Thema: Außer mir

  1. #1
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    Außer mir

    Siehst du am Himmel hängen
    All die Sterne dort?
    Wer trägt sie, frag’ ich, jede Nacht
    So weit weg hinfort?


    Wir griffen nach den Sternen,
    Vom Strom so gänzlich unberührt.
    Um uns von alldem zu entfernen,
    Was nicht entlang der Linie führt.

    Mit nur einem Weg vor Augen,
    Bauten wir ein Sternmobil.
    Wissend: Ja, es würde taugen,
    Hoch gesetzt war unser Ziel.

    Den Sternenhimmel zu erreichen.
    Mondgeblasen schraubten wir.
    Bis hin zum ersten Segelstreichen.
    War niemand dort noch --

    (Alexius)
    Geändert von Alexius (17.01.2006 um 13:41 Uhr)
    Kräfte walten Tag und Nacht
    Und in dessen Anbetracht
    Werde ich in meinem Leben
    Nie daran denken aufzugeben.
    - Alexius

    Worüber schreibt er?
    Trauer und Düsteres: In der Finsternis Liebe und Romantik: Außer mir
    Hoffnung und Fröhliches: Rügen heißt mein Domizil, Erinnerungen, die nie vergehen

  2. #2
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    Hallo,



    Mhhh dein Gedicht klingt so, als wäre es mal gewesen und ist nicht mehr so, kann das sein?
    Deine ersten Zeilen finde ich ein wenig abgegriffen... Sterne hängen...und fragst du dich wirklich, warum die Sterne da hängen? Ich könnte dir ein wenig Physik/Chemie Unterricht geben? *grinsbreit*
    Aber du bleibst nicht bei dem abgegriffenen Worten.. das ist gut! Was bei deinem Gedicht positiv ist, das ich den traurigen Eindruck habe, das es nun nicht mehr so ist.
    Worüber ich arg gestolpert bin, der letzte Satz: War niemand dort noch...
    hast du da was vergessen???? *lächel*
    Also ich denke wenn du ein wenig an dein Gedicht noch rumbastelst, dann könnte es wirklich richtig toll werden.


    Liebe grüße katrin

  3. #3
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    Schön guten Abend,

    zu deiner ersten Frage: die oftmals in Vergangenheitsform benutzten Verben bestätigen deinen ersten Eindruck. Dass dem Leser ein abgeschlossener Vorgang vor Augen geführt werden soll. Dass genau jener Zustand nicht länger währt, beziehungsweise vorzeitig sein Ende fand, wird mit dem Konjunktiv versucht zu vermitteln.

    Zu deinem Einwand bezüglich der [kursiv geschriebenen] "Einstimmung": Der Ausdruck "abgegriffen" trifft dies außerordentlich gut. Beschrieben wird die Idee, vielmehr die "Grundlage", auf der die Beiden, auf die während des Folgetextes näher eingegangen wird, ihre Beziehung aufbauten. Vielleicht eine Art "unsichtbares Band" - "etwas", das nur diese beiden (frisch) Verliebten miteinander verbindet. Jeder kennt das, mir will so spät am Abend keine geeignete Bezeichnung dafür in den Sinn kommen.

    Zu deiner letzten Anmerkung, den letzten satz betreffend: "Vergessen" wurde dort nichts.
    Entweder man nimmt diesen Satz, so wie er dort steht, hin - als Schluss, kurz und prägnant formuliert.
    Oder man folgt meiner eigentlichen Intention, wobei ich lediglich noch einmal auf den Titel des Gedichts verweise.

    Eine geruhsame Nacht wünsch' ich,
    Gruß, Alexius.
    Kräfte walten Tag und Nacht
    Und in dessen Anbetracht
    Werde ich in meinem Leben
    Nie daran denken aufzugeben.
    - Alexius

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  4. #4
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    ...
    Mondgeblasen schraubten wir.
    Bis hin zum ersten Segelstreichen.
    War niemand dort noch

    außer mir

    (?)

    hallo Alexius,

    so (s.o.) gelesen, denke ich weniger,
    dass hier etwas fehlt. Ob´s in deinem Sinne ist,
    kann ich jedoch nicht wissen...

    dein Bild gefällt mir doch sehr. Es nimmt mich mit,
    auf eine Reise und lässt meinen Blick in Richtung (unerfüllte?)Sehnsucht schweifen, das jedoch ohne Wehmut.

