1. #1
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    106
    In eine Welt aus Rauch und Schall geboren,
    geleitet dich ein feingesponn`ner Faden;
    Orion gleichend, jagst du still Plejaden
    Die Macht der Sterne hat dein Ziel erkoren

    Bedenke: Sind sie gegen dich verschworen,
    so stirbst du, stumm verzweifelnd, fluchbeladen
    und irrst durchs Leben auf verworrnen Pfaden
    in finstren Schluchten rettungslos verloren

    Oder sind die weiten Himmel tot und leer?
    Tausend Sterne, deren Namen keiner kennt,
    zeigen sich juwelenglänzend deinem Blick

    Ihre falschen Zeichen sagen uns nichts mehr
    Keine Macht bewohnt das dunkle Firmament
    Du allein bestimmst entschlossen dein Geschick
    "Säufer des schweren Saftes, versiegelt im durchsichtigen Bernstein ihrer Träume." William S. Burroughs

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2004
    Beiträge
    162
    Guten Tag verehrte Poetessen und Poeten!
    Guten Abend geehrte/-r Noctrurnal!

    Ich habe sehr gerne Ihr Sonett gelesen, es ist meiner Meinung nach, ein wahrhaft gelungenes Lied an das Schicksal. Sowie inhaltlich, als auch verbal finde ich das Gedicht ausgewogen. Philosophisch gesehen erblicke ich den Schlusssatz der letzten Terzette: „Du allein bestimmst entschlossen dein Geschick“ stark an Nietzsche angelehnt, was mir in dem Kontext austerordentlich gefehlt.

    Das metrische Schema betrachtend, fehlt mir jedoch auf, dass diese einige ungewöhnliche Stellen aufweist, so z.B. betrachte ich die Quartären in jambischen Rhythmus, aber in der S1Z3 geht es in Trochäus über, oder ist es so gewollt? Mir fällt auch positiv auf, das die Terzetten eben in Trochäus geschrieben sind (was eher ungewöhnlich ist). Umschlingenden (abba/ abba), und die Dreireimige (cde/cde) Reime weiß ich eben so zu schätzen.

    Alles in einem hat mir Ihr „Schicksalslied“ einige positive Eindrücke hinterlassen.

    Es grüßt und wünscht angenehme Zeit auf diesen Seiten...
    Das Umstandswort


    "Vielleicht besteht die Gnade Gottes nicht aus einer großen Erleuchtung, sondern aus kleinen Lichtblicken jeden Tag"
    -Christa Spilling-Nöker

  3. #3
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    106
    Guten Abend "pränumerando",

    Ich freue mich sehr über deinen\ihren Kommentar.Die Anlehnung an Nietzsche ist sehr gut erkannt, da er mein absoluter Lieblingsphilosph ist.Das einzige, was mich verwundert, ist der angebliche Trochäus in S1Z3 : Orion wird meiner Meinung nach auf der zweiten Silbe betont, also metrisch gesehen xXx; sollte ich mich irren, ist es ein dummer Fehler, der korrigiert wird; der Übegang zum Trochäus in den Terzetten ist natürlich gewollt; er soll die antithetische Struktur des Sonetts unterstreichen.

    Grüße, Nocturnal
    "Säufer des schweren Saftes, versiegelt im durchsichtigen Bernstein ihrer Träume." William S. Burroughs

  4. #4
    Registriert seit
    Dec 2004
    Beiträge
    162
    Guten Tag verehrte Poetessen und Poeten!
    Guten Abend geehrte/-r Noctrurnal!

    Entwarnung, Duden: Ori|on. Im Griechischen wird das Wort Orion auch auf der zweiten Silbe betont. Ich war mir sicher, dass im Russischen (meine Muttersprache) Orion auf der ersten Silbe betont wird, so bin ich daher ausgegangen, dass Orion auch in Deutsch auf die erste Silbe betont wird. Nun schwanke ich auch, ob meine Betonung im Russischen auch richtig war/ ist. Das werde ich noch heute Morgen klären.

    Bis dahin, entschuldigt sich für "eine falsche Berichtigung"
    Und wünscht angenehme Zeit auf diesen Seiten...

    Das Umstandswort

    „Mephistopheles:
    Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
    Und gründes Lebens goldner Baum.“

    - Johann Wolfgang von Goethe („Faust")


    [Geändert durch *pränumerando* am 17-07-2005 um 22:40]

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden