Thema: Heutzutage

  1. #1
    Registriert seit
    Jul 2005
    Beiträge
    1
    Das Wissen um die Welt scheint groß,
    wo liegt der Sinn, wo führt es hin?
    Ich sag mich los.

    Grenzen werden weggewischt,
    der wahre Geist der Welt erlischt.
    Rational - ist mir egal.

    Die Unendlichkeit zu messen
    zwecks persönlicher Interessen,
    ist das nicht extrem vermessen?

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2004
    Beiträge
    601
    hallihallohallöle

    strophe 1: sich lossagen wovon? vom wissen, von der welt oder gar vom sinn? hier geht es darum mit dem wissen nicht zurechtzukommen, den sinn dahinter nicht zu erkennen. scheinbar gibt es so viel nutzloses wissen, das für die menschen ohne konsequenzen bleibt. dieser zustand wird hinterfragt.

    strophe 2: hier kollabiert die urmenschliche eigenschaft der neugier mit der übertretung von grenzen. in der wissenschaft und gerade in der wissenschaft wird immer weiter ins detail geforscht, werden immer mehr grenzen erreicht, ja bisweilen gar überschritten. das lyrische ich sehnt sich nach dem wahren geist der welt, der eben nicht durch rationalität (allein) erreicht werden kann. ich glaube hier sind gefühle und empfindungen gemeint, die durch die kalte und rationale welt verdrängt werden. ist das so gemeint?

    strophe 3: die 2. strophe wird inhaltlich weitergeführt und der leser wird mit einer finalen frage nachdenklich zurückgelassen, was sicher mitunter vom autor beabsichtigt war. offenbar wird hier der missstand angeprangert, dass personen mit hoher macht diese für persönliche interessen gebrauchen (ich denke hier z. b. ans NASA raumfahrtprogramm, wo mit immer raffinierteren sonden das weltall erforscht wird um den wissenschaftlern und forschern (oder politikern?) ihre interessen zu erfüllen) und die allgemeinheit scheinbar rücksichtslos links liegen lassen.

    insgesamt hat mir dein gedicht gut gefallen. du benutzt kein wort zuviel und packst sehr viele gedanken in wenige zeilen. auch die thematik ist interessant.

    meine persönliche meinung: ich stimme dem lyrischen ich teilweise zu, muss aber einige einschränkungen machen. klar gibt es viel unnützes wissen und die grenzen werden bisweilen überschritten. trotzdem gehört eine gewisse neugier und ein forschungsdrang zur menschlichen natur. sich neue herausorderungen zu suchen gehört imho ebenso zum wahren geist der welt wie die gefühle und die werte, die abseits der rationalität stehen.
    letzten endes stellt für mich eine gesunde koexistenz von sowohl rationalität als auch emotionalität bzw. sensualität eine geeignete lebensphilosophie dar.
    und scheinbar sinnloses wissen kann auch vorteile haben. so kann man z. b. damit prahlen

    mfg
    donnerstag - nie wieder
    fernsehzimmer

    Ahora soy un axolotl. Julio Cortazar

    Malgré soi, on est de son siècle. Auguste Comte

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Heutzutage
    Von Pretending im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 30.08.2012, 12:46
  2. "Die Jugend heutzutage.."
    Von -Vielleicht- im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.04.2012, 06:14
  3. Hat es überhaupt noch Sinn sich heutzutage noch aufzuregen?
    Von Waldgiraffe im Forum allgemeine Diskussionen
    Antworten: 46
    Letzter Beitrag: 17.06.2008, 20:27
  4. Die Frauen heutzutage
    Von Nore de Balzac im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 11.04.2004, 18:36

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden