1. #1
    Registriert seit
    Jun 2005
    Ort
    Bad Dürkheim
    Beiträge
    188
    Warterei die niemals endet,
    Gutes was zum Bösen wendet,
    was für den Stier das rote Tuch,
    ist für mich der Arztbesuch.

    Nach unendlich langen Stunden,
    werd ich endlich neu verbunden,
    einfacher ist’s gut zu kochen,
    schrecklich so ein Bruch der Knochen.

    Gipsverband und dicke Binde,
    hart wie einer Buche Rinde,
    das ganze scheint doch ganz stabil,
    furchtbar nur, es juckt sehr viel.

    Unmöglich sich nun kratzen,
    zieht man ziemlich doofe Fratzen,
    denkt dabei dann ziemlich keck,
    ich halt’s nicht aus, der Gips muss weg.

    Mit den Krücken durch die Gegend,
    schwerfällig sich fortbewegend,
    zweimal jede Woche dann,
    geht’s zu Arzt gleich nebenan.

    Kann nicht laufen, nicht mehr liegen,
    möcht vor Juckreiz mich verbiegen,
    leider bliebt mir daher nur,
    zu überstehen die Tortur.

    Mit Fernseher und Videospiel,
    vergeht der Zeit nicht allzu viel,
    Gott sei dank lenkt es doch ab,
    ich halte alle hier auf trab.

    Hol mal jenes, bring mir mal das,
    ein Gläschen Wein, ein Bier vom Fass,
    noch ein paar Kekse dann dazu,
    nun will ich schlafen, gib schon ruh.

    Ich will das sehen, schalt nicht um,
    tust Du es doch bist Du nur dumm,
    lass mir schon mal Wasser ein,
    ich will heut frisch gebadet sein.

    Hab keine Lust, mach Du mal das,
    die Blumen sind auch viel zu nass,
    Du sollst sie doch nicht gleich ertränken,
    und wie Titanic sie versenken.

    Saug mal Staub auf meine Weise,
    doch beachte: bitte leise,
    schließlich bin ich hier der Kranke,
    ständig hier mit andren zanke.

    Schüttel mir mal auf das Kissen,
    wie das geht müsstest Du wissen,
    bring mir doch noch mal die Decke,
    damit ich hier nicht verrecke.

    Mir ist zu kalt, mir ist zu warm,
    bring das her, sei nicht so lahm,
    mach mal das und tu mal dies,
    meine Laune wird sonst mies.

    Ab ist der Gips, ich bin befreit,
    doch eins ans andere sich Reiht,
    jetzt heißt es: hast Du grad mal Zeit,
    tun wir Dir denn gar nicht leid?

    Mir tun jetzt die Füße weh,
    hab geprellt mir meinen Zeh,
    als ich für Dich rumgerannt,
    mit Deinen Sachen in der Hand.

    Könntest Du nicht heut und morgen,
    auch einmal um mich Dich sorgen,
    vielleicht auch die ganze Woche,
    oder gar die Zeitepoche…

    Und die Moral von der Geschicht,
    nutze aus den Nächsten nicht,
    denn ist Dein Leiden dann vorbei,
    beginnt für Dich die Rennerei!!

  2. #2
    Registriert seit
    Aug 2005
    Beiträge
    12
    Also ich hatte noch nie was gebrochen und wenn ich dieses Gedicht so lese bin ich froh drum. Und ausnutzen zahlt sich echt nicht immer aus. (erfahrung gemacht! >.<)

  3. #3
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Puch/Salzburg
    Beiträge
    1.842

    Lesen zahlt sich aus

    Mit Genuss gelesen.
    Lg
    Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Was erzählt man von sich und was nicht?
    Von Rumpelstilz im Forum Vorstellung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 08.06.2018, 21:06
  2. Er mag sich nicht
    Von almebo im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 01.01.2014, 01:20
  3. Sie gibt sich nicht auf.
    Von Nin1993 im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 26.03.2010, 18:21
  4. Weil das Leben nichts mehr zahlt
    Von Galapapa im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 21.10.2008, 18:05
  5. Sich öffnen ist nicht dasselbe, wie sich nicht verschließen!
    Von Foxy Lady im Forum Bibliothek - Interpretationen und Gespräche
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 04.09.2003, 12:10

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden