Thema: Sirenen

  1. #1
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    Sirenen

    Tiefste schwarze Nacht. Soeben hat das Telefon geklingelt.
    Es ist kurz vor eins. Ich liege mit meinem Buch im Bett und habe mich unter die Decke gekuschelt. Der Regen draußen vor der Tür hämmert gegen meine Fensterscheiben. Durch das Fenster sehe ich den Nebel, er hängt tief in den Bäumen.
    Ein Sturm kommt auf...
    Mein Telefon klingelt erneut. Endlich kann ich mich aus meinem Roman lösen erhebe mich und lausche in die Hörmuschel. -Stille-
    "Hallo? Wer ist da bitte"? Im Hintergrund kann ich Türenschlagen eines Autos vernehmen. Den Sturm und den entsetzlichen Regen.
    "Hallo? Wer ist da"? höre ich mich erneut rufen.
    Die Situation ist mir unheimlich. Abscheuliches Wetter ich allein zuhause.
    "Hallo bist dus?" der Schauer der über meinen Rücken wütete verschwindet allmählich es ist mein Freund.
    Er berichtet mir das er etwas später nach Hause kommt. Aufgrund des Wetters ist es kaum möglich noch etwas zu erkennen.
    Etwas nörglisch gehe ich zu meinem Buch zurück. Ich war sowieso nicht dafür das er heute noch fährt. Jetzt kommt er später. Naja ich habe mein Buch und bald wird er ja da sein.
    Die Zeit vergeht und die Seiten meines Buches werden immer weniger. Ein kurzer Blick auf den Wecker der neben mir steht. Kurz nach drei. So langsam beginne ich mir Sorgen zu machen. Wo bleibt er? Es wird doch nichts passiert sein. Ein Blick aus dem Fenster der Regen hat nachgelassen.
    Ich schleiche mich zum Telefon und wähle die Nummer meines Freundes.
    "Schatz? Schatz wo bist du denn? Ich hab mir schon Sorgen gemacht"!
    "Keine Angst süße wir sind gleich da in drei Minuten können wir kuscheln". Erleichterung die über mich hereinbricht.
    Geschrei. Ich höre seinen Freund der fährt schreien. Dann ein Schrei meines Freundes. Ich höre mich schreien.
    Ein Wirrwarr von Stimmen. Doch er reagiert nicht.. Ich höre die Schreie. Auf sein Handy scheint er nicht zu reagieren.
    Dann hör ich einen Knall und alles ist ruhig. Gespenstig ruhig. Ich höre mich wieder rufen doch nichts. _STille_
    Ein kalter Schauer jagt mir über den Rücken. Sie werden doch nicht etwa? Tausend Gedanken schießen mir in den Kopf meine Kehle fühlt sich wie zugeschnürrt an. Wie in Trance schlupfe ich in meinen Mantel und reiße die SChlüssel an mich. Aber was nun wo sollten sie sein.
    Ich fühle mich hilflos vielleicht den Notarzt anrufen.
    Tausend Gedanken und doch wie ein Schleier legen sie sich auf meinen Kopf und ich kann nicht mehr klar denken.
    Mein Handy ich nehme mein Handy mit. Und als ich das Treppenhaus hinunter rase fällt es mir wieder ein. In drei Minuten bin ich da dann können wir kuscheln. Eine Träne steigt mir ins Auge. Was ist wenn. Ich renne los. Es gibt nur eine STraße die hier hoch führt und die Kurve.
    Ich bete zu Gott. Und renne, ich vergesse alles um mich herum sehe nicht auf die Straße. Habe nur noch ein Ziel vor Augen das Ende der Straße.
    Ich komme immer näher und ich fühle mich als wäre ich eine Irre die um ihr Leben rennt.
    Da ich sehe die Laterne es kann nicht mehr weit sein.
    Ich komme näher und schon von weitem sehe ich das Auto meines Freundes. Umgedreht auf dem Asphalt. Wie ein ferngesteuertes Etwas renne ich nun darauf zu.
    Ich erkenne seinen Freund er steht. Glück gehabt. Dann kann es nicht so schlimm sein. Er zerrt und zerrt an der scheibe.
    Ich komme näher sein Freund blutet am Kopf sein Hemd ist zerrissen seine Beine bluten. Neben seinem Auto ein weiteres. Die kurze Info, das der Fahrer des anderen Autos schon den Notarzt ruft, nehme ich fast nicht wahr.
    Endlich komme ich dazu nach unten zu sehen. Mein Freund liegt im Auto eigequetscht nur sein Oberkörper schaut heraus. Gemeinsam ziehen wir. Ich fühle mich schwach doch glaube ich habe ich nie solche Kräfte aufgebracht.
    Er schrie wurde aber immer leiser. Das machte mir unheimlich Angst. Ich zog weiter und gemeinsam schafften wir es ihn aus dem Auto zu hieven.
    Da lag er nun mein zukünftiger Mann.
    Er lag hilflos vor mir.
    Mir schoß sein Satz "in drei minuten bin ich da dann können wir kuscheln" immer wieder in meinen Kopf.
    Seine Augen waren so kalt und leer. Seine Augen die sonst voller Hoffnung und Freude glänzten.
    "Du schaffst es halt duch gleich kommt ein Arzt, Schatz bleib bei mir" hörte ich mich rufen.
    Er schloß seine Augen. In diesem Moment registrierte ich alles genau. Ich fing an zu weinen und legte mich zu ihm.
    Nun lag er völlig ruhig da und mein Herz brach. Ich hatte Angst. Seine Hand in meiner wurde kälter. Oder bildete ich mir das nur ein?
    Sein zittern vergang deine Lippen wurden blau. Mein Verstand und irgendein Gedanke nur ausgeschaltet.
    "Was passiert da"? meine Frage.
    "Ich bin immer bei dir"! seine letzten Worte.
    Ich drückte dich ganz fest an mich und betete zum Himmel.
    Seine Hand löste sich von meiner und es vergangen Sekunden die mir wie Stunden vorkamen.
    -Sirenen-

    Diese Nacht die längste meines Lebens. Beten, hoffen.
    Lagst im Krankenhaus. Bei den Ärzten ich konnte nicht bei dir sein. Geweint und geschrien. Furchtbare Angst gehabt.
    Vorwürfe gemacht.

    Zwei lange Wochen lag er im Koma. Als er das erste Mal seine Augen aufschlug und meine Hand drückte. Er erkannte mich sofort. Und ich wusste das diese Liebe ewig halten würde.

  2. #2
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    *seufz*...schöööön...endlich mal wieder eine Geschichte mit Happy End!
    Liebe Grüße,
    violett

  3. #3
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    Freut mich das dir meine Geschichte mit dem "happy End" gefällt. Dir auch alles liebe.

    bye bye citty

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