Thema: Am Burggraben

  1. #1
    sanvean Guest
    Am Burggraben

    Du, Burggraben, bist alles, was geblieben.
    Des Grafen Haus und Hof steh’n nimmermehr.
    Vergangen sind die Zeiten, lange her,
    Dass Menschen sich hier täglich ’rumgetrieben.

    Viel Meter hohes Schilf wächst nach Belieben
    Und Efeu an den Bäumen ringsumher.
    Die morschen Äste stöhnen regenschwer.
    Ach, dennoch ist das Meiste nicht beschrieben.

    Was schlummert wohl in deinen dunklen Tiefen?
    Ein Schwert? Ein Helm? Vielleicht der Burgmaid Ring?
    Die ihn in finstrer Nacht – die andren schliefen –
    Ins Wasser fallen ließ und dann verschwand?

    Die Sage spricht von einem Dichterling,
    Mit dem sie heimlich floh ins Heimatland.

  2. #2
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    Ahaa, das nächste est venu! (oder so...)
    Ein Shakespearsches Sonett. Aber von der Form her sehr ungewöhnlich.
    Das Shakespearesonnett besteht doch normalerweise aus abab cdcd efef gg.
    Du hast eigentlich ein ganz normales Sonett geschrieben und die beiden Terzette anders gesetzt, oder sehe ich das falsch?

    Auch dieses ist inhaltlich einfach "cool".
    Wobei ich sagen muss, dass mich "Komet" inhaltlich einfach mehr anspricht.
    Wie dem auch sei: Du verfasst offensichtlich Streicheleinheiten für die Seele.

    Schon mal an Veröffentlichung gedacht? Wenn ich im Lektorat säße, ich würd's nehmen.

    Voll des Lobes grüßt G.T.

  3. #3
    sanvean Guest
    Hey-do,

    ich weiß nicht, wie ein Shakespear-Sonett aussieht, mein Englisch-LK ist schon länger her ;o) Aber der Aufbau der ersten Strophen ist gleich dem von "Komet". abba abba. Nur die beiden Terzette sind etwas durcheinander: cdce de.

    Anyway, ans Veröffentlichen gedacht? Dafür habe ich noch zu wenig Material. Und überhaupt: ein weiterer Anonymus im B.o.d.-Universum möchte ich auch nicht sein. ;o)

    "Du verfasst offensichtlich Streicheleinheiten für die Seele."

    Ich verfasse das, was mich beschäftigt. Leser, die damit etwas anfangen können, empfinden Ähnliches. Nicht mehr, nicht weniger. :o)

    Dank und Gruß,
    sanvean

  4. #4
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    Jo, und das sind nun mal besagte Streicheleinheiten...

    Aus welchem Grund hast du denn, wenn es sich um ein normales Sonett handelt, die Terzette zu einem Quartett und einem Zweizeiler gemacht?

  5. #5
    sanvean Guest
    Bleibt es nicht trotzdem ein Sonett? Es hat 14 Zeilen und das Versmaß ist identisch. Nur von der Optik her... Ich könnte natürlich trotzdem zwei Terzette draus machen. Aber das würde vom Inhalt nicht so gut passen. Da gebe ich diesem dann doch eher den Vorzug. :o)

  6. #6
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    Achso, jetzt versteh ich das erst!
    Ja klar, hast recht, inhaltlich isses so besser!

    Gruß! G.T.

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