    Allerdings irritiert mich die Interpunktion:

    ´Wir griffen nach den Sternen,
    Vom Strom so gänzlich unberührt.
    Um uns von alldem zu entfernen.
    Was nicht entlang der Linie führt.´

    so wie ich es verstehe, sollte nach d. 2.und 3.Zeile ein Komma stehen (?), sofern sich "unberührt" auf "wir" beziehen soll. Ebenso bezieht sich doch "was" (4.Zeile) auf "alldem" (3.Z.), also sollten diese beiden Sätze mit einem Komma verbunden sein. Oder seh´ ich das verkehrt ?
    (Strom schreibt sich übrigens, soviel ich weiss, mit "h")

    die erste Z. d. 3.Verses stellt den Nebensatz zu "hoch gesetzt war unser Ziel" dar, darum würde ich nach "Ziel" auch ein Komma setzen.
    ab hier schmeiss ich meine kompletten Erinnerungen an jegliche Interpunktionsregeln aus dem Fenster - erklär´s du mir bitte, warum du nach jeder Zeile einen Punkt gesetzt hast.

    mlG
    Kraut

    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  5. #5
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    Hallo dieSchattenblume,

    So wie du es liest, war es vom Autor auch angedacht.

    Ja, ich habe überlegt, wie ich diesen für mich "scheußlichen" Reim ("mir" auf "wir") umgehen oder zumindest ein wenig "schmackhafter", "kunstvoller" gestalten kann.

    Das "Mitnehmen auf eine Reise" hat mir bei deiner Beschreibung besonders gefallen.
    Das "?" hinter dem Unerfüllt kannst du getrost wegnehmen.
    Ob nun ohne Wehmut... ich glaube, das lyrische Ich trauert dem Ganzen schon ein wenig nach, vor allem den Mühen, die man sich gemacht hatte.
    Aber ich stimme dir zu, die romantischen Umschreibungen lassen die Grundstimmung - wie ich finde - weniger wehleidig erklingen.

    Zu dem Setzen der Satzzeichen: Beim Ersten werde ich "nachgeben", das Komma erscheint mir dort tatsächlich sinnvoller. Aus den von dir angegebenen Gründen.
    Strom ohne "h".
    Dritte Strophe, letzter Vers - richtig - dort müsste ebenso ein Komma gesetzt sein. Nur beende ich eine Strophe äußerst ungern mit einem Komma. Dass der erste Vers der letzten Strophe direkt daran anschließt, ist - denke ich, hoffe ich - auch "so" ersichtlich. Nennen wir es einmal "dichterische Freiheit". In der letzten Strophe folgen dann nur noch "Sätze", sie läuten das Ende - im doppelten Sinne - ein. Kurz, abgehackt, dem "Höhepunkt" entgegenfiebernd.
    Ich hoffe, meine Erläuterungen konnten dir weiterhelfen.

    Hab mich übrigens sehr über deinen Eintrag gefreut.

    Eine angenehme Nacht,
    mit Gruß zurück - Alexius.
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    - Alexius

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  6. #6
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    Hm, es wurde von Schattenblume schon alles gesagt...
    Ein sehr schönes Bild´! Auch ich habe mich mitgenommen gefühlt.

    Liebe Grüße


  7. #7
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    hab ich´s doch geahnt,
    dass deine vielen Punkte in reinster Absicht
    von dir gesetzt wurden...

    "dichterische Freiheit" hin oder her, ich empfinde
    die Punkte nach jedem Vers immernoch sehr störend,
    vor allem, wo du dadurch - wie du selbst sagst -
    das "Ende einläuten" willst. In meinem lyr.Ohr
    knallts aber mehr als es läutet
    und kommt doch, besonders aufgrund der romantischen Grundstimmung, sehr hart rüber.

    ach ja: mein "h" im Strohm werd ich wohl
    nicht so schnell los werden. Was meine Deutschkenntnisse
    betrifft, konnt ich damit wohl nicht wirklich "punkten"


    "Mondgeblasen schraubten wir" ist mir übrigens
    auch unklar. woran habt ihr denn geschraubt -
    am Sternmobil ? und wie habe ich "mondgeblasen" zu verstehn ?

    bis denn...




    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  8. #8
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    Hallo

    ... hm... zu den Interpunktionen bleibt mir nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich empfand - und empfinde - sie so, wie sie jetzt dort gesetzt sind, durchaus als passend.

    "Mondgeblasen schraubten wir."

    Ganz richtig erkannt, an dem "Sternmobil" wird herumgeschraubt.
    "Mondgeblasen" - von der Nacht angetrieben, beflügelt. Das "geblasen" harmoniert - wie ich finde - wunderschön mit dem im Folgevers erwähnten "Segel(streichen)". Aber natürlich möchte ich keinem Leser vorschreiben, wie er jene Zeilen "zu verstehen hat".

    Einen schönen Gruß und ein erholsames Wochenende,
    Alexius.
    Kräfte walten Tag und Nacht
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    - Alexius

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