1. #1
    barfly Guest
    vom autor gelöscht
    Geändert von barfly (28.08.2006 um 18:14 Uhr)

  2. #2
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    Dass man in den Aplen Muscheln findet, ist mir ja schon bekannt. Dass sich dort aber auch der Ostseesand sammelt wußte ich noch nicht.

    Ich verstehe nicht den Zeilenumbruch zwischen orangerot und Schimmern. Ich hätte ihn vor "über den Alpen" vermutet. An dieser Stelle stckt für mich ein weniger der Lesefluss. Insgesamt finde ich diese Strophe problematisch, weil sie die krassen Gegensätze nebeneinander stellt: orange Wärme/Sand - blaue Kälte/Schnee. Das ist einfach sehr schwer nachzuvollziehen, vorallem vermutlich, wenn man nie Ostseesand in den Alpen mit eigenen Augen gesehen hat.

    Aber das ist ja Aufgabe des Gedichtes, es vernehmbar zu machen, selbst wenn man es nicht erlebt hat, oder nicht?
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  3. #3
    barfly Guest
    hallo levampyre

    vielen dank für deinen kommentar.
    ich habe den zeilenumbruch geänert. es trägt zum besseren lesefluss bei.

    der ostseesand sammelt sich nicht in den alpen, sondern der saharasand.
    in der letzten strophe wird der ort benannt, an dem sich das lyr.ich befindest. eben am ostseestrand.
    der gedanke wird einfach weitergesponnen. wenn man saharasand in den alpen findet. wo könnte er dann noch sein, wo er eben weniger auffällt.
    ich habe mich durchgerungen und am ende dann noch ein fragezeichen angefügt.

    vielleicht erschließt sich jetzt auch deine erwähnte problematik von den gegensätzlichen bildern.

  4. #4
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    @groper: Wow, was für eine intelligente Kritik.

    @barfly:
    Also die Interpretation, die du erklärst, darauf wäre ich so vermutlich nie gekommen. Da fehlt das Stück Flugstrecke zwischen Alpen und Ostsee. Gerade das "fernab des salzigen Spiegels" löst das irgendwie nicht ein und das Schimmern über den Alpen wird ein lyr. Ich an der Ostsee doch nicht wirklich wahrnehmen, außer vielleicht in der Erinnerung. Da traust du dem Leser m.E. zu viel zu, aber warten wir mal ab, was andere dazu zu sagen haben.
    --LeV

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  5. #5
    apple Guest
    Hallo zusammen,

    ich hatte das Stück an anderer Stelle bereits kommentiert, muss aber dazu sagen, daß ich barfly's Idee zu den Versen und auch den Fakt, daß es Saharasand über die Alpen weht bereits kannte, bevor ich dies tat.

    Insofern ist meine Position sicherlich insofern belastet, als dass ich mich schwerlich in eine Situation der Unkenntnis beider Dinge zurückversetzen kann.

    Dennoch denke ich, daß der blinde Passagier in Verbindung mit dem fernab des salzigen Spiegels(Meeresspiegel) in eisigen Höhen den Schluß auf den Fremdverbleib des Wüstensandes in beschneiten, bergischen Gefilden zuläßt, die zweite Strophe greift diese Fremde abermals auf.

    Strophe 3 verstehe ich alsdann eindeutig als Lokalität der Gedankenfindung des lyr. Ichs (Strophe 1 und 2). Tatsächlich muss es hier "den Fremden" nicht geben - nur bietet der dortige Ostseesand als Äquivalent die Frage nach dem Woher an, ist Ausgangspunkt und "Initiator" für die Vorstellung des lyr. Ichs, wie es Wüstensand gelingt, zu den Bergen zu finden, ohne dass die Anwesenheit des Saharasandes dort und hierfür erforderlich wäre.

    Liebe Grüße
    apple
    [Geändert durch apple am 13-08-2005 um 21:21]

  6. #6
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    Ja, ja, dass der Saharasand in die Alpen transportiert wurde, hatte ich auch so gelesen. Nur dachte ich durch die genaue Beschreibung des Ostseesandes in S3, dass der Saharasand nur sinnbildlich für den Ostseesand steht und letztlich Ostseesand in die Alpen transportiert wurde.
    --LeV

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  7. #7
    barfly Guest
    es ist schon so, wie apple es geschrieben hat.
    mit dem salzigen spiegel ist das mittelmeer gemeint, welches der saharasand überqueren muss, um in die alpen zu gelangen.

    in der dritten strophe stellt das lyr.ich nun mutmaßungen an, wie sich nun der ostseestrand zusammensetzt.

  8. #8
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    Hallo,

    dank der Diskussion über die Deutung, die hier entstanden ist, habe ich das Gedicht jetzt so richtig genießen können. Beim ersten Lesen, als es noch alleine und etwas verloren hier stand, war ich noch ein wenig ratlos. Aber jetzt kann ich sagen: Sehr schön und sehr gelungen, wenngleich mancher Geist (so zB meiner) ein wenig angeschoben werden muss, um die schönen Bilder richtig zu erfassen.

    Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
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    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

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  9. #9
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    Das lesen des Gedichtes,hat mich ebensosehr erheitert,wie
    alles,was dazu als Kommentar kam.Ein grinsender Gruß von Suse
    Windsbraut

  10. #10
    barfly Guest
    @roderich: es freut mich, dass du das gedicht durch die erklärungen genießen konntest, nur und da hat levampyre recht, sollte ein gedicht für sich alleine stehen können.

    @windsbraut: vielen dank, aber wie "erheitert" jetzt auch in bezug auf "grinsende" grüße?

  11. #11
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    Hallo Barfly,

    ich denke, dass es in diesem Fall eher an meinen manchmal nicht ganz ineinander greifenden Zahnrädern im Oberstübchen liegt als an deinem Gedicht, dass ich beim ersten Mal lesen etwas ratlos war. Der Sprung von den Alpen zu der Ostsee ist zwar kein kleiner, doch durchaus zu schaffen, wie ich meine.

    Grüße

    Thomas
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  12. #12
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    Ja, es ist schon wahr barfly, dass das Gedicht meiner Ansicht nach alleine stehen können sollte. Ein Text, der in einer nicht aus sich selbst heraus Kunst ist, sondern erst die Erklärungen seines Schöpfers braucht, um als solche empfunden zu werden, muß durchfallen.

    Dennoch ist es ja gerade auch das schöne an einem Forum, dass man sich über die Texte austauschen kann. Der eine versteht es so, der andere so und wieder einer versteht es gar nicht und da kann es einem schon neue Horizonte eröffnen, wenn man sieht, wie andere die Sache aufnehmen und deuten. Das muß nicht heißen, dass die Texte deswegen weniger autonom wären oder dass der Genuß des "Beeinflussten" dann weniger genossen wäre.


    @Windsbraut:
    Vielleicht solltest du weniger kiffen. Ich glaube weder der Text, noch die Kommentare waren satirisch gemeint.
    --LeV

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