Thema: Schuldig

  1. #1
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    Jul 2005
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    6
    Schuldig

    Viel passiert, alles ist festgefahren
    Wir stecken fest, in unserem Leben.
    Ich will hier raus, bin viel zu weit drin.
    Wie ist es nur so gekommen?
    Ich schweige, zu viel Schreien ist unerhört geblieben.
    Mein Alltag raubt mir den letzten Lebenswillen.
    Wer kann was ändern?
    Wer ändert was?
    Liegt es an MIR etwas zu verändern?

    Die Sinnlosigkeit breitet sich in meinem Kopf aus
    Mein Leben erdrückt mich
    die Schuld raubt mit den Atem.
    Ich suche Verantwortliche für mein Leiden
    Suche Hilfe......aussichtslos

    Ich weine verzweifelt, schreie nach Veränderung
    Doch ich schreie und weine in mich hinein
    Denn...wen soll ich anschreien wenn nicht mich?
    Wer wird meine Tränen trocknen
    wenn ich es nicht tue
    Wer nimmt mich in den Arm und tröstet mich
    wenn es mir schlecht geht?
    Wer beruhigt mich
    Wenn ich wütend bin und vor Verzweiflung schreie?
    Und wer beantwortet die vielen Fragen
    Die in meinem Kopf herumschwirren?
    Aber...
    ...wer ist überhaupt noch fähig etwas zu tun?
    Es geht allen doch schon viel zu schlecht
    Ich muss selber groß sein
    Bin selber groß

    Ich suche einen Weg hinaus aus meinem Leben
    Hinaus aus der Verzweiflung
    Hinaus aus mir.
    Ich fühle mich klein
    Weil alles so riesig wird
    Ich versuche es..
    meine Kraft scheint schon verbraucht
    Und doch hab ich nichts ausrichten können...

    Warum schützt mich keiner vor mir?
    Muss ICH mich selber vor mir schützen?
    Ich fühle mich verantwortlich für mein Leid
    Verantwortlich für das Leiden der anderen
    Kann nichts dagegen tun.

    Ich kämpfe gegen die Tränen,
    gegen den Schmerz,
    hasse mich dafür so schwach zu sein.
    Bin ich schwach?

    Ich fühle mich ungeeignet
    Aber verantwortlich für das Leben, das ich lebe.
    ...für das was aus meinem Leben geworden ist.

    In meiner Umgebung verliert alles an Sinn
    Alle leiden während ich mir krampfhaft die Augen zuhalte.

    Ich versuche zu helfen, nichts ändert sich
    Alles wird nur schlimmer
    Ich mache alles schlimmer.

    Ich muss stark bleiben
    muss stark werden
    mein Leben unter Kontrolle haben.
    Es muss schon unter Kontrolle sein
    Damit das Schuldgefühl kleiner wird
    Doch die Zeit ist schon vorbei...
    ...es ist zu spät...
    ist es zu spät?

    Ich verschließe mich nach außen
    Ziehe mich zurück
    Stoße euch vor den Kopf
    Obwohl ich weiß, dass es euch weh tut
    Und versuche dadurch
    das nicht an mich ranzulassen.
    Aber das tut mir weh.
    Es schmerzt so sehr
    dass es mich noch bewegungsunfähiger macht,
    mein Schuldgefühl übermächtig werden lässt
    und ich die Verzweiflung immer deutlicher spüre.

    Ich fühle eure Enttäuschung
    Habe meine Gedanken fast nur bei euch
    Denke nach und versuche immer weiter
    Diesem Irrsinn zu entfliehen.
    Ich möchte weglaufen
    Von all dem.
    Die Lösung zu finden scheint mir unmöglich
    Bringe es nicht fertig jemanden zu beschuldigen
    Bin lieber selber schuld.
    Ich fühle mich feige
    Nicht ungewollte
    Aber doch weggeschoben.

    Das ist keine Absicht, das weiß ich
    Und dennoch spüre ich unter mir
    Und um mich herum alles schwanken.
    Mein Boden zerbricht
    Ich halte mich nur noch selber.
    Ich versuche euch mit zuhalten.
    Bin aber unfähig etwas auszurichten.
    Ich versuche verzweifelt euch abzuschütteln
    Will mein eigenes Leben leben
    Fühle mich zu eingeengt
    Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen.
    Ihr seit mein Leben...
    ..ein Leben in dem ich gefangen scheine.
    Ich frage nach dem Sinn des ganzen
    Frage mich wofür ich alles durchstehe
    Gibt es ein Ziel?
    Ein Ziel, das ich nur aus den Augen verloren habe?
    Ich sehe aus dem Fenster
    Betrachte die Stadt
    Und denke an die vielen anderen Menschen dieser Welt.
    Geht es ihnen genauso?

