Thema: Kummergarten

  1. #1
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    Kummergarten

    Du legtest eine Decke traumgetränkter Weiher,
    ein reines Band, auf braches Niemandsland,
    und hülltest es in einen feinen Schleier,
    der sich im Sein verfing und uns verband.

    Doch deine lichten Lebenstropfen sanken
    durch tote Erde, die nur fruchtbar schien,
    und trafen schliesslich auf Granitgedanken,
    um zu verdunsten - in Gefühlskopien.

    Versetz dem Leid - dem nie erhörten Warten,
    den letzten Dolch, bevor dein Licht verweht!
    Verlass mit letzter Kraft den Kummergarten,
    der kalt und leblos meine Kreise dreht!

    [Geändert durch Andvari am 15-08-2005 um 09:15]

  2. #2
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    Hallo Andvari!

    Wieder ein sehr schönes Gedicht. Ich versuche jetzt mal eine Metrikanalyse auf die Beine zu stellen und benutze dich somit als Versuchskaninchen, ich hoffe, Du verzeihst

    Du legtest eine Decke traumgetränkter Weiher xXxXxXxXxXxXx
    ein reines Band, auf braches Niemandsland xXxXxXxXxX
    und hülltest es in einen feinen Scheier xXxXxXxXxXx
    der sich in Sein verfing und uns verband. xXxXxXxXxX

    S1: Beginnt jeweils mit einer unbetonten Silbe, V1 und V3 enden mit einer weiblichen Kadenz, V2 und V4 mit einer männlichen. Wenn ich es richtig erkenne, besteht der erste Vers aus einem 6-heibigen Jambus, die anderen Verse aus jeweils 5-hebigen Jamben.

    Doch deine lichten Lebenstropfen sanken xXxXxXxXxXx
    durch tote Erde, die nur fruchtbar schien xXxXxXxXxX
    und trafen schliesslich auf Granitgedanken xXxXxXxXxXx
    um zu verdunsten in Gefühlskopien. xXxXxXxXxX

    S2: Genau wie die erste Strophe, allerdings ist im ersten Vers nur ein 5-hebiger Jambus. In der 3. Zeile bin ich mir mit der Betonung allerdings nicht sicher (und ob es wirklich Jamben sind weiss ich auch nicht genau )

    Versetz dem Leid - dem nie erhörten Warten xXxXxXxXxXx
    den letzten Dolch, bevor dein Licht verweht xXxXxXxXxX
    Verlass mit letzter Kraft den Kummergarten xXxXxXxXxXx
    der kalt und leblos meine Kreise dreht xXxXxXxXxX

    Ok...ich bin wirklich beeindruckt. Du behälst durchgehend das gleiche Metrikschma bei. Nur das der erste Vers in S1 sechshebig statt fünfhebig, wie alle anderen, ist. Oder hab ich was falsch betont? Und selbst wenn es so ist, stören tut es ja nicht. Mich würde nur interessieren, ob ich es richtig erkannt habe.

    Ich freue mich schon auf dein nächstes Gedicht und hoffe es stört dich nicht, wenn ich mich daran übe. Weis mich bitte darauf hin, wenn ich einen Fehler gemacht habe.

    Liebe Grüße, Ashtray
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  3. #3
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    Hallo Ashtray

    Die "Versuchskaninchen-Rolle" macht mir natürlich nichts aus. Trau dich ruhig die Dinger auch schon mal in der Luft zu zerfetzen und ein „Kaninchenrücken-Pot-au-feu nach Ashtray-Art“ anzurichten. Ich freue mich über jede Rückmeldung und setze mich gerne damit auseinander .

    Ja, es sind Jamben und auch sonst ist alles genau richtig aufgedröselt worden.

