Thema: K o m a

  1. #1
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    K o m a

    Dein Schlaf hat uns die Zeit geraubt,
    hat Kindheitsbäume mir entlaubt,
    den Himmel meiner Augen gelb gefärbt,
    mir deinen Traum lang vor dem Tode noch vererbt


    Was willst du jetzt, da deine Sinne sich verweigern?
    Soll ich mit meinem Schmerz dein Blut besteigen?
    Dein Hirn lauscht still den Teufelsgeigern,
    mein Haupt will sich zur schwarzen Tiefe neigen


    Sind unsre Kinder dort in deiner Welt
    das Meer, das deine Insel zart berührt?
    Wird hell auf ihren Tränen unterm Sternenzelt
    der eine leuchten, der dich zu uns führt?


    Der Schmerz, der lauernd an der Straße stand,
    sich als ein Baum um Brust und Herz sich band,
    der ungewollt ein neues, andres Leben für uns fand,
    ich habe ihn mit meiner eignen Hand verbrannt


    Dein Schlaf wird uns der Zeit berauben,
    nicht einen Liebestraum erlauben,
    wo ich dich fand, blieb dieses Band,
    was deine Seele führte in ein kaltes Land


    Jetzt bist du jenes grüne Licht,
    das meiner Augen tiefer Schmerz.
    Wirst in Erinnerung auf ewig nicht
    die starre Linie sein vom toten Herz.






    © by Herbert Gerke 2004

  2. #2
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    Wie schon gesagt: Dein Gedicht hat mich tief berührt und wieder einmal bin ich still und nachdenklich geworden.
    Es ist so ganz anders, als mein "Koma", ganz ohne Hoffnung...
    Ich weiss nicht, was ich sagen soll.

  3. #3
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    irgendwo zwischen den vielen Buchstaben

    Glaub mir, traumfänger,
    irgendwo zwischen den vielen Buchstaben
    versteckt sich die Hoffnung. Wahrscheinlich ist
    sie weiß auf einem weißen Grund.

    Lassen wir sie ein wenig dort verweilen.

    Sie ist bisher immer wieder gekommen.


    Gruß


    H e r b e r t

  4. #4
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    "Lassen wir sie ein wenig dort verweilen."

    So sei es!


    Sie ist bisher immer wieder gekommen.

    Ich ahne sie im Traum, im Meer, in den Sternen - und im Herzschlag derer, die bereit sind, trotz allem weiterzumachen.



    traumfänger



  5. #5
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    Hoffnung und eine Stille der Kraft

    So, traumfänger,
    wird aus Düsterem und Trauer
    doch wieder und wieder
    ein Licht des Aufbruchs.

    Wir haben ganz speziell in diesem
    Land, aber auch sicher woanders,
    genauestens gelernt, uns in den
    Tod zu jammern.

    Da sind Hoffnung und eine Stille
    der Kraft gute Wegbereiter
    nach dem Gewitter.

    Herzliche Grüße


    H e r b e r t

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