1. #1
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    Ich habe im Abfluss ein Haar gefunden,
    Das hat mich recht traurig gemacht.
    Da hab ich die letzten vier bis fünf Stunden
    Ganz bitterlich weinend verbracht.

    Nur keine Sorge! Es tat nicht sehr weh.
    Nicht fünf Stunden, eher nur vier.
    Das Haar gehörte, wie ich noch seh,
    Auch eher zu mir als zu dir.

    Es hat mich nur melancholisch gestimmt,
    Es hat wohl nur etwas gestört,
    Dass selbst der Dreck, der im Abfluss schwimmt,
    Jetzt gar nicht mehr zu dir gehört.

  2. #2
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    Guten Abend!

    Ich muss sagen, mir gefällt dein Gedicht ganz gut, besonders die letzte Strophe. Du hast mal eine andere Thematik gewählt, als immer nur "ich liebe dich, liebst du mich auch...."- ist dir echt gelungen!
    Gruß hope88

  3. #3
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    *lächel*- das hat auch so schön etwas Ironisches...total gelungen Du !

  4. #4
    Shadow ist offline koffeinhaltiger Techniker
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    512

    gefällt!

    in strophe eins ist die metrik wunderschön. in der zweiten strophe ist z3 aber zu kurz, nicht wahr? und strophe 3 bricht da dann schon ziemlich zusammen und liest sich daher mühsam.

    mfg.t
    "if you don't learn from history, then you are an idiot by definition."
    -- vasim yasinovski

  5. #5
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    wirklich hübsch. auch das unter-tränen-lächeln ist gut getroffen. ein nettes gedicht so aus dem nichts, bzw. aus dem abfluss
    habe mich übrigens auch mal mit haaren auseinandergesetzt; sie erlauben?


    Kleinigkeiten
    Du Haar von ihr auf meinem Bettbezug...
    Du musst von ihr sein; rötlich anzusehen,
    schimmerglänzend, doch nicht lang´ genug,
    das Loch, dass sie zurückliess, zuzunähen.

    Nein, nicht alles musst du mir beweisen,
    aber jetzt grad ist es mir so lieb,
    zu wissen: Als sie einmal hier, in leisen,
    zarten Stunden bei mir lagt, da blieb

    ein Teil von ihr zurück, und sei´s auch nur
    ein Haar. Ich spühr´ sich Freude in mir regen,
    bis, -liebes Haar- bald tausende von dir
    sich wieder hier an meine Seite legen.

    An was für Kleinigkeiten man sich klammert,
    wenn Sehnsucht rufet, und das Herzchen jammert!

    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    Sehr schönes Gedicht. Die Thematik gefällt und dass das Haar letztendlich dem lyrischen Ich gehört gibt dem Gedicht eine gelungene Wendung.
    Glück hat immer der gefunden, der sich seines Lebens freut.

  7. #7
    Registriert seit
    Jan 2004
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    Hi

    tolles Gedicht, hab es leicht gelesen und am ende gegrinst. hoffe das war so geplant.

    lg

  8. #8
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    17
    Sehr süß!
    Vielen Dank für diese schöne Abwechslung hier...
    Wenn du Paranoia hast, kannste keine mehr kriegen...

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