    Bei der Stelle, wo du dir unsicher warst (ich glaube das war jetzt Boris-Becker-Deutsch ), liegst du auch genau richtig:

    “und trafen schliesslich auf Granitgedanken“ xXxXxXxXxXx

    „trafen“ ist klar auf der Stammsilbe (d.h. der Ersten) betont, ebenso „SHLIESSlich“ (hier müsste so ein komisches „ß“ stehen, das kenne ich als Schweizer aber nicht . Wahrscheinlich bereitete dir „auf Granitgedangen“ die Schwierigkeiten? Wenn du versuchst „Granit“ auf der ersten Silbe („Gra“) zu betonen und dann bei „nit“ die Stimme senkst, wirst du bemerken, dass dies unnatürlich klingt. Man hebt die Stimme bei der zweiten Silbe „graNIT“. „geDANken“ ist dann wohl wieder klar. Daraus ergibt sich, dass „auf“ betont wird und dein alternierendes Muster ist genau richtig.

    Danke für deine Rückmeldung und schönen Gruss

    Andvari

  4. #4
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    Hallo Andvari,


    hier also meine Analayse zu Deinem Kummergarten; ich habe die Interpretation zuvor nicht gelesen, um mir den Spaß nicht zu verderben; sollte ich etwas wiederholen, so bitte ich um Nachsicht. Vorab sei gesagt, dass mir das Gedicht sehr gefällt und dass es Spaß gemacht hat, sich damit so nahe zu beschäftigen. Es ist von den verwendeten Formen und seinem Inhalt anspruchsvoll, aber es stellt inhaltlich nicht vor allzu große Rätsel, so dass es für mich ein Lesegenuss ist.


    Die Form:

    (Bis auf eine Ausnahme) Fünfhebiger Jambus mit abwechselnd weichen und harten Kadenzen. Das bewirkt, dass die Verse sich nicht zu sanft, dafür fließend rhythmisch lesen lassen. Das Ende der einzelnen Strophen hallt nach (durch die harte Kadenz und den optischen Abstand), aber es verbindet sich gleichzeitig auch im Alternieren ( X…x) sehr gut mit der nächsten Strophe. Gefällt mir.

    Metrik mit Anmerkungen zu positiv Aufgefallenem z.B. Gleichklängen und Lautwiederaufnahmen oder sinnverwandten Worten:

    xXxXxXxXxXxXx (die eine Hebung stört nur optisch!) Du - Decke = Konsonantenaufnahme
    xXxX|xXxXxX band – brach – land; sehr schön! (kurzes Zögern, weil eine Hebung fehlt, s.o., dadurch Zaesur beim Komma)
    xXxXxXxXxXx reines (V2) feines
    xXxXxXxXxX sich – sein und verfing – verband;
    sanfter Strophennachklang durch die weiche Wortwahl

    xXxXxXxXxXx Doch- deine und Licht – Leben; sehr schön; tropfen - lässt die Stimmung sinken und findet sich in sanken, gut gemacht
    xXxXxXxXxX durch – Doch (V1) schien – licht (V1) - fruchtbare Erde ist ein gutes Bild
    xXxXxXxXxXx trafen und Granit; sehr gut gemacht, viel Reibung; hartes schliesslich
    xXxXxXxXxX(x) (da kann man sich streiten) um – zu – dunst, Klang wird sehr hart , knallige K im letzten Wort
    dunkler „knorriger“ Strophennachklang

    xXxXxXxXxXx das erste Wort ist angenehm hart; hörten - warten, sehr schön
    xXxXxXxXxX den – Dolch; synästhetisches Licht verweht, fein (unschöne Konstruktion bei Dolch)
    xXxXxXxXxXx Kraft (knackig) - Kummergarten
    xXxXxXxXxX kalt (ist auch kalt) – Kreise

    Reim: ABAB CDCD EFEF ausnahmslos sauber, Niemandsland/verband und schien/~kopien fallen angenehm auf, ob wohl ich eigentlich ko-pi-en sagen würde…

    Zum Inhalt:

    Kummergarten
    Der Titel ist ein feines Wortkonstrukt, das gleich auch die Tendenz des Gedichts sehr schön umreißt. Ich denke an Trauerweiden und an Efeu und an dunkelgrün. Die Kombination von Kummer und Garten lässt automatisch auch an Jammer denken, das finde ich gut gemacht.
    Du legtest eine Decke traumgetränkter Weiher,
    ein reines Band, auf braches Niemandsland,
    und hülltest es in einen feinen Schleier,
    der sich im Sein verfing und uns verband.
    Mich stört die Überlänge des ersten Verses etwas. Er hemmt nicht wirklich, da er ja als erster Vers dort steht, und ich verstehe, dass es sonst schwierig gewesen wäre, den schönen Reim Weiher/Schleier in dieses Gedicht zu bringen und das wundervolle Bild der „traumgetränkten..“, aber vielleicht fällt Dir da noch etwas besseres ein?
    Die Verbildlichung ist sehr stimmungsvoll, das lyr. Du schafft es, das brache Niemandsland, also (die Gedankenwelt) des lyr. Ich mit einem Zauber zu überziehen, der die Leben der beiden damit verbindet. Diese Welt des lyr. Ich’s scheint bisher niemand erreicht zu haben (Niemandsland). Dass diese Berührung erfolgreich ist sagt das „im Sein verfangen“. Die traumgetränkten Weiher, die als eine Decke genutzt werden, gefallen mir sehr. Einerseits lassen sie auf volle Gedankenseen schließen, andererseits lassen sie auch an Augen erinnern. Und sie schaffen es, dass mit dem ersten Vers eine Morgenstimmung aufkommt. Die Grundstimmung ist hier eher besinnlich positiv.
    Doch deine lichten Lebenstropfen sanken
    durch tote Erde, die nur fruchtbar schien
    und trafen schliesslich auf Granitgedanken,
    um zu verdunsten - in Gefühlskopien.
    Sofort wird die positive Haltung, mit der ich hier ankomme, von dem “doch“ gebrochen, mit einem einzigen Wort. Das Bild der befruchtenden Weiher wird umgekehrt, denn die Tropfen sinken ein, um an der verhärteten Welt des lyr. Ich’s zu scheitern. Die sichtbare Oberfläche (Erde) der Innenwelt des lyr. Ich’s sei nur eine Tarnung. Die Lebhaftigkeit nur Täuschung, es sei eigentlich tot. Und so können die Gedanken und Gefühle des lyr. Du nichts ausrichten und verpuffen an dieser Härte. Die Gefühle, die vom lyr. Ich wohl gezeigt wurden sind nur Kopien, waren nicht echt.
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    den letzten Dolch, bevor dein Licht verweht!
    Verlass mit letzter Kraft den Kummergarten,
    der kalt und leblos meine Kreise dreht!
    Hier stört mich der „Dolch“ etwas, er verweist zwar auf den Dolchstoß, das aber so direkt, dass nun der „~stoß“ da auch stehen sollte.
    Der Abschluss ist ein trauriger und bittet das Du zu gehen. Und doch: Hier wird wirklich gejammert. Behauptete doch eben noch das lyr. Ich, es sei verhärtet und echter Regung nicht fähig, so bettelt es hier. Nicht um sich (jedenfalls nicht direkt) aber es fordert das lyr. Du auf, um der eigenen Rettung wegen die Welten des lyr. Ich’s schnell zu verlassen, bevor es sich weh tut. Damit (auch wenn es „kalt und leblos“ ist) hat sich aber das lyr. Ich verraten. Es fühlt sehr wohl mit und zeigt es hier. Ich bin und bleibe Romantikerin und schließe mit dem Gedanken, dass steter Weihertropfen den Granitstein sehr wohl höhlen könnte.

    Insgesamt ein Gedicht, dass es schafft, den Kummergarten des Titels schön weiter auszumalen und eine trauriger, verzweifelte Selbstsicht auf das lyr. Ich bietet. Etwas für traurige Stunden, es sei denn man heißt Anke und liest immer etwas Positives heraus. Die gewählten Klänge unterstützen die jeweiligen Stimmungen sehr gut, weiche Konsonanten für die erste Strophe. Härtere Konstruktionen für die beiden anderen. Auch die Lautketten gefallen mir sehr gut, sie geben dem ganzen einen zusätzlichen Halt und verleihen den Worten auch innerhalb der Verse Wiedererkennungscharakter. Ein wirklich schönes Gedicht.


