich macht über das lyrische du besitzt? "rotes Banner" - das das lyrische ich "zerfochten" hat, könnte auch im sinne von gewalt und blut zu verstehen sein?

    Es wäre zu einfach um zu sagen dein werk handle nur von einem beziehungsende!

    wenn ich einmal mehr zeit habe, werde ich weiter über dein gedicht philosophieren....

    so ich hoffe ich konnte dich mit meiner kurzen interpretation ein wenig verwirren und wünsche dir noch einen schönen tag!

    lg orange

    Interpretation ist der erste Schritt zur Wissenschaft...

    Ein Paar meiner Werke:

    GefangeneLiebe
    EsLebt UndPunkt. EinGanzNormalerTag GebtMirNamen
    TotesTier ErgebenesGeben SüssesGift Liebestrank







  4. #4
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    Nun, guten Abend, Orange,

    Ja, ja und nein.
    Um der Philosiphie eine Richtung zu geben, Du hast richtig erkannt, es handelt sich nicht nur um das Ende einer Beziehung.
    Die Metapher des "roten Bandes" steht tatsächlich für Gewalt, jedoch nicht in einer offenen Art, eher im Sinne von Schaden.
    Das rote Band verbindet nichts, es ist ein Geschenk. Das lyr. ich schenkt seinem Gegenüber etwas: Die Abhängigkeit.
    Die Metapher des Bandes ist also gleichbedeutend mit einem besitzanzeigenden Stigma. Ins Haar deshalb: Das lyr. ich windet das Zeichen des Besitzes dem lyr. Du um das Haupt, das lyr. Du trägt es wie eine Krone.
    Das lyr. Du wählt den Tod, d. h. den Tod in der Beziehung.
    Das ist alles meine Meinung und muß nichts heißen!

    Danke für Deine Kritik, über die ich mich besonders freue und die ich als sehr positiv werte.

    In Verneigung...
    ...Roderick
    Normalerweise spricht Licht nicht.

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