Thema: Sterbeweg

  1. #1
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    Aug 2005
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    Er war gebrochen
    Als er kehrte zurück
    Man hat seinen Verlust gerochen
    Denn er verlor jedes Stück.

    Sein linkes Bein hinkte, sein Gang war lahm,
    Und wie er stank, als er nach Hause kam.
    Es war der Geruch der Niederlage,
    der Schweiß und das getrocknete Blut
    In den Augen zu lesen die Frage:
    Wie wird das alles je wieder gut?

    Sein trüber Blick die Sonne suchte
    Er dachte zurück als er versuchte
    Seinen Atem anzuhalten
    Vor seine Augen traten dunkle Gestalten.

    Er zitterte am ganzen Körper
    Und konnte das nicht verdrängen,
    Er keuchte nun hörbar,
    Kehrte zurück zu seinen Anfängen.

    Und er dachte an seine Lieben,
    Die ihn als Kind Angst eingetrieben.
    Dachte an seinem Bruder, den Großen,
    Der ihn einst wollte von der Treppe stoßen.

    Er musste denken an Vater,
    der zugleich sein Opa war,
    Wie er ertränkte den geliebten Kater,
    Doch ihn selbst liebte er ganz und gar.

    Und als er abends nach Hause kam,
    Blaugeschlagen und voller Scham,
    Verprügelt von den großen Jungen,
    Fast totgeschlagen, wär ihm die Flucht nicht gelungen.

    Und er schlich sich an seiner Mutter vorbei,
    Doch sie hörte ihn, sah ihn an, entlöste einen entsetzten Schrei.
    Sie kam heran, bewarf ihn mit Blicken vorwurfsvoll
    Er wusste, sie würde weinen diese Nacht
    Er selbst weinte sein Kissen nass.

    Als er verschenkte einer Frau einen Teil seines Herzens
    Die ihn lenkte durch das düstere Tal seelischer Schmerzen
    Die ihn in die Irre führte, mit ihm spielte ihr Spiel
    Und Ihn zutiefst berührte, bis er in die Tiefe fiel.

    Und er taumelte und kroch umher
    Versprach sich, zu verschenken kein Stückchen seines
    Herzens mehr.

    Doch die Versuchung, sie war zu stark
    Bis er wieder vor ihren Füßen lag.
    Viele Frauen haben ihm wehgetan
    doch überstand er das, bis der Krieg dann kam.

    Er hatte Mut, betrug sich als Held
    Ließ aus seine Wut auf dem Schlachtenfeld
    Er siegte immer wieder, Stolz lag in seinem Gang
    Schaute auf allen nieder, die im Kampfe er bezwang.

    Und er hielt nun dem strengen Blick der Mutter stand
    In dem er noch nie solch eine Ehrfurcht fand.
    Die großen Jungen, sie schauten nun auf
    Anerkennend, doch er spuckte darauf.

    Das alles war jedoch nur Schein
    Der glückliche Beginn vom traurigen Untergang.
    Denn der Krieg machte ihn klein,
    Löschte die Träume, an die er sich hang.

    Seine Ehre, sie war nun dahin
    Verweht im Wind der Niederlage
    Als wär er wieder das ängstliche Kind
    Seiner trostlosen Anfangstage.

    Nun stand er einfach da
    Und starrte ins Leere
    Doch was er sah, war der Wahnsinn
    Eine noch nie erlebte Schwere.

    Er sah Farben und Formen, die waren nicht da
    sah Kreaturen vor sich tanzen ganz nah.
    Sah allen Schrecken wieder,
    den er erlebte,
    Die Axt, die sein Bruder über ihn erhebte.

    Dann das Flüstern tief in seinen Ohren
    Der Wahnsinn hatte ihn auserkoren
    Alles schmerzte und alles stach
    Bis er schließlich zusammenbrach.

    Sein Atem stockte, hielt mal an
    Er zitterte als er endlich wieder Luft bekam.
    Sah keinen Himmel mehr über sich
    Nebel kam auf, weiß und dicht.

    Bis er sah den Horizont nicht mehr.
    Nur diese Farben und Muster so sehr,
    Dass sie brannten in seinen Augen,
    Sich vermehrten, den Verstand aufsaugten.

    Ihn entfuhr der Todesschrei,
    Eine Schmerzenswelle kam auf.
    Aber es ging langsam vorbei
    Und der Tod nahm seinen Lauf.

    Die Farben immer mehr verblassten
    Er sah Hände, die ihn fassten
    Diese großen, knöchernen Hände
    Spürte sie schon von Anbeginn
    Wie es sagte die Todeslegende
    Die ihn nun kam das letzte Mal in den Sinn.


  2. #2
    Registriert seit
    Jul 2005
    Beiträge
    12

    Ich finde das das Gedicht gelungen ist , auch wenn du bei ein paar Stellen deine Reime ändern solltest weil es zu sehr stockt oder einfach nicht passt.

    Ursprünglich eingetragen von Peripherie
    Er dachte zurück als er versuchte
    Seinen Atem anzuhalten

    das mit dem versuchte / anzuhalten hat beim lesen zu sehr gestockt


    i]Ursprünglich eingetragen von Peripherie [/i]
    Er wusste, sie würde weinen diese Nacht
    Er selbst weinte sein Kissen nass.

    Mit dem weinte / Kissen nass diese Stelle hat mich aus meinen Vorstellungen und dem zusammenhang gerissen . Tiefes Loch

    i]Ursprünglich eingetragen von Peripherie [/i]
    Doch die Versuchung, sie war zu stark
    Bis er wieder vor ihren Füßen lag.
    Viele Frauen haben ihm wehgetan
    doch überstand er das, bis der Krieg dann kam

    Der Sinn dieser Strophe ist mir klar aber die Endungen wiedersprechen sich
    Das waren die Dinge die mich sehr gestört haben aber An sich ist dieses Gedicht sehr gut gelungen
    Der Tod erwünscht ,
    das Leben mir verhasst

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