Augenschmaus


Wie misst man die Beachtens-Werte
von Augen, deren Funkeln nährte
das Feuer-Fest, das bunt entfacht,
in herbstlich kalter Sommernacht,
als über flachen Tellerrand
ein Lachen ohne Warnung fand
den Weg in meine Magengrube,
wo Dame, König, Ass und Bube
sich sonst beim Spiele der Gefühle
erweisen als berechnend Kühle,
als Spießgesellschaft ohne Joker,
die nichts dem Zufall überlässt beim Poker?

Ein Tisch, zwei Stühle, meine Meinung:
Was nah mir saß, war Glanzerscheinung,
die lichter gar denn Kerzenschein
mir brennend fiel ins Herze ein,
sodass, vom Weine reich beseelt,
den rechten Ton ich weit verfehlt,
zu sagen, dass sie leicht geschafft
zu binden mich in Zauber-Haft,
in dieser und gefolgter Stund,
ich ihrer bloß gedachte, und
auch später, als ich reimgekehrt,
spürt´ ich noch, wie ihr Blick mich ehrt.

Zum Abschied gab ein glühend´ Mund
auf meine Wangen manchen Grund,
zu hinterlassen Versabdrücke,
in denen aneinanderrücke
Stroph´ um Stroph´ ich nun, bedeutend,
dass ich, die Reimesglocke läutend,
begehre jener Augen Glanz,
in dem ich neulich, voll und ganz,
gebadet meiner Seele Flügel,
die niederschreibt nun Ungezügel
und Wortlaut, der im Sinn verdichtet,
sich an des Kusses Spender richtet.