    Sehr gern „seziert“ ,
    liebe Grüße
    Anke

  5. #5
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    Sälü Andvari.

    Wieder einmal seit längerer Zeit darf ich mich eines deiner Werke annehmen.

    Formal wurde soweit bereits alles gesagt, dennoch möchte ich auf einige Besonderheiten im Klang und natürlich auch auf den nahrhaften Inhalt noch eingehen:

    Du legtest eine Decke traumgetränkter Weiher,
    ein reines Band, auf braches Niemandsland,
    und hülltest es in einen feinen Schleier,
    der sich im Sein verfing und uns verband.


    Das lyr. Du legt einen Schutz in Form einer Decke um das lyr. Ich. Diese Decke wärmt das lyr. Ich nicht nur, sonder lässt das Niemandsland des lyr. Ichs aufleben, gestaltete (bestimmte) das Leben des lyr. Ichs, welches zugleich ein gemeinsames wurde. "Ein Band der Liebe", deshalb gehe ich beim lyr. Ich und Du auch von zwei Personen aus und einer Beziehungsgschichte.

    Mir fällt auf: traumgetränkt ist ein tolles Wort. Das hat Klang. I.3: hülltest es in einen feinen Schleier, apropos: einen - feinen = Binnenreim (wenn mich nicht alles täuscht)
    Das "Sein" in I.4 ist quasi noch das i-Tüpfelchen

    Doch deine lichten Lebenstropfen sanken
    durch tote Erde, die nur fruchtbar schien,
    und trafen schliesslich auf Granitgedanken,
    um zu verdunsten - in Gefühlskopien.


    Das Band der Liebe der beiden schien doch nicht so stark zu sein. Irgendwie kam wohl das lyr. Du nicht so recht auf Touren. Jedenfalls fruchteten seine Bemühungen (dem lyr. Ich reiche Lebensfülle zu schenken) doch nicht, wie es zunächst den Anschein machte. Das lyr. Ich blockt ab (Granit) und dadurch scheinen beide den Weg zueinander nicht wirklich zu finden.

    Was fällt auf: Doch (obwohl unbetont) deine lichten Lebenstropfen

    Versetz dem Leid - dem nie erhörten Warten,
    den letzten Dolch, bevor dein Licht verweht!
    Verlass mit letzter Kraft den Kummergarten,
    der kalt und leblos meine Kreise dreht!


    Schliesslich die Stellungsnahme: Das lyr. Ich will den Kummergarten (ihre gemeinsame Saat, die nicht gekeimt oder gewachsen (verdorrt) ist) verlassen, sprich es sagt dem lyr. Du, es solle dies tun. Damit kann das lyr. Ich seinem Elend entgehen. Ziemlich bequem vom lyr. Ich? Ja, es macht den Anschein. Aber da das lyr. Du das lyr. Ich "in die Fänge gelockt hat" nicht ganz so unverständlich. Ziemlich egoistisch? Nein, denn auch das lyr. Du scheint unter der vorherrschenden Situation zu leiden (bevor dein Licht verweht). Kurzform: Lyr. Ich zum lyr. Du: "Geh! Es ist für uns beide das beste."

    Auffällig: Versetz, letzten, letzter, Kraft den Kummergarten, kalt, Kreise

    Hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen. Die erste Strophe besonders.

    Zu den Anmerkungen: Wirklich sicher bin ich mir nicht, ob dies von dir beabsichtigt war. Dennoch wollte ich auch besonders auf die Klangfarbe achten, üben kann nie schaden (wenn ich auch mein Wissen noch vertiefen muss) und auch dieser Aspekt wird bestimmt für mich in nächster Zeit nützlich sein.

    A lieba Grues,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

  6. #6
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    Hallo ihr beiden

    @therzi
    Zu deiner sehr nützlichen und ausführlichen Antwort und zur vor allem zu deiner Rasierklingen-Sezier-Interpretation, habe ich ja schon Stellung genommen. Kompliment und vielen Dank noch mal. Wieder mal ein gutes Beispiel, bei welchem die Analyse/Interpretation das Gedicht übertrifft.


    Hallo Olaja

    >> Wieder einmal seit längerer Zeit darf ich mich eines deiner Werke annehmen.
    Äehm das klingt ja fast, als wär’s jetzt eine Zeit lang verboten gewesen - ne ernsthaft, es ehrt mich, dich hier drin zu lesen, danke für dein Re.

    Ja, „traumgetränkt“ fand ich irgendwie auch schön, deshalb habe ich es trotz dem enthaltenen „k“ genommen (bei Decke hat mich das „ck“ nicht gestört, da es nicht so hart gesprochen wird wie bei Kreis oder Kummer).

    Ich habe tatsächlich auch mit der Lautmalerei herumgespielt (z.B. „o“ aus der ersten Strophe verbannt) du hast da ziemlich viele meiner Kniffe herausgelesen (wer weiss - evtl. sogar noch ein oder zwei zusätzliche ).

    Und ja, die zusätzlichen Reime in S1 bei den V2&3 sollen das Band der traumgetränkten Weiher noch etwas unterstützen.

    Mit deiner schonungslosen Darstellungsweise (fett gedruckt und zusammengezogen) kommt natürlich nun das „etz“-Thema aus Strophe 3 nicht so gut weg, weil man sehr schön sieht, dass es auf der Wiederholung von „letzen(r)“ beruht ....

    Interessant finde ich deine Interpretation zum Verhalten des lyr. Ich. Da liest man bei dir eine grosse Portion Eigennutz des lyr. Ich heraus, was im interessanten Kontrast zur Interpretation von therzi steht. Auch das hier: „irgenwie kam das lyr. Du nicht so auf Touren“ und „...lyr. Du das lyr. Ich in die Fänge gelockt hat“ eröffnet mir eigentlich eine ganz neue Perspektive, sozusagen mit umgekehrten Vorzeichen – gefällt mir.
    Auch deine pragmatische Zusammenfassung passt da gut rein, einzig mit den „Gefühlskopien“ und dem „...Kummergarten ...meine Kreise dreht“ habe ich bei dieser Lesart etwas Mühe.

    Vielen Dank für dein aufschlussreiches Re und schönen Gruss von mittleren Landen

    Andvari


  7. #7
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    kritikerkritik

    ihr seit ja grauenhaft!!!
    metrikanalyse: was soll die (unnütze) arbeit? der verfasser weiss doch, dass er es im griff habt. und ihr doch auch, wenn ihr das gedicht ruhig gelesen habt. allenfalls ist man mal um einen tipp froh, wenn man sich mal verzählt hat, oder merkt, dass an es anders lesen kann, als man es selber immer getan hat.

    hat mir sehr gefallen.
    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  8. #8
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    @ leporello

    Danke für das nette Kompliment, ich (bzw. wir) sei grauenhaft Da ich dies unter keinen Umständen auf mir sitzen lassen kann, nun meine Erklärung, warum ich die Metrik analysiert habe:
    Wie du in meinem Beitrag lesen kannst, habe ich den lieben Andvari als Versuchskaninchen benutzt, um Metrikanalysen zu üben. Er hat mir in diesem Bereich viele hilfreiche Ratschläge gegeben und sich eine Menge Zeit genommen, um mir in diesem Bereich zu helfen. Da ich ihm zeigen wollte, dass ich eine fleißige Schülerin bin, habe ich mich bei seinem Gedicht direkt an die Arbeit gestürzt, denn bei seinen Werken fällt eine Analyse nicht so schwer, da die Metrik perfekt ist. Man muss ja klein anfangen
    So, dieser Beitrag ist zwar nicht besonders wichtig gewesen, aber ich musste doch meinen Kommentar dazu abgeben.

