Thema: Hirnbastionen

  1. #1
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    Mar 2005
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    194
    In den tiefen Hirnbastionen
    herrscht der Engstirn Diktatur.
    Knechtschaft meiner Geistdämonen
    Foltert alle Ambitionen,
    die aus Träumen sind gesponnen.
    Geißelt eure Signatur
    mit perfider Machtbravour
    in das Tuch das Sehnsucht kleidet,
    weil ihr wahre Freiheit neidet,
    bis der Feind am End besonnen
    schwört der Traum sei nun zerronnen.

    Diener der Vernunftgedanken
    Frönt euch an der Barbarei.
    Eure blutverschmierten Pranken
    weisen stinkend meine Schranken.
    Klatschen meiner Qualen Häme.
    Eure Herzenstyrannei,
    kopfbeherrschte Sklaverei,
    schindet bohrend meine Fragen,
    die sich kaum zu denken wagen.
    Während ich die Hassgunst zähme,
    schlichtend bürdend mich selbst lähme.

    Folternd wird mein Wunsch gereinigt
    im Vergessensmeer ertränkt.
    Doch wer schwimmt wird noch gesteinigt,
    ächtend von Vernunft gepeinigt.
    Bis das eigene Begehren
    von der Scheinmoral erhenkt
    seinen eignen Tod empfängt.
    Geier kommen um zu Beuten,
    kreischend seinen Leib zu häuten,
    um sich an dem Tod zu nähren
    und die Sehnsucht zu bekehren.

    Trümmer meiner Tränenwelten
    schwören Rache für die Tat.
    Wollen jeden Traum vergelten
    deren Haupt die Krieger fällten.
    Sie erheben sich zum Kriege.
    Hetzen auf zum Kopfverrat,
    weil von dort das Übel naht.
    Stürmen kreischend sein Gemäuer.
    Und entfachen Sinnesfeuer.
    Löschen aus der Bosheit Wiege.
    Leid verbündet sie zum Siege.

    Lichterloh steht nun in Flammen,
    was so lang als Kerker galt.
    Jetzt gilt es das Tor zu rammen
    um den Herrscher zu verbannen.
    Denn er soll am Pfahle hängen.
    Weil in ihm die Rohgewalt
    bis durch jede Ader schallt.
    Selbst soll er die Qualen spüren
    Aufgespießt die Sühne küren.
    In der Hitze dürr versengen
    bis die Augen sich verengen.

    Häher sollen ihn zerfetzen,
    bis Gewürm sein Fleische kaut.
    Ratten gierig auf ihn hetzen
    um die Krallen sich zu wetzen,
    in der Knochen Überreste.
    Das Gebein, das unverdaut
    mahnend nun vom Pfahle schaut.
    Plötzlich fängt es an zu Beben
    und erwacht zu neuem Leben.
    Aus ist nun das Freudenfeste.
    Ich bin selbst des Denkens Neste.


    Füllertintentanz /= Sandra Pulsfort
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
    denn je.

  2. #2
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    Beiträge
    888
    Guten Morgen Füllertintentanz!
    Eine sehr qualvolle Zeit beschrieben doch sehr gut formuliert und schoen zu lesen.
    Mir sind nur zwei Fehler untergekommen:

    herrscht der Engstirn Diktatur - sollte es nicht besser heissen :
    herrscht die Engstirn Diktatur ? Weil Es ja heisst "die Diktatur"



    von der Scheinmoral erhenkt
    hier glaube ich sollte es heissen "erhaengt"

    Amrei-lyrics
    Licht ist Nahrung fuer die Seele

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  3. #3
    Registriert seit
    Mar 2005
    Beiträge
    194
    Vielen Dank für das aufmerksame Lesen. Manchmal unterlaufen halt doch Fehler. Ich werde das erhängt andern. Den anderen Punkt lasse ich wie gehabt. Denn ich habe das "der" nicht auf die Diktatur, sondern auf "Engstirn", womit ich in meiner Interpretation "Engstirnigkeit" abgekürzt habe. Umgestellt würde es dann heißen, es herrscht die Diktatur der Engstirn. Ich meine, dass ich das so stehen lassen kann.

    Sei nett gegrüßt, Sandra
    Bewege die Schranken,
    die dich beschränken;
    und du wirst beweglicher
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