Thema: Flucht

  1. #1
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    Flucht

    Flucht

    Liebster, warum hat du mich verlassen?
    Du weißt ich fürcht die Einsamkeit.
    Wo alte Schatten Boden fassen,
    Umschließt dich bald die Dunkelheit.

    Wie lange soll ich es verbergen?
    Erkennst du selbst was mich bedroht?
    Schon schickt das Dunkle seine Schergen,
    Und die sind weder Nacht noch Tod.

    Längst tobt ein Sturm der mich besitzt.
    Kein Schrei mehr nach Geborgenheit.
    Zu trösten sucht ein Silber-Blitz,
    Und schenkt mir Unabhängigkeit.

    Ein letztes mal streif diese Lippen,
    Sei Wind der sanft mein Haar verweht.
    Dann stoß den Dolch mir in die Rippen,
    Und spür wie es zu ende geht.

    Sei frei zu gehn, entflieh dem Regen.
    Hab Dank für deine Zärtlichkeit.
    Ich Schatten konnte dir nie geben,
    Wonach du suchst so lange Zeit.

    Und mit dem Blut entrann dem Herzen,
    Was einstmals tief gebunden war:
    Der Liebe Hoffnung, samt der Schmerzen,
    Durch die sie sich verloren sah.

    Doch trage weiter diese Kunde,
    Welche noch entfloh dem Herz:
    Zeit heilt niemals eine Wunde,
    Sie gewöhnt nur an den Schmerz.
    [Geändert durch Naryx am 27-07-2005 um 19:51]
    Odi et amo.
    Qare id faciam, fortasse requiris.
    Nescio, sed fieri sentio et excrucior.

    Catull

  2. #2
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    das gedicht is einfach nur geil
    ich und meine freundin haben es noch nit mal zuende gelesen und waren begeistert!

  3. #3
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    @arinasan
    *räusper*
    ääh, also höflicher wäre zu sagen: meine freundin und ich.
    das aber nur ganz am rande.

  4. #4
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    *rofl*

    naja stimmt natürlich eigentlich schon, aber wer wird denn hier so kleinlich sein? hab mich jedenfalls sehr gefreut eure meinung zu hören, besonders da sie positiv ausfällt

    LG
    naryx

    Odi et amo.
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    Nescio, sed fieri sentio et excrucior.

    Catull

  5. #5
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    Dein Gedicht gefällt mir auch sehr gut! Es liest sich flüssig, die Reime sind meiner Meinung nach z.t. schön einfallsreich und auch nicht abgenutzt.

    Natürlich ist in der letzten Strophe Herz-Schmerz nicht grade der beste Reim, weil es sehr oft verwendet wird, aber ich finde, dass es hier eigentlich gar nicht stört, im Gegenteil. Meine Bewunderung, ein echt schönes Gedicht!

    Ciao, Laurenique
    Töte einen und du bist ein Mörder -
    töte Tausend und du bist ein Held.

  6. #6
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    sei gegrüßt Laurenique,

    ...gesagt sei, ich habe mir auch mühe gegeben und freue mich somit natürlich über dein lob.

    ich farge mich allerdings schon länger, wie man einem gedicht etwas mehr würze verleihen kann...an der es meiner meinung nach noch mangelt.
    mir wurde schon vorgeschlagen mehr metaphern zu gebrauchen, aber das fällt mir schwer, wenn ich etwas konkretes ausdrücken will, dass ich so eigentlich schon im kopf habe.

    hat jemand noch einen anderen vorschlag?

    liebe grüße
    naryx
    Odi et amo.
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    Catull

  7. #7
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Thumbs up

    Hi Naryx!

    wow, dein gedicht ist sehr schön geworden.
    Und dehalb werde ich nicht ausschweifen, wie gut dein Gedicht ist, den du weißt es doch selbst am besten. stimmt's ?


    Ich hab lediglich eine frage:

    sie wäre:

    S.3 Z.3
    was meinst du mit silberblitz??
    das ist mir noch recht unklar, auch nach dem 3 mal lesen...
    Ist das ne' anspielung für Insider?

    Gruß

    taurus
    ..........(___)...............................Im Moment ist mir aber diese Masse von Dichtern zuwider,
    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
    .... /```` OO)...Tauri are fine!........und wo sich hinter jedem Satz ein
    .../ |____-- ................................"Was mach ich hier eigentlich?" versteckt.
    .*...L....L....................................-AiAiAwa-

  8. #8
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    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, bin echt begeistert.

    GROSSES LOB!!

    GL
    Lemonhead

  9. #9
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    wow das gedicht ist echt schön und sehr traurig geworden ich habe fasst geweint.

    BiBa
    von allen dingen die ich verloren habe fehlt mir mein verstand am meisten.

    Ein Freund ist das beste was du im leben finden und das beste das du sein kannst

  10. #10
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    Sehr gelungen, wie ich finde. Deine Verse transportieren zwar einen klassischen, aber dennoch sehr bewegenden Inhalt. Nur mit Strophe 3, und dort vor allem dem Reim "besitz/Blitz" (wo es doch eigentlich auch "besitzt" heißen muss, oder?) kann ich wenig anfangen. Auch der Inhalt dieser Strophe erschließt sich mir nicht.
    Der abgegriffene und bei Dir am Ende doppelt auftauchende "Herz/Schmerz"-Reim verleiht dem Abschluss einen eigentlich unberechtigten leicht faden Beigeschmack. Das hättest Du bestimmt auch anders lösen können.
    Dennoch: Insgesamt gefällt's mir!
    es grüßt freundlich
    moschdi

    "Alle Glut und alle lebendige Frische reichen nicht aus, es mit den himmelstürmenden Traumgebilden aufzunehmen, denen ein Männerherz fähig ist."
    (aus "Der große Gatsby")



    Die wahre Liebe, Sonnengelb, Einsamer Weg, Asche, Seltsam abgeglitten, Treibholz, Überwunden, Kind des Schattens, Flügel-Faktoren, Dürre, Die Probe, Nachtmelodie, Leblose Lichterstadt, Überbleibsel, Eiskristallblau

  11. #11
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    seid gegrüßt!

    zunächst einmal die bedeutung des silberblitzes:
    blitz im zudammenhang mit dem tobenden 'sturm',
    und silberblitz weil er eine klinge darstellen soll, die man ja (meist) als silbern beschreiben kann.
    der sturm selbst ist die innere zerrissenheit und unruhe...und letztendlich sogar das verderben.

    dass ich den herz/schmerz reim 2 mal verwendet habe, ist mir, wie ich zu meiner schande gestehen muss, entfallen. eigentlich kam die letzte strophe nämlich nur noch nachträglich hinzu, und war anfang nicht teil des gedichts...

    jedenfalls danke für die kommentare, und natürlich sollte es auch 'besitzt' und nicht 'besitz' heißen....

    liebe grüße
    naryx [/B][/QUOTE]
    Odi et amo.
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    Catull

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