I

immer um halb sieben raus
es machte uns nichts aus.
wir waren schneller weg
als wir gekommen waren
in all den jahren,
die trotz den widerständen
fest in unsren händen waren
bis sie uns entglitten sind.

an allen ecken und enden
bedienten wir uns des glücks,
das nach jedem wegstück
von einem bisschen wind
verblasen wurde - und wir verblassten
damit.



II

wenn ich daran denke, wie ich nie karten
geschrieben habe und immer allein im bus
sitze und die leute sehe, wie sie in die
stadt fahren, dann weiss ich:

ich fahre nur von ihnen weg,
mit jedem kilometer, mit jedem
gedankeblitz.



III

es ist wie ein film,
aber nicht wie im film,
wenn wir die kamera auf unsere leben halten
und die momente, die uns nichts bedeuten,
filmen.

oh ja, wir stehen da, inmitten von
bildleeren grauen betonzellen
und tapezieren die wände voll
mit kitschigen, hässlichen und wundersamen

postern und fassaden.

aber dann stehen wir schliesslich
immer noch da, verdutzt und ziemlich
unsicher im dschungel all dieser bilder.

mittendrin wird die kamera draufgehalten -
und alles was wir dann sehen ist die see,
das endlose aufeinandertürmen der wellen
und die Wucht.
[Geändert durch wasfüreingefühl am 05-08-2005 um 01:40]