Thema: ad absurdum

  1. #1
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    Hallo,

    hier mein neuestes Gedichterl, dieses eher als Spaßbeitrag zu werten. Leider holpert es noch ein wenig, aber metrisch bin ich halt noch ziemlich am stolpern. Schade bei diesem Gedicht, aber (für mich noch) nicht zu ändern.

    [edit]: Auf Leporellos Anregungen hin (siehe unten) habe ich das Gedicht noch einmal überarbeitet und ein paar metrische Holperer ausgebessert. Hier nun die überarbeitete Version. Die ursprüngliche Version ist der Vollständigkeit halber unten noch einmal angeführt.


    ad absurdum


    Mein liebes lyrisch’ Ich, du kannst mich
    am dichterischen Arsche lecken!
    Was soll denn hier das kindische Verstecken?
    Als Schutzschild brauche ich dich nicht,
    denn ich verfasse das Gedicht.

    Auf Metrik wird dann auch geschissen
    denn davon will ich gar nichts wissen.
    Trochäus, Jambus: irrer Wahn
    von halbverrücktem Dichterclan.

    Ja, was denn? Reimen soll ich auch?
    Jedoch ist das bei mir nicht Brauch.
    Denn wenn Gereimt’s zusammenrollt
    war’s Zufall, aber nicht gewollt.



    Und hier noch einmal das Original:


    Mein liebes lyrisches Ich, du kannst mich
    am dichterischen Arsche lecken!
    Was soll das kindische Verstecken?
    Als Schutzschild brauche ich dich nicht,
    denn ich verfasse das Gedicht.

    Und auf Metrik wird geschissen,
    davon will ich gar nichts wissen.
    Trochäus, Jambus: irrer Wahn
    von halbverrücktem Dichterclan.

    Was denn? Reimen soll ich auch?
    Doch das ist bei mir nicht Brauch.
    Wenn Gereimtes aneinander rollt
    war das Zufall, aber nicht gewollt.


    Grüße

    Thomas

    PS: Wer einen Könner zu einem ähnlich gelagerten Thema am Werk sehen will, der sollte mal bei Andvari's Gedicht "Standard-Re auf First Post" vorbeischauen, auch in dieser Rubrik.
    [Geändert durch Roderich am 20-08-2005 um 12:57]
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

    Meine Werke und meine Empfehlungen.

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    Und hier noch auf Wunsch von Nachteule etwas von ihm (als Dank für die Hilfe im Mod-Faden): Nachteule

  2. #2
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    hallo roderich, ch glaube, wir hatten noch nicht das vergnügen
    dein gedicht macht spass zu lesen. lustigerwäre es noch, wenn du über das schimpfst, was du beherrschst, also ser selbstironisch. so war es wohl gemeint, vermute ich.

    ich werde es mal spontan als vorschlag auf eien regelmässigen 4er bringen, wenn du gestattest...:

    Mein lyrisch´ Ich, du kannst ja mich
    am dichterischen Arsche lecken!
    Was soll das kindische Verstecken?
    Als Schutzschild brauche ich dich nicht,
    denn ich verfasse das Gedicht.

    Und auf die Metrik wird geschissen,
    denn davon will ich gar nichts wissen.
    Trochäus, Jambus: irrer Wahn
    von halbverrücktem Dichterclan.

    ja Was denn? Reimen soll ich auch?
    Doch das ist bei mir nicht der Brauch.
    denn Wenn Gereimts zusammenrollt
    war´s Zufall nur, und nicht gewollt.

    wenn du es laut ies, wirst du sicher schnell raushaben, wie es fluscht. viel zu ändern gabes ja nicht.
    lautlesen, exakt im takt bleiben, notfalls die finger zuhilfe nehmen (gleiche anzahl betonungen pro seite) und (!) mit sich selber streng sein.
    ansinsten hast du in s1 merkwürdige 5 zeilen, in s2+
    3 nur 4.. und entsprechend sind die reimschemen verchieden. ob man da auch noch streng sein wollte?
    gefällt mir
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  3. #3
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    Hallo Lepi,

    stimmt, wir sind uns hier noch nicht über den Weg gelaufen. Ist ja auch ziemlich voll hier. Umso mehr freut es mich, dass sich unsere Wege mal kreuzen.

    Vielen Dank für deine Verbesserungen, die ich ausgezeichnet finde! Im Text werde ich das nicht separat ausbessern, da du ja freundlicherweise schon das ganze Gedicht überarbeitet hineingestellt hast. Muchas gracias!

    Ein paar Worte dazu, wie das Gedicht gemeint ist: Die erste Strophe ist die Ausgangsbasis gewesen - das absurde Ansprechen des lyrischen Ichs in einem Gedicht. Ab Strophe 2 bin ich dann zutiefst in Selbstironie geschlittert (denn wie du siehst, habe ich es mit der Metrik noch nicht so, überdies habe ich in meinem letzten Gedicht ein paar unsaubere Reime gehabt). Da habe ich so richtig Spaß beim Schreiben gehabt.

    Im Übrigen freut es mich sehr, dass dir mein kleines Werkl Spaß gemacht hat. Das war auch die Intention des Ganzen, schön, wenn es geklappt hat.

    Grüße

    Thomas
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