'n kleines Gedicht von mir. Wollte mal, zur Abwechslugn meiner sonst ernsteren Gedichte, was lustiges Schreiben. Und ich find, das hat auch gut geklappt (zumindest finden das einige Freunde). Hab auch vor das mal fort zu setzen, aber lest selbst erstmal:

Es war einmal vor langer Zeit,
ein junger Ritter und eine holde Maid.
Des Ritters groooße Ziele:
Das Herz erobern derer, die ihm soo sehr gefiele.
Ihr ein Schloss zu bau'n, um dort zu wohnen,
und für hundert von Kindern zu lohnen.

Doch das Schicksal spielte ihm einen Streich:
Auf des Schlosses höchsten Turmes Zinnen, so weich,
die holde Maid Glisoria sitzet dort,
der Ritter eilt hastig hinfort,
er stürmet hoch zur höchsten Spitze,
dorthin, wo sie grad einsam sitze.

Berührt vom schönsten Antlitz je gesehn,
Neinein, es war kein Verseh'n!
Stand nun vor ihr, sie erblickt, gar sonderbar ...
lieblich glänzte im Mondeschein ihr Haar.
Die Stimme seines Vaters hörend:
"Vieles, ja vieles ist nur störend,
so hol sie dir, bevor das jemand and'res tut!"
Er sich nähert, mit all seinem Mut.

Geschlossen beider Augen gar,
der Grillen leises Zirpen hörbar war.
Er sich beugt, weit weg der Zinnen ...
Mit lautem "Platsch", dem Lärm kaum zu entrinnen,
er sich sah im Wassergraben,
nur umringt von schwarzen Raben.
Laut fluchend in die dunkle Nacht,
das ganze Schloss, das ward erwacht!

Selten solches Gelächter erlebt,
des Ritters Knappe auf dem Floße zu ihm schwebt.
Angenommen des Knappens Hand,
ist nun auch durchnässt, des Knappen G'wand.
Beide schwimmen nun im Wassergraben,
umringt von lauten, schwarzen Raben.
Der Blick hinauf in die dunkle Nacht,
unter lautem Mondeschein wird lächelnd gelacht.
[Geändert durch Mekl am 12-07-2005 um 01:41]