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Thema: GTI

  1. #1
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    GTI


    Die Ellenbogen grob durchgedrückt,
    Mit Promille den Blick leicht entrückt,
    Der Wagen geht wie abgefeuert,
    Bloß von meinem Lächeln gesteuert...

    Grellbeißendes Rot auf Asphalt,
    Thors Donner in moderner Gestalt -
    Es ist der Gesang der Maschine,
    Dem ich kamikazegleich diene.

    Schwarze Scheiben verdunkeln die Nacht,
    Während ein Gang ins Getriebe kracht
    Und Breitreifen guillotinieren
    Igel und Hasen beim Flanieren.

    Die Scheinwerfer sägen Beweise
    Aus der Nacht als groteske Schneise,
    Färben verwischte Bäume pfahlweis -
    Doch der Asphalt bleibt mein schwarzes Gleis.


    -14|VII|2005-

    [Geändert durch Danse_Macabre am 14-07-2005 um 22:55]

  2. #2
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    Cool

    Guten Morgen Dance_Macabre!
    Man sollte weniger betrunken nachts Autofahren,es trifft immer nur die armen Hasen,Igel und Rehe.So grausame Saeufer.......um die kaputten Autos waers ja nicht so schade...oder? Grins

    Dein Gedicht ist in moderner Sprache gut geschrieben,ohne flach,oberflaechlich zu wirken.

    Amrei-lyrics
    Licht ist Nahrung fuer die Seele

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  3. #3
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    Na, wer´s beherrscht, zerlegt in der Tat nur Biomasse.
    Danke.

  4. #4
    Shadow ist offline koffeinhaltiger Techniker
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    metrik:
    sehr durchgängig, bis auf z1 in s2 (außer, ich hab mich verzählt).

    die reime sind schön und originell, auch wenn guillotinieren / flanieren ein wenig erzwungen klingt.

    inhalt:
    amrei-lyrics wirft einen interessanten punkt auf: moderne sprache. das zwar wohl, aber das gedicht hat einige andeutungen auf geschichtliche bzw. legendäre ereignisse (guillotine; thor; kamikaze; igel und hase ist aus einem märchen entlehnt; pfahlweiss (mit 2 s, lieber danse) ist u.u. eine anspielung an vampirismus). interessant.

    schöner gegensatz zwischen dem übermäßigen selbstvertrauen eines gti-fahrers ("bloss von meinem lächeln gesteuert" u.ä.) und der eigentlichen machtlosigkeit desselben ("dem ich ... diene").

    mfg.t
    "if you don't learn from history, then you are an idiot by definition."
    -- vasim yasinovski

  5. #5
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    Hallo schadow! - Hallo Dance_!
    Mit moderner Sprache meinte ich die Art zu formulieren,wie man heute denkt.
    Die altertuemlichen Worte koennen das auch nicht aendern.
    Das ist auch,was es interessant macht.

    Amrei-lyrics
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  6. #6
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    Ursprünglich eingetragen von Shadow

    metrik:
    sehr durchgängig, bis auf z1 in s2 (außer, ich hab mich verzählt).
    Du willst mich verarschen...?
    Denn ich habe wiedermal "frei nach Schnauze" getextet.
    Das wäre dann wohl der Beweis, daß man auch mit gottverlassener metrischer Ahnungslosigkeit entsprechende Talente quasi "nebenbei" irgendwann hervorevolutioniert.


    Die altertümlichen Anklänge hast Du gut heraus gefiltert.
    Sie kommen in der Tat nicht von ungefähr, da diese Szenerie des Nachts durchaus auch etwas einer altertümlichen Demonengeschichte hat (eine sehr passende Analogie zu der "monströsen Maschine" des GTI finde ich).



    Amrei-lyrics,
    Verstehe Dich. Altertümliche Bilder, bzw. einfach "klassische Anleihen" passen gut zu vielen modernen Themen, da Ähnlichkeiten und Analogien immer bestehen - doch muß die Sprachform selbst dann, wie Du sagst, entsprechend modern ausgearbeitet sein, um zum Thema zu passen.
    Ich empfehle Dir dazu mein > Continentale Tristesse <.