    Ich fühle mich allein
    Verlassen und doch kontrolliert
    Das macht mich traurig...
    ...fast wahnsinnig...
    ich bin enttäuscht...
    ....aber nicht von euch
    sondern von mir
    denn ich könnte doch mehr tun
    stärker sein
    mein Leben lieben

    Ich lache
    Das Lachen ist keine Lüge
    Ich verstecke mich nicht vor anderen
    Ich verstecke mich vor mir selbst
    Ich belüge mich fast
    Doch das lachen lässt mich einen Moment vergessen
    Mein Reden lenkt mich ab.

    Ihr bemüht euch
    Versucht selber klar zu kommen
    Das ist wichtig für euch
    Ihr habt viel zu bewältigen
    Zu ordnen
    Viele Gefühle
    Viel Arbeit
    Eigene Probleme
    Es ist euer Leben
    Ich verstehe das
    Denn ich spüre wie es euch fertig macht
    Wie ihr versucht die Kontrolle wieder zu bekommen
    Zu viel habt ihr verloren
    Zu viel Zeit ist vergangen
    Zufriedenheit gibt es hier nicht
    Ein Ende ist nicht in sicht
    Ihr arbeitet ins Ungewisse
    WIR arbeiten ins Ungewisse
    Denn ich bin ein Teil
    Von euch.
    Ich liebe euch
    Und doch
    Kann ich das nicht mehr
    Will das nicht mehr
    Der Druck ist zu groß

    Oft nenne ich es egoistisch
    oft denke ich, ich bilde mir alles nur ein
    Dann fühle ich mich lächerlich
    Zu klein unwissend und dumm für diese Welt
    Und dann tut es mir leid
    Dass ich enttäusche
    Oft versuche ich zu entfliehen
    Weg zulaufen in eine Welt ohne Regeln
    In eine Welt, wo die Logik
    Die Fairness
    Und das Menschliche zählt...
    ...die Regeln bestimmt.

    Ich frage mich
    Welche dieser beiden Welten
    Stellt die Realität dar?
    Auf was muss ich mich konzentrieren?

    Ihr sagt mir
    Bei euch ist meine Welt
    Ich muss mir Zeit nehmen
    Ich muss was opfern
    Um diese Welt
    Dieses Leben aufrecht zu erhalten
    Das andere ist meine Freizeit
    Meine Freizeit?
    Meine freie zeit?
    Wovon frei?
    Ist das Leben in meiner Familie
    Die Bedingung
    Der Preis dafür, dass ich meine „Freizeit“ haben darf
    Ich arbeite,
    Ich lerne für die Zukunft
    Sagt ihr
    Freunde sind vergänglich
    Meint ihr
    Aber ist die Zukunft nicht vergänglich?
    Ist nicht alles vergänglich?

    Und wieder,
    immer noch
    bin ich gefangen
    gefangen in mir
    gefangen in meinen verworrenen Gedanken
    gefangen in dem Unsinn
    meinem Leben

    Wünschte ich würde nicht soviel nachdenken
    Das macht mich verrückt.
    Ich möchte aufhören
    Zufrieden sein
    Keine Ansprüche stellen
    Dann wäre alles leichter
    Dann wäre meine Konzentration woanders
    Könnte woanders sein

    Ich merke wie alles langsam kaputt geht
    Wie ich immer weiter zerbreche
    Wie ich die Kontrolle immer weiter verliere
    Wie ich mich verlaufe
    In meinen Gedanken herum irre
    Wie alles den Sinn verliert
    Wie dumm ich mir vorkomme
    Mich klein und schwach fühle
    Wie ich durch meinen Alltag geschoben werde
    Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen
    Zu viel ist passiert
    Zu viel passiert mit mir
    Bin unzufrieden
    Und ich stoße wieder vor den Kopf
    Will unabhängig leben

    Ihr wisst von alldem nichts
    Kennt meine Gedanken nicht
    Versteht mich nicht
    Wie sollt ihr auch?
    Ich verstehe mich nicht mal selbst

    Sie weint, so schwer fällt ihr alles
    Und ich schaue weg
    Versuche mich abzuschirmen
    Gegen das was sie sagt
    Versuche nicht hinzuhören
    Wehre die Schuld äußerlich ab
    Innerlich bin ich schon längst von ihr überzeugt
    Warum?
    Stumm fließen meine Tränen
    Tränen der Verzweiflung
    Der Trauer
    Um mein kleines Leben
    Will nicht, dass ihr sie bemerkt
    Zu groß ist die Angst
    Ihr könntet euch Vorwürfe machen
    Sich Vorwürfe machen ist schrecklich
    So schrecklich aussichtslos
    Ich habe Angst daran Schuld zu sein
    Angst wieder Schuld zu sein
    Schuld an euren Selbstvorwürfen
    Die nicht nötig sind
    Könnte sie doch noch auffangen
    Dann geht es nur mir schlecht
    Aber das ist mir lieber

    Es tut mir so leid
    Dass ich so bin wie ich bin
    So leid, dass ich so geworden bin
    Oder schon immer so war?

