1. #1
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    Schaurig hallt Trommelklagen
    durch die sturmgepeitschte Nacht
    zu begegnen Heeresscharen
    beschworen wird die dunkle Macht

    Schwefelgelbes Licht erhellt
    gespenstisch-anstvoll Szenerie
    Meeresströmung reissend schnellt
    Windschreiter heult voll Argonie

    Roms Heere rücken langsam
    durch die Meeresenge an
    ducken sich im Winde furchtsam
    Singsang hält sie fest im Bann

    Alarm über die Insel schallt
    Priesterinnen Flüche senden
    noch bevor das Wort verhallt
    Schicksal lässt sich nicht abwenden

    Krieger setzten zur Insel über
    zaghaft erst dann immer schneller
    die Trommeln werden langsam müder
    der Priesterinnen Kreischen heller

    Druiden erflehen der Götter Kraft
    zu zerschmettern ihren Feind
    keine Regung das Gebet lügen straft
    der Götter Wille ein anderer scheint

    Soldaten verlieren ihre Furcht
    gleich wilden Tieren wüten Sie
    Waffen schwingend mit voller Wucht
    Gemetzel entfacht durch Hysterie

    schänden brutal die Priesterinnen
    verwehren ihnen des Todes Nacht
    in ihrem Treiben wie von Sinnen
    grausam Zeichen ihrer Macht

    als des Morgens Zwielicht dämmert
    herrscht grausig-dumpfe Totenstille
    nur eine der Frauen leise wimmert
    verwünscht der Götter grausam Wille

    Mona die Druideninsel - gefallen
    letztes Heiligtum entweiht
    Wolken scheinen sich zu ballen
    Geisterstimme um Vergeltung schreit

    Lange wird sie warten müssen
    bis Wut blutrote Früchte trägt
    Einfluss Roms ins Nichts zerissen
    als die Zeit der Rache schlägt

    (sternentraum, 03.2002)


    hab wieder mal in Marion Zimmer-Bradleys "Wälder von Albion" geblättert.....und der Prolog hat mich hierzu inspiriert....


    [Geändert durch Sternentraum am 19-03-2002 um 13:42]
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

  2. #2
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    *sprachlos* einfach fantastisch geschrieben.

    Nicht alle Menschen sind glücklich, die froh erscheinen. Ich habe schon oft gelacht, um nicht zu weinen ...

  3. #3
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    wow, einfach schön!
    Liebe Grüße,
    violett

  4. #4
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    danke euch beiden ...war eine spontan-idee zu dem buch....kann ich übrigens nur empfehlen...
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  5. #5
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    einfach genial
    ich hab mir schon während dem lesen überlegt, ob es etwas mit den Wäldern von Albion zu tun hat. Hast recht das Buch kann man wirklich nur empfehlen. Also das Gedicht ist echt klasse
    Gruß
    lynn
    die größte Offenbarung
    ist die Stille

  6. #6
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    danke
    Stir of time, the sequence
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