  7. #7
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    relativ lustig finde ich
    Und Breitreifen guillotinieren
    Igel und Hasen beim Flanieren.
    den inhalt finde ich ganz interessant
    nur die sprache ist, wie bei den meisten deiner werke,
    dilletantisch und anfängerhaft.
    dein sprachlicher stil bewegt sich auf einem sehr niedrigem niveau.
    deine kritiken sind deutlich stärker als deine eigenen texte.

    bei einem gedicht über schnelligkeit und geschwindigkeitsrausch
    würde natürlich ein flüssiger und treibender rhythmus sehr dem inhalt zu gute kommen.
    aber mit der metrik hastes ja nich so.
    nix für ungut.

    den titel finde ich übrigens recht ansprechend.
    schade daß das gedicht nicht genauso ist.

    rudi
    [Geändert durch rudi menter am 18-07-2005 um 23:00]

  8. #8
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    Danke daß Du selber schon ein Zitat meiner Sprache anführst, in dem Dein so stereotyper wie platter Vorwurf der diltantischen Sprache eindrucksvoll wiederlegt wird. Da muß ich mir gar nicht erst die Arbeit machen, Deine Sprüche ad absurdum zu führen, wenn Du Dich selbst schon so wunderbar demontierst.


  9. #9
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Exclamation

    hmmm...
    Sorry Danse, aber Rudi Menter hat recht deine Kritiken sind deutlich besser als deine eigenen Texte.
    Man sollte doch eigentlich erwarten das jemand der C.B. liest (und sogar noch wie eins seiner Besten gedichte benennt) eine bessere sprache haben müsste.
    Doch du bist der lebende Beweiß für das Gegenteil.
    Über deine stümperhafte Metrik, will ich erst gar anfangen herzuziehen, du hat ja selbst gesagt "gottverlassener Metrischer Ahnungslosigkeit".
    Leider gilt das für fast alle deine Texte.
    Jemand der so ne große Klappe hat wie du sollte doch mal anfangen besser zu schreiben, oder ???

    Dein Gedicht ist recht lustig, ich habs mir vom Titel her langweiiger vorgestellt.
    Zwar dilletantisch, aber amüsant...

    Schade an deinen ganzen werken ist, das du einfach nichts schreiben kannst wo jemand sagen würde:
    "wow, das is mal ein Gedicht, .... das muss ich auswendig lernen"
    Man liest dein Zeug durch, und es ist gleich wieder aus dem Gedächtnis gelöscht.

    Schade...

    Gruß

    Taurus

    ..........(___)...............................Im Moment ist mir aber diese Masse von Dichtern zuwider,
    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
    .... /```` OO)...Tauri are fine!........und wo sich hinter jedem Satz ein
    .../ |____-- ................................"Was mach ich hier eigentlich?" versteckt.
    .*...L....L....................................-AiAiAwa-

  10. #10
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    Ach Taurus, ich betrachte die Metrik einfach nicht als den einzigen heiligen Gral und erhebe ihn nicht zum Fetisch, wie Rudi oder Du. In der Lyrik gibt es auch noch andere Aspekte neben großen und kleinen Kreuzchen - auch wenn ihr diesbezüglich offenbar scheuklappengehemmt auftretet.


    Im übrigen:
    Ursprünglich eingetragen von Shadow

    metrik:
    sehr durchgängig, bis auf z1 in s2 (außer, ich hab mich verzählt).

    die reime sind schön und originell, auch wenn guillotinieren / flanieren ein wenig erzwungen klingt.

    inhalt:
    amrei-lyrics wirft einen interessanten punkt auf: moderne sprache. das zwar wohl, aber das gedicht hat einige andeutungen auf geschichtliche bzw. legendäre ereignisse (guillotine; thor; kamikaze; igel und hase ist aus einem märchen entlehnt; pfahlweiss (mit 2 s, lieber danse) ist u.u. eine anspielung an vampirismus). interessant.

    schöner gegensatz zwischen dem übermäßigen selbstvertrauen eines gti-fahrers ("bloss von meinem lächeln gesteuert" u.ä.) und der eigentlichen machtlosigkeit desselben ("dem ich ... diene").

    mfg.t
    q.e.d.

  11. #11
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    Sorry wenn ich etwas Offtopic betreibe: Aber es ist interessant, dass die beiden deine Kritiken mit deinen Werken vergleichen, obwohl man meinen sollte, dass dies verschiedene Paar Schuhe sind. Da verwundert es auch nicht weiter, dass jene Kritiken auch komplett unfundiert daherkommen. Für mich schmeckt das nach "oh, oh, oh jetzt! jetzt kann ich ihm eine reindrücken!"

