1. #1
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    Naturalienkabinett (Natur++)

    Mein Blick schweift umher im Raum,
    Sucht nach einer Natur.

    Ein Kastanienrot,
    Jedoch keine Kastanie.
    Ein Zitronengelb,
    Doch die Zitrone fehlt.
    Ein Himmelsblau,
    Ohne jeglichen Himmel.

    Wo ist denn die Natur?
    Das Grün? Das Grün?

    Dort, ein Schneeweiß,
    In der Sommerhitze.
    Ein Veilchenviolett,
    Ohne den lieblichen Veilchenduft.

    Mein Grün! Mein Grün!
    Dort ist mein Grün!
    Mein Smaragdgrün,
    Mein Fichtengrün,
    Mein Naturgrün,
    Mein Lebensgrün.

    Ich reibe an der Stelle,
    Pechschwarz.

  2. #2
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    Hallo cuckoo!

    Mal vom formalen ganz abgesehen... Wow! Nichts aufsehenerregendes der Inhalt, aber das Ende - grandios. Das Fehlen der Natur gibst Du fast erzählerisch wieder, ähnlichen Empfindungen hatte wohl schon jeder mal. Aber gerade wo Du dem Leser einen Hoffnungsschimmer durch ein farbsymbolisch auch gern mit Hoffnung überladendes Grün gibst, verwehrst Du ihm diese Erlösung.
    Ich rätsle zwar immer noch über das Schwarz, gern mit Tod in Verbindung gebracht, aber warum verdammt nochmal durch Reiben? (Wahrscheinlich gibts dafür eine ganz einfache augenscheinliche Lösung...)

    Sehr gern gelesen
    gott

  3. #3
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    Hallo gott, (auch wenn mir diese Anrede etwas suspekt erscheint xD)

    es freut mich sehr, dass dir mein Gedicht zusagt.
    Wie du richtig erkennst, habe ich mir in diesem Gedicht hinsichtlich der Form, Metrik und Strophenlänge weithin Freiraum gelassen. Ich entschied mich für eine einfache, lesbare Form und - analog zum Inhalt - eine unregelmäßige, "gestörte" Metrik.
    Das "reiben" auf dem herbeigesehnten Grün erklärt sich eigentlich von selbst, wenn man die vielen Enttäuschungen betrachtet, die das lyr. Ich erleiden muss bis es "sein" Grün findet. Nach anfänglich überschwänglichem Enthusiasmus, das zu finden, wonach er so lange suchte, überfällt ihn ein Zweifel an der Natürlichkeit seiner Natur. Er reibt daran, wie als wenn man seine Augen reibt beim betrachten von etwas Unglaublichem. Daraufhin erkennt er, dass es die Natur, wie er sie sich sehnt, nicht mehr gibt. Er lebt in einer "pechschwarzen" Welt.

    Vielen Dank für die Lesung ;D

    Liebe Grüße,
    cuckoo
    Ich bitte um Kritiken. Sie fallen bei mir sehr rar aus:
    Naturalienkabinett (Natur++)
    Wenn die Liebe spräche
    Die neue Wissenschaft
    Schicksalseigentum
    Danke vielmals.

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