1. #1
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    Guten Tag. Bin neu hier. Wollte erst mal erzählen, dass ich mit einem Freund einen verband gegründet habe, in dem wir Gedichte schreiben, und über diese oder auch andere (bevorzugt Goethe) diskutieren.
    Hier ein Gedicht von meinem Besten freund. Er kritisiert sich immer selbst, doch ich slebst finde das Gedicht einfach nur umwerfend:

    Der Kreis des Liebens


    Einst träumte von Liebe ich.
    Mein Herz gefüllt von Zuversicht
    Bis Hoffnung der Verzweiflung wich,
    Ich fühlte, dass das Herz mir bricht.

    Doch dann ein Blitzschlag, stark und klar!
    Aus tiefer Nacht wird heller Tag.
    - War Liebe fern, ist Liebe nah -
    Zeigt mir das Glück, das Liebe barg.

    Doch Wärme, Licht, Was sag ich… Sonne!
    ´S bleibt Nacht bevor ein Tag beginnt.
    Und da verstirbt die einst´ge Wonne,
    Die nun in Tränen mir verrinnt.

    Das Glück, das einst die Liebe barg,
    - War Liebe nah, ist liebe fern -
    Ist nur noch Hass, den ich zu fühl´n vermag
    Aus Sonne wird ein einz´ger Stern.

    Ist einer nur von vielen jetzt,
    So fern, so kalt am Himmelszelt.
    Ist niemand da, der ihn ersetzt
    In dieser großen, grauen Welt.

    Und wieder träum von Liebe ich.
    In Zuversicht ich nun Verweile.
    In Hoffnung, dass auch ohne dich
    Mein Herz jemals verheile.
    Scientia potestas est

  2. #2
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    hallo substantia.
    ich hatte einige mühe, den text zu verstehen, was den inhalt betrifft. nach dem tten male lesen sollte es nun gehen: hoffnung, enttäuschte liebe...weitere hoffnung.
    zb. habe ich mich an dieser stelle aufgehängt:

    Aus Sonne wird ein einz´ger Stern.
    Ist einer nur von vielen jetzt,

    also kein einzger stern, sondern viele, eine explosion?
    na ja. die strophen sind alle sehr ähnlich, mit eingeschoenen gedanken. das gibt eine schöne stimmung, man kann direkt beim dichten "zuhören". vielleicht hätten es auch 5 strophen getan. bei gedichten, wie bei rosen: ungerade zahlen weiss nicht, ob das eine regel ist, aber ich fände es aussreichend.

    zum technischen: ihr scheint gute vorlagen zu haben in eurem lesekreis. aber schon der beginn ist metrisch unglücklich.
    weitgehend stimmt ein flüssiger 4er, aber z1 in s1 hat nur 3 hebungen. dann gib es später mal noch einen 5er. lässt sich ja leicht ausbügeln.
    ein gleichmäsiges reimschema würe wünschenswert. s1 gibt schlicht abab an. gut. aber was ist in s2? was soll sich da auf was reimen? z z z, wenn das goethe sähe... dann sind sonne/wonne, welt/zelt, stern/fern geradezu eine unglückliche ansammlung urururalter und abgelatschter reimpaare.
    liebe grüsse an deinen freund. einige punkte gäbe es vielleicht wirklich noch zu kritisieren, ansonsten gefällt mir das gedicht gut, und da vieles übungssache ist, euxch viel spass beim weiterdichten.
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  3. #3
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    Hi leporello
    Ich danke dir vorerst für deinen Zeitaufwand das Werk zu lesen.
    Zuerst zu

    Aus Sonne wird ein einz´ger Stern.
    Ist einer nur von vielen jetzt,

    Na ja... da versteh ich deine Mängel nicht. Also die Sonne ist ja recht... groß Und sterne sehen von der Erde aus recht... klein aus. Und wenn die Sonne zu einem einzigen Stern wird, heisst das, dass sie an größe (=wert) verliert. Na ja Sonne gibts nur eine... Sterne gibts tausende... Soll heißen... Wenn man jemanden als Sonne beschreibt, ist er einzigartig, ist er jedoch nur einer von --->vielen<--- Sternen, ist er oder sie eine gewöhnliche Person. Ich denk mal, dass er das so gemeint hat und so hab ich s auch beim Lesen verstanden.

    Zu
    "was soll sich da auf was reimen? z z z, wenn das goethe sähe..."
    na ja... also ich sags mal so: Goethe blühte im "Sturm und Drang", was unbestreitbar die das Zeitalter der negation von Metrik ist oder kurz... der Freien Form, auch antimetrik genannt
    In so fern spricht in meinem Sinne ncihts dagegen auch in heutiger Literatur, die an alte Dichtkunst anlehnt von diesem Stilmittel gebrauch zu machen. In diesem Sinne... das durchbrechen antimetrischer Verse in einem metrischen Gedicht... Sturm und Drang also vom Stil her.

    Zu den Reimen... na ja Oldschool... wie vorher schon erklärt... Anlehnung an die alte Kunst.

    Danke nochmal für s Lesen und Antworten.
    vLl hast du ja Lust hierzu nochmal was zu schreiben.

    gruß
    substantia amans

    Scientia potestas est

  4. #4
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    Unhappy

    schade
    Scientia potestas est

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