1. #1
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    Ich schaue dich an und sehe in deinen Augen dieses Feuer.
    Ich weiss genau was du willst und ignoriere es.
    Ich geh auf dich zu du schlingst deine Arme um mich.
    Tiefe Blicke fesseln uns aneinander und ich reiß mich nicht los.
    Du berührst meine Lippen und ich kann nicht widerstehen.
    Leidenschaft kommt auf und ich verfalle dir immer mehr.
    Meine Kleidung wird mir zuwider und ich muss mich ihrer entledigen.
    Nun bist du dran. Gib mir dein Feuer deine Leidenschaft.
    Berühr mich, halt mich und nimm mich hemmungslos.

    Meine Flamme lodert nur ein wenig. Und mein Körper fäng an zu frieren.
    Wo bist du? Wo ist es? Ich kann es nicht spüren.
    Lass mich nicht alleine und halt mich.
    Ich kann dich nicht spüren, mein Herz ist kalt.
    Kalte Leidenschaft macht sich breit und ich fühle nichts.
    Ich habe die Liebe gesucht und sie suchte auch mich nur begegnet sind wir uns nie.

  2. #2
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    Hallo suma,

    dein Text mag lyrisch sein, er hat sogar Handlung, einen relativ logischen Ablauf und ist stilistisch relativ kohärent, aber ich vermisse das Poetische. Das Poetische ist der entscheidene Moment der verdichteten Sprache, der Moment des sprachlich Andersartigen, des Sprechens um der Sprache Willen.

    Als Dichter sage ich nicht: "I had gone through hell." - Ich sage: "I had trod the road which Dante treading saw the suns of seven circles shine." (O. Wilde) Auch wenn es eigentlich dasselbe meint. Die poetische Sprache, besonders die lyrische, poetische Sprache hat das Mehr an Klanglichkeit, selbst wenn sie nicht metrisch ist.

    Dies vermisse ich und dadurch drückt sich der Text nicht tief genug ein, um je erinnert zu werden.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  3. #3
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    Wink

    Hallo levampyre,

    danke für deine Kritik. Dafür das ich der absolute Laie bin und eigentlich nur versuche meine Erlebnisse und Gefühle wiederzuspiegeln freu ich mich das mir das doch recht gut gelungen ist. Klar fehlen so einige Dinge. Das liegt daran das mir das Wissen und die Erfahrung auf dem Gebiet fehlt aber man lernt ja nie aus.

    Gru? Suma
    Ich habe die Liebe gesucht und sie suchte auch mich nur begegnet sind wir uns nie.

  4. #4
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    Sicher fängt man immer irgendwie erstmal mit dem Wunsch an, seine Erlebnisse und Gefühle auszudrücken. Es gibt keinen guten Dichter, der das nicht in der einen oder anderen Weise tun würde. Aber die Kunstfertigkeit eines Textes ist auch eine Frage der Planung und Komposition. Das, was du erlebt hast, fließt ein, aber es kann variiert und abgewandelt, übertragen oder entstellt, übertrieben oder untertrieben werden, je nachdem, was du mit deinem Werk bezweckst. Die lyrische Situation ist durchaus eine fiktive Szene und der Moment des Komponierens ist es, der dich Abstand zu deiner subjektiven Empfindung gewinnen läßt. Dieser Abstand ist es letztlich auch, der dir hilft, dich selbst besser zu verstehen, klar.

    Aber das Ziel des Künstlers ist es in erster Linie, Kunst zu schaffen und nicht sein Tagebuch zu veröffentlichen. Also wird es vielleicht nicht immer dein Ziel sein, möglichst gut deine Gefühle auszudrücken, sondern ein möglichst kohärentes und autonomes Werk zu schaffen. Dementsprechend gibt es natürlich auch Leser, deren Ziel es nicht ist, mehr über das Privatleben der Autoren zu erfahren, wenn sie ein Gedicht lesen, sondern ein ästhetisches Lusterlebnis an einem Kunstwerk zu erfahren.
    --LeV

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  5. #5
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    Smile

    Ja da gebe ich dir wohl Recht. Sicherlich sollte man nicht einfach nur das Erlebte hier niederschreieben. Damit wird man niemals ein Dichter. Wenn man sich hier die Werke erfahrener Leute durchliest, merkt man den klaren unterschied und um so mehr ich davon lese um so mehr denke ich "Meine Güte und Du schreibst hier so ein "gekritzel" rein". Kleines Fettnäpfchen das ich jetzt mal zur Seite stelle.
    Lachende Grüße Suma
    Ich habe die Liebe gesucht und sie suchte auch mich nur begegnet sind wir uns nie.