    Liebe Grüße, Ashtray
    I want to live where soul meets body. (Death Cap For Cutie)

  9. #9
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    Lach , Lepi,

    zu einer kompletten Analayse gehört es für mich dazu; hätte ich gesehen, dass Ashtraygirl das bereits gemacht hat, dann hätt ich es weggelassen. Obwohl mich die zwei Minuten nicht wirklich überbelastet haben.

    Außerdem wollte ich mir erklären, warum ich in Vers zwei etwas stockte, hab ich für mich auch rausgefunden.

    Bei Andvari hab ich viel mehr nach den Lauten und Klängen gepürt... Fand ich wesentlich interessanter.

    Apropos, Lepi... Klänge... ???


    Liebe Grüße
    Anke




    Ach, und lieber Andvari , gern geschehen, obwohl es so aussieht, als hätte ich die Analyse dann doch lieber nebenan belassen, wo sie entstand. Soll ich sie hier wieder löschen? Liebe Grüße an Dich!
    [Geändert durch therzi am 02-09-2005 um 18:17]

  10. #10
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    Hallo Andvari,

    Nicht oft bekommt man solch gute und wunderbare Gedichte zu lesen, im Lesefluss vollkommen und Bilder, die von selbst entstehen.
    Großes Kompliment und Anerkennung.

    Bei allem Verständnis für Analysen, die ja Interesse bezeugen,
    tat es hier ein wenig weh. Hier fühle ich wie Leporello.
    Man sieht es doch auf Anhieb, dass Du es beherrschst.

    Liebe Grüße,
    Dana

  11. #11
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    Hallöle

    @lepi
    Hey! Der Effekt war ja wohl, dass ich nun einen Kommentar von dir bekommen habe - und dies in "Trauer und Düsteres" - will heissen dass mich die x-e zum stolzen Besitzer eines "Nicht-Liebe/Romantik/Erotik-Lepikommentars" machten - eine rare Perle sozusagen . Vielen Dank also dir und den x-sen dafür (ich habe jetzt einfach mal eigennützig angenommen, dass dein "hat mir sehr gefallen" dem Gedicht und nicht den x-sen galt..

    PS: Ashtray hat ja erklärt warum und sie hatte doch auch konkrete Fragen zu S2V3 - und therzi hat zu den x-sen ja ne sehr schöne Komplettanalyse geliefert.

    @Dana
    Huups, vielen Dank für deine Komplimente zum Gedicht.
    Mmm, also ich finde es immer interessant, wie und ob jemand überhaupt etwas aus einem Gedicht liest, ob es ihm irgendetwas zu sagen vermag. Zu diesem hier gab’s z.B. auch schon den Kommentar, dass man inhaltlich nicht viel herauslesen kann, da die Bilder nur schwer eine konsistente Einverleibung ermöglichen. Gerade deshalb fand ich die inhaltlichen Rückmeldungen von therzi und olaja sehr interessant.
    Und ob ich es beherrsche weiss ich wirklich nicht... meistens habe ich das Gefühl es würde mich beherrschen – aber egal.
    Vielen Dank noch mal für deinen Kommentar .

    Gruss an alle

    Andvari

  12. #12
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    @Andvari:
    Hm, verboten nicht direkt - aber ich dachte da eher an meine private und technische Situation, an die Tage der Abwesenheit. Mich ehrt es deine Gedichte kommentieren zu dürfen, eh können.

    Über die "Gefühlskopien" und den "Kummergarten, der meine Kreise dreht" werde ich nochmals nachdenken. Wenn sich meine bisherige Vorstellung des Inhalts dadurch nicht verändert, werde ich natürlich eine ausführlichere, begründete Stellungsnahme zu meiner Interpretation nachliefern.

    @lepi:
    Elender Minimalist!

    peäs: Wi stiites igentlich mitum Konzärt resp. mitum Chorlied? Wen i mau Zitt füne chemen i schüsch gär ama a Prob cho lose...


    Schöna Sunntigabe no öich zwe,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

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