    Ontopic,

    bei der Metrik gebe ich meinen Vorredner allerdings recht: ein durchgängiger Trochäus könnte dem ganzen auch gelesen die richtige Geschwindigkeit geben.
    Beim Titel gefällt mir der Untertitel nicht besonders:
    und die Karre geht ab!
    Auch wenn der Text viel von moderner Sprache enthält, was mir gut gefällt, ist mir der untertitel zu umgangssprachlich, ja fast schon zu blöde

    Und das, nebenbei bemerkt völlig unfundierte Argument, die Sprache sei dilletantisch, kann ich nicht nachvollziehen.

    Der Wagen geht wie abgefeuert,
    Bloß von meinem Lächeln gesteuert
    schöner Vergleich. Ich glaube die Beiden haben noch keinen Führerschein; bei gewissen Geschwindigkeiten tritt automatisch das gewisse Lächeln im Gesicht auf, wie ein rudimentärer Reflex aus der Uhrzeit, wenn der Steppenmensch schnell genug war, dem Löwen zu entkommen.

    Färben verwischte Bäume pfahlweis -
    Doch der Asphalt bleibt mein schwarzes Gleis.
    Auch wieder treffende Worte für das verhängnisvolle Hobby. Kreidebleich scheinen mir manche Passanten auch immer, wenn ich deretwegen wieder eine nicht gerechtfertigte Vollbremsung hinlegen muss.
    Nur die schicksalhafte Determiniertheit des letzten Verses kann ich nicht bestätigen.




  12. #12
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    Guter Einwand bezüglich des Untertitels.
    Mir war "GTI" ursprünglich zu kurz, aber Du hast ja absolut recht.


    btw: Danke für die Blumen.
    Ja, der Verdacht des Führerscheinmangels liegt bei diesen Reflexaversionen von Rudi und Taurus auf der Hand.
    Es wirkt, als hätte da mal wieder jemand wahllos irgendwelche vorgeschriebenen Versatzstückchen zusammen geklaubt (die sich, nebenbei bemerkt, derzeit unter so ziemich jeder neueren Veröffentlichung von mir relativ wortgleich wiederfinden...), um seine argumentativen Mangelerscheinungen zumindest mit abgeschriebenen Worthülsen zu kaschieren.


    Der letzte Vers soll lediglich den 0815-Leser enttäuschen:
    Normaler(klischee)weise erwartet er am Ende das schicksalhafte Scheitern dieses Antihelden.

  13. #13
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    Normaler(klischee)weise erwartet er am Ende das schicksalhafte Scheitern dieses Antihelden.
    Verstehe... daran hatte ich, und das soll kein billiges rhetorisches sich aus dem 0815-Klischee Winden sein, gar nicht gedacht.
    Ich verstand es eher so, dass nun das lyrische Ich sein Verhängnis erkennt, nicht ablassen zu können (das Bild der Gleise: man fährt in eine vorgegebene Richtung: unabwendbares Schicksal/ schwarz: düstere Aussicht: negative Konnotation). Aber das würde auch das Bild des Antihelden tragen: Ich tue böses, weiß es und genieße.

  14. #14
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    Guter Ansatz, Seraphin.
    Das ist eine weitere, gleichrangige Bedeutungsdimension der letzten Zeile.
    Schließlich schaut beim Raser der Geist des Unfalls beständig von der Rückbank über die Schulter.



    Zarathustra,
    Auch ich verfluche sie - neidvoll, wenn ich mal nicht drin sitze.
    Du triffst meine Einstellung zur Metrik haargenau. Ich bevorzuge einfach die weit größere mögliche Bildgewalt, die mir die Ignoranz der Metrik erlaubt.


  15. #15
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Red face

    sorry für die off-topic

    @ seraphin

    leider hast du unrecht, wenn du schreibst, dass das was ich geschrieben habe, ein Versuch ist, Danse eine reinzudrücken.
    Danse hat bis jetzt kein einziges werk von mir kitisiert.
    Mir ist einfach aufgefallen das Danse gerne anfänger kritisiert, magels fehlender Metrik.
    Es waren schon etliche Gedichte unter diesen ( z.T. auch schlechte), die zwar ein klasse Bild erzeugen, aber einen Mangel an Metrik haben.
    Ich finde Danse seine Kritiken manchmal ein wenig übertrieben, (trotz allem sind sie gut), aber dann sollte Danse doch wenigstens erstmal ganz objektiv seine eigenen werke betrachten, bevor er andere in den Boden rammt, nur weil mal z.B. strophe X nicht das gleiche metrum hat wie strophe Y.
    Naja, das ist halt meine meinung.

    Gruß

    Taurus

    P.S.:
    Stimmt, als 16-jähriger hat man noch keinen Führerschein
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    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
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