  6. #6
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    Ursprünglich eingetragen von levampyre


    Als Dichter sage ich nicht: "I had gone through hell." - Ich sage: "I had trod the road which Dante treading saw the suns of seven circles shine." (O. Wilde) Auch wenn es eigentlich dasselbe meint. Die poetische Sprache, besonders die lyrische, poetische Sprache hat das Mehr an Klanglichkeit, selbst wenn sie nicht metrisch ist.
    Als "Dichter" ist man meiner Meinung nach völlig frei. Selbst wenn suma geschrieben hätte "I had gone through hell.", dann heißt das nicht dass es kein gedicht ist. Es ist ein Stilmittel, wenn auch das am häufigsten benutze, Metaphern in Gedichten zu verwenden. Was mich an diesem gedicht stört ist diese Aneinanderreihung der Sätze, und da hast du recht levampyre, es fehlt das lyrische. Jeder Satz hat hier eine Aussage, eine Aussage folgt strikt der nächsten. Das wäre sehr schön, wenn es sich zB reimen würde(nur als Beispiel). Geb deiner kreativität freien lauf und enge sie nicht so ein, indem du bei jedem Satz jedes Wort, jede Aussage eingrenzt^^

    MfG
    kuse

  7. #7
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    @Kuse:
    Natürlich ist jeder Dichter beim Dichten nur sich selbst verpflichtet. Wie frei er ist, ist hingegen eine Frage seines Könnens und nicht seines Wollens. Dennoch sind wir ja alle hier, um die Meinung der Leser zu unseren Texten einzuholen. Und ich betone noch einmal (und spreche damit nur für mich), dass es nicht das Lyrische ist, was dem Text fehlt, sondern das Poetische und unter diesem Aspekt laufen auch stilistische Schwächen, wie die Aneinnaderreihung von Aussagesätzen.
    --LeV

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  8. #8
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    Da kann ich nur zustimmen. Dein Gedicht klingt wie ein Tagebucheintrag, der von jeder x-beliebigen Person stammen könnte. Sieh das Dichten als "Arbeit" an, als zu "verkaufendes Produkt" an Deine Leser, die sich an Deine Gedicht schließlich nicht nur erinnern oder sogar von ihnen weiter erzählen, sondern vor allem gerne lesen sollen. Ein bißchen wie bei der Werbung.

    Meine Theorie ist ja immer noch, dass die Menschen deshalb so fasziniert von Dichtung, bzw. vor allem poetischer Sprache sind, weil der Mensch grundsätzlich an einer Sinnfindung, an einem Verstehen von Äusserungen/Gefühlsbeschreibungen interessiert ist. Und wenn das Ganze dann auch noch in einer "Sprachart" (nämlich eben die Dichtung) verfasst ist, deren Komplexität unseren schwächlichen Gehirnwindungen das Letzte abverlangt, dann wird dieser "Trieb" erst recht angeheizt. Also: Gib ihnen die Nahrung, nach der sie so sehr verlangen.

  9. #9
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    Sehr schöne These, Mylene, zumindest dürfte dieser Trieb bei einigen Leuten durchkommen. Ich für meinen Teil zähle mich dazu. Kunst soll in meinen Augen auch immer eine Herausforderung sein, sowohl für den Autor, als auch für den Leser.
    --LeV

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  10. #10
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    Absolut! Was wäre die Lyrik ohne ihren Anspruch? Ich glaube, sie würde sonst gar nicht existieren.

    Aber diese Idee wäre vielleicht eher mal ein Thema für das Wohn- oder Sprechzimmer.

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