Thema: Egoi

  1. #1
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    Egoi -

    Teile meine Bicke, diese Straße entlang
    an der Kirche vorbei, und nach Norden hinaus
    in der Einhörner Zeit, als der Sphärengesang
    noch nichtsahnend von Herrlich- in Ewigkeit sprach.

    Der Gesang, er verklang, zu kurz sein Beteuern
    die Welt sei von Schönheit, und ständigem Glanze
    als Einhörner brannten, in promethischen Feuern
    da batest du Hephaest um weitere Gaben.

    Und er willigte ein. Im Lauf der Gezeiten
    bot er seine Ware dir feil, und verlangte
    nicht viel, nur daß, von all den üblen Befreiten
    du dem Letzten, dem Schlimmsten, alle Zeit entsagst.

    Du willigtest ein, ich werfe es dir nicht vor
    war ich doch auch einst ebenso einsam wie du
    so hob sich Pandora aus den Essen empor
    und legte dich, ganz wie der Vater, in Ketten.

    Wir bemerkten es nicht, wir waren geblendet
    als in trauriger Schönheit sie nackt vor uns stand
    wähnten wir alle Furcht und Zweifel beendet
    und versäumten, sie in die Arme zu schliessen.

    Wir bauten Altare, Döme, Kathedralen,
    wir opferten Gebeten Lämmer und Jahre.
    Wir geißelten uns, und ertrugen die Qualen
    und vergaßen, daß statt Göttin Mensch vor uns stand.

    So hielten wir Abstand, nicht sie, wie wir dachten,
    und zürnten all jenen wohlmeinenden Göttern
    während wir Nacht um Nacht alleine verbrachten -
    genau wie sie. Doch sie - und ich - überlebten.

    Du starbst, die langsamen Tode eines Narren.
    Und ich ließ mich an deiner Stelle ausweisen,
    denn wer könnte in einem Eden verharren
    in dem Hoffnung zu Sünden und Übeln gezählt?

    Du suchtest mich noch manche Nacht heim und besangst
    ihre Schönheit und deine ewige Liebe -
    schön und gut, nur daß du niemals zu ihr gelangst
    denn sie lebt - wie ich - jetzt und hier und auf Erden.

    Ich kreuzte noch manches Mal ihren Weg, und ja,
    ich weiß, was sie ist, und uns beiden gewesen.
    Doch als ich sie mit eigenen Augen ansah,
    hieß ich den Pantheon, sie zurückzunehmen.

    Es ward gewährt. Sie thront nun, der Welt entzogen -
    ich hoffe, du findest so deinen Weg zu ihr.
    Was mich betrifft, treibend auf Poseidons Wogen,
    ich lebe und hoffe, und danke euch beiden.



    kurushio, 14.07.2005

  2. #2
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    Beiträge
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    Sei gegruesst kurushio!
    Das ist eine richtig schoen gefasste Geschichte.Rein erfunden?
    Ich glaube du hast das ly. Ich mit den eigene Erfahrungen in Beziehung zu dieser alten Geschichte gebracht.

    In der 4.Strophe in der 2. Zeile hast du geschrieben:
    ...auch ich war ich einst ebenso einsam wie du...

    ich denke das sollte heissen:
    ...auch ich war einst ebenso einsam wie du...

    Andere Fehler sind mir nicht aufgefallen.Alles in allem ein richtiges "Werk"!

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