1. #1
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    Talking

    Vorwort:
    Das Wort "Jüngling" ersetzt aus Gründen der allgemeinen Forumsregeln ein anderes Wort, welches ein Mitglied eines anderen Forums (mit sogenannten Profilen incl. Bild der Person) bezeichnet. Gelegentlich streikt dort der Server, dann kommt eine "Server made Boo-Boo" Meldung.

    Der Anlass dieses Gedichtes ist die allgemeine Problematik wie man sie aus Chats und Foren kennt (also recht unversell anwendbar), wo die beiden Geschlechter aufeinandertreffen und meinen gleich mit der Tür ins Haus fallen zu müssen. Den Rest kann man sich denken bzw. "zusammenreimen"...



    Die Erlkönigin
    2005, Johann Wolfgang H.S.

    Wer schleicht so gern durch die Profile?
    Es ist die Erlkönigin, die senile.
    Sie hat die Knaben voll im Blick,
    verzieht sich wieder mit Geschick.

    Wer surfed dann so spät und so geschwind?
    Es ist der Jüngling, das halbe Kind.
    Er hat nen Virus wohl in seinem Darm,
    er faßt die Maus, er hält sie warm.

    "Hey Jüngling, was birgst du so bang dein Gesicht?"
    "Siehst Mod, du das 'Boo-Boo' denn nicht?
    Zum Absturz der Server ist bald reif..."
    "Mein Sohn, es ist nur ein Werbestreif."

    >>Du knackiger Junge, komm geh mit mir!
    Gar geile Spiele spiel ich mit dir;
    Zeig dir Bilder von mir am Strand,
    mal mit mehr, mal weniger Gewand.<<

    "Mein Mod, oh mein Captain, und hörest du nicht,
    was die da mir jetzt lockend verspricht?"
    "Seih ruhig, bleib ruhig, mein Kind;
    Deine Haare säuseln im Lüfterwind."

    >>Willst feiner Knabe mehr von mir sehn?
    Die Männer bei mir schon Schlange stehn.
    Ich beherrsche das Raus und Rein,
    dir würd ganz sicher nicht langweilig sein.<<

    "Mein Mod, mein Mod, und siehst du nicht dort,
    das Nacktfoto am vielbesuchten Ort?"
    "Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau,
    du bist ja schon wieder völlig blau..."

    >>Ich liebe dich, mich reizt deine Gestalt,
    und bist du nicht willig, so machs dir selbst halt.<<
    "Mein Mod, oh mein Mod, jetzt mailed sie mich an,
    wenn Close-Ups dabei, was tue ich dann?"

    Dem Mod jetzt grausets, er sperrt geschwind
    das verdächtige Profil, er ist ja nicht blind.
    Das Werk ist vollbracht, mit Müh und Not;
    Am Monitor der Jüngling ist tot...



    Verbraucherhinweis:
    Dieses Gedicht ist auch spiegelverkehrt anwendbar...
    (Rollentausch der Geschlechter.)

    PS: Jeder erkennt hoffentlich den Ursprung der, zugegebenermaßen, stark verfremdeten Originalverse, den Autor brauche ich also nicht extra zu nennen...

  2. #2
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    das update vom erli finde ich wiklich witzig.
    schade schade, dass goethe im technischen bereich was die metrik angeht, auch hier im 2005 die nase vorn hat.Smashy
    für eine "ebenbürtige" version, müsste das dringend überarbeitet werden.
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  3. #3
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    hallo schließe mich auch an und bin für eine Übearbeitung, obwohl ich ein Schmunzeln auf der Fresse hatte
    Die erste Strophe finde ich sehr schön genau wie das wärmen der Maus aber am Ende leider etwas schwerer zu lesen


    naja nette grüße und ahoi

    Luko
    WIEDER DA:

    http://www.gedichte.com/showthread.php?t=148330

    SO LANGE HER, HABE VERGESSEN WIE MAN DIE SIGNATUR MIT EINEM LINK BESTÜCKT DER AUCH EINEN TITEL TRÄGT

  4. #4
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    Nun überarbeitet gehört es sicherlich, jedoch würde ich empfehlen mal das Original aufzufrischen, dort varriiert die Metrik nämlich auch, vor allem in den letzen Strophen:

    Erlkönig
    Johann Wolfgang Goethe

    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
    xXxxXxXxX
    Es ist der Vater mit seinem Kind;
    xXxXxxXxX
    Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
    xXxXxXxxX
    Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.
    xXxXxxXxX

    ...

    »Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
    xXxXxXxxXxxX
    Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
    xXxxXxxXxxX
    Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
    xXxxXxxXxxX
    Erlkönig hat mir ein Leids getan! -
    XxxXxxXxx

    Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
    xXxXxxXxxX
    Er hält in den Armen das ächzende Kind,
    xXxxXxxXxxX
    Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
    xXxXxXxX
    In seinen Armen das Kind war tot.
    xXxXxxXxX
    Vielleicht lieg ich aber auch grottenfalsch...

  5. #5
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    tatsächlich. ist ja die (seltene) gelegenheits mal besser als der olle gööthe zu machen...
    g.l.
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  6. #6
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    Also von wegen Metrik, da halte ich es auch wie der Dichterfürst aus Weimar)( geb. in Frankfurt/MAIN)
    Weil ich genauso wie der s.o. das ganze blöde Regelwerk nicht einsehen tuen tue . (Gibs zu du kapierst es nicht)+
    + denkt sich jemand von Euch !
    Ich habe zwar nullkommanull Ahnung von Musik. Aber unser Fachmann auf dem Gebiet der liebe Lepi
    wird doch Beipflichten, daß ein Orchesterstück das nur durch Verwendung weniger variierender Noten dahin plätschert, den Zuhörer einschlafen läßt. Warum eigentlich akzeptiert man kein Gedicht mit variabler
    Silbenzahl [kompromißbereit wie ich nun mal sein kann aber nicht in einer Strophe] zumal dadurch der Versuch erzeugt wird eine gewollte Dramatik rüberzubringen.
    Wie die Sinfonie mit dem Paukenschlag vom ollen Haydn oder war die von den Marx Brothers?

    Das Gedicht läßt Schmunzeln, wenn auch die Ursprünglichkeit, die ja eigentlich in diesem Forum erwartet
    wird, nicht zum tragen kommt. Aber es ist eine gute Leistung und muß erst einmal ( auch von dem Meckerer der diesen Eintrag schreibt ) umgesetzt werden können.

    Mit freundlichen Grüßen von mir

    dem Verfasser,
    ( der eigentlich anonym bleiben wollte)
    Sprueche 16,16

    Ich wiege und messe meine Verse nicht !
    Ich kriege darum nicht hin, kein gut Gedicht


    Nichts ist so überflüssig an einem Gedicht wie dessen metrische Analyse!!!

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