    Dann sind plötzlich alle wieder da
    Wir lächeln
    Sind eine Familie
    Alle scheint besser
    Wie früher
    Probleme scheinen sich von selbst zu lösen
    Ich fühle mich besser
    Und schäme ich mich für meine Verzweiflung
    die ich noch Momente zuvor gespürt habe.
    Denke dass ich verwöhnt bin
    Weil ich grade noch solche schmerzen gefühlt habe
    Dann denke ich daran wie schön alles ist
    Dass ich alles bewältigen könnte
    Bin noch etwas misstrauisch
    Kann es kaum fassen
    Es ist zum greifen nahe
    Dann denke ich
    Dass es immer so sein könnte
    Wenn ich mich nur zusammen reißen würde
    Ein lächeln aufsetze
    Zuvorkommend bin
    Alles geben würde
    Und frage mich, ob ich die ganze zeit so blind gewesen bin
    Dass alles doch so einfach ist
    Und schon die ganze Zeit so einfach war
    ?
    ich denke jedes Mal
    dass es an mir liegt, dass es sonst nicht so funktioniert
    diese Zeit der Ruhe ist fast schon eine Lüge
    aber diese Momente lassen mich hoffen
    jedes Mal aufs neue
    wenn sich für einige Zeit der Wind legt
    alles mal einfach scheint
    Aber der Frieden besteht nur solange
    Bis wieder Stress entsteht
    Meist fast grundlos
    Meist ganz normal
    Kaum zu fassen
    Aber er ist da
    Und wird immer mehr
    Und wir wissen schon gar nicht mehr wie man mit ihm
    Normal umgehen kann
    Haben es verlernt
    Schon zu lange geht es hin und her
    Jedes mal wird wieder alles durcheinander geworfen
    Aber trotzdem denke ich jedes Mal aufs neue
    Dass es diesmal für immer ruhig ist
    Dass jetzt alles einfach bleibt
    Dieses mal schaffen wir es wirklich
    Ohne schuld zu vergeben
    Einfach unser leben zu leben
    Und ich denke das jedesmal
    obwohl ich doch eigentlich weiß
    Dass dieser kurze Moment schon bald wieder vorbei sein wird
    Sehr bald

    Denn dann zieht der Sturm wieder auf
    Alles ist wieder durcheinander
    Das Leben
    Mein leben wird wieder durchgewühlt
    Meine Gefühle werden übersehen
    Und ich versuche mich wieder zu verschließen
    Obwohl es mir so weh tut
    Obwohl ich weiß dass ihr das nicht extra macht
    Tut ihr mir weh
    Aber doch kann ich niemandem einen Vorwurf machen
    Außer mir
    denn schuld bin immer ich
    vielleicht schuldig gemacht
    aber dennoch bin ich unfähig jemanden zu beschuldigen
    bin immer lieber selber schuld
    aber nicht aus Bequemlichkeit
    sondern aus Überzeugung.


  2. #2
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    1.149
    Hallo Crying_Angel_89

    Uiuiui, ist das alles ein Gedicht? Ich muss zugeben, dass ich den Rest nur überflogen habe, da Dein Werk viel zu lang ist. Dies zu lesen, wird sich wahrscheinlich keiner antun.
    Ich kann Dir nur raten, Deine Gedanken zu komprimieren.

    Liebe Grüsse
    Finja

  3. #3
    Registriert seit
    Jul 2005
    Beiträge
    6
    hey...
    ich hab echt versucht das alles zu kürzen, vielleicht gelingt es mir ja auch irgendwann...
    aber ich hab einfach das Gefühl, dass alles was in dem gedicht steht da auch wirklich reingehört, sonst wäre es unvollständig..
    ich weiß auch, dass es so wenige wirklich durchlesen werden
    aber momentan gehört alles so dahin wie es ist!!!sonst fehlt es einfach ..
    na ja...
    danke trotzdem für den eintrag und vielleicht machst du dir ja irgendwann mal die mühe wirklich das ganze durchzulesen, würde mcih freuen...
    in dem gedicht trifft nur einfach wirklich jedes wort 10000% zu

    Crying_Angel

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