1. #1
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    Ich narrte die Vergangenheit
    und schmutzte ihre Wege.
    Umsäumte schwarz mein Tränenkleid,
    bestickte es mit Selbstmitleid,
    erbaute Trotzgehege.

    Auch pflanzte ich mein Übel aus
    und nährte es mit Schweigen.
    Ein Keim aus Selbsthass wuchs daraus,
    umrankte seicht mein Zweifelhaus
    mit zarten Lügenzweigen.

    Sie zwergten meine Freude klein
    Und wuchsen in mein Denken.
    Verkümmerten mein Menschlichsein
    mit falscher Nähe, Trug und Pein
    und Ignoranzgeschenken.

    Nun blößt sich die Erinnerung
    mit ihrer nackten Fäule.
    Des klammen Fühlens Schmerzbrandung
    ist kargem Heute Fehlerdung
    und meiner Sehnsucht Säule.

    Es dürstet mich nach deinem Wort.
    Ich lausche meiner Leere.
    Silbenstummer Marterort,
    schweigst nie der Scheinwelt Fülle fort.
    Sei der Gedanken Kehre.

    Füllertintentanz /= Sandra Pulsfort
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
    denn je.

  2. #2
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    Guten Morgen Fuellertintentanz!
    Sehr schoen,faszinierende Wortwahl und gut zu lesen.
    Es geht darum,wie man mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird,und alte,ueberholte,selbstbeluegende Muster aufloest,um letztendlich doch eine Kehre zu erwirken.Ich hoffe ich interpretiere das richtig.
    Amrei-lyrics
    Licht ist Nahrung fuer die Seele

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  3. #3
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    Hallo Füllertintentanz!

    Dein Gedicht gefällt. Die ohnehin zahlreichen und treffenden Neologismen finden bei mir ihren Liebling mit "zwergten". Allein dieses Wort vermag zahlreiche Bilder zu zeichnen und ich hebe es mir ein wenig neidisch wegen der Urheberschaft auf
    Ich mag mich nicht über Metrik ergehen, da baue ich nur Fehler ein aber eine Zeile "Des klammen Fühlens Schmerzbrandung" wirft zumindenst mich aus dem Lesefluß. Keine Ahnung ich fühle mich versucht die letzte Silbe zu betonen und das hört sich eher weniger schön an.
    Die Atmosphäre des Gedichts hinterläßt auf jeden Fall eine wunderbare melancholische Grundstimmung.

    Gern gelesen,
    gott

  4. #4
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    Hallo... bei der Größe deines biblischen Namen tue ich mich etwas schwer, ihn hier zu schreiben...

    du hast recht mit deinem Taktgefühl in dieser einen Zeile. Nach meinem Lesetempo der Strophe zur Folge müsste dort betont werden, was in der Tat unschön klingt. Ich werde es noch mal überarbeiten müssen.
    Es zeigt mir, wie aufmerksam du gelesen hast. Nur zwei Leser machten mich darauf aufmerksam,

    Danke und nette Grüße,
    Sandra
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
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