Thema: Larmoyant

  1. #1
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    Larmoyant

    (Fragment)



    Ich erinnere mich. Zurück gehen die Gedanken, in den nahen Grenzbereich, der fast noch Gestern ist. Durchbrechen den Nebelschleier, den ich so sorgsam legte, als Schutz vor dem Überfall der Sinnlichkeit. Ich überspringe das schwarze Loch, dass nun zwischen mir und Dir klafft. Das heulende Elend, das ist nicht eine Wendung, sondern ich bin es. Ein Loch stiehlt das Gefühl der Nähe und ich jammere. Jaule auf, wie ein Hund. In die Ecke getreten, durch einen fehlenden Fuß. Ein gefräßiges Nichts hat den Überschwang gestohlen, der in dem Vorgestern lag. Vakuum hat Freude am Spiel in sich gesogen. Ein Stern muss wohl implodiert sein…




  2. #2
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    Hallo Therzi,

    aus deinem Fragment geht wie ich finde eine Tatsache ganz klar hervor. Das was das lyrische Ich nun bejammert war eigentlich Nichts und klar kann ein Hohlkörper zertrümmert werden aber es macht keinen Unterschied.
    Denn es hatte wahrscheinlich von Anfang an ein Loch.
    Trotzdem wirkt das Ganze für mich auch anklagend und nicht nur weinerlich. Durch "den fehlenden Fuß" klagt das lyrische Ich hier mangelndes Rückrat an und auch die "Freude am Spiel" ist für mich eine klare Anklage.
    Das lyrische Ich hat sich auf ein Spiel eingelassen mit einem Nichts und sucht nun in sich selber das Elend- was aber vielmehr wie verletzter Stolz klingt.
    Keine Ahnung ob ich da richtig liege, so habe ich es zumindest verstanden.
    gruß
    question

  3. #3
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    Hallo question ,


    Danke für Dein Lesen, erstmal. Der Grund, aus dem ich das Fragment dennoch hier einstellte, war der, dass ich nicht wusste in wie weit man diese metaphorische Schreibweise als Leser verstehen kann. Ich scheine das dann wohl nicht so besonders gut gelöst zu haben. Das "Loch" das dort klafft, bezeichnet das Gestern. Und die Existenz des Gesterns, die das Vorgestern soweit entfernt scheinen lässt, wird bejammert. Entgegen besserem Wissen wird die Erinnerung hervorgekramt und so bewusst der Schmerz des Verlusts empfunden. Lächel, ich finde das doch recht jammerig . Danke Dir auch sehr für Deine Interpretation. Ich sehe nun, dass ich noch gewaltig an diesem Stil arbeiten muss.


    Liebe Grüße
    Anke

  4. #4
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    hey therzi also ich finde deine schreibweise sehr interessant, vor allem das "Zurück gehen die Gedanken, in den nahen Grenzbereich, der fast noch Gestern ist." finde ich eine sehr wirkungsintensive Formulierung eines doch relativ trivialen teiles deines textes.
    das einzige was mir aufgefallen ist, und das ist von dir mit sicherheit so nicht beabsichtigt, dass durch die fehlende struktur (mit absicht gewählt, denke ich mal) der leser leicht den faden verliert und erst beim 3. oder 4ten mal lesen alle sätze in ihrem zusammenhang gelesen hat (so ging es zumindest mir).
    versuche doch ein paar zeilenumbrüche einzubauen, auch wenn es dann nicht dieses rastlose ausdrückt aber das ist ja auch nicht der inhalt deines textes.

    nur eine idee.....
    gruss mari
    Wenn der Weg das Ziel und das Ziel das Glück, geh ich den ganzen Weg nochmal zurück!

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