1. #1
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    Von der Flüchtigkeit des Wünschens


    Was soll ich nur?
    Mit Dir gehn und an der Hoffnung darben.
    Schweres Träumen lassen, dem entsagen,
    was mich zu dem gemacht und Dir der Liebreiz ist.
    In Gewissheit trüben.

    Was will ich nur?
    Deine Arme meine Heimat nennen.
    In Gefilde ziehen, denen nicht
    einmal ein Funke neues zu entdecken gilt.
    An der Ruhe brechen.

    Was könnt ich nur?
    Deinen Augen neue Wünsche finden.
    Täuschung schöpfen, die uns beide eint
    und doch nur meine Sicht zum Spiegelbild verwischt.
    Hinter Masken richten.

    Lichter Kummer soll mich trüben.
    Einen Bruch will ich in Tyrannei.
    Wahre Falschheit könnt ich üben.
    Doch, Geliebter, nicht an Dir.
    Verzeih!

  2. #2
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    Hallo Gott!


    Ich bin da mal konsequent der Meinung, dass dein Gedicht sehr sehr gelungen ist, vom Inhalt sowie vom Aufbau her überzeugen kann und eine interessante Botschaft beinhaltet. Die Steigerung bis zur vollendeten Conclusio in der letzten Strophe gefällt mir sehr gut.

    Zudem sollte meines Erachtens der Titel nicht vergessen oder übersehen werden: "Von der Flüchtigkeit des Wünschens". In den einzelnen Strophen werden Aspekte der Unzufriedenheit dokumentiert. Es sind Wünsche, die das Leben des lyrischen Ichs erleichtern sollen, da scheinbar etwas fehlt. Dieses etwas riecht förmlich nach hochprozentiger Liebe, körperlicher Nähe.
    In der letzten Strophe werden die Antworten aus den vorhergehenden Strophen aufgetellert. Jedoch vermittelt uns der letzte Vers, dass all diese Wünsche mit dem Vorhandensein der großen Liebe auf einem Schlag wie weggeblasen sein würden. Das nenne ich dann Abhängigkeit...
    Die Wünsche hätten sich damit verflüchtigt, was uns der Titel bereits am Anfang zu vermitteln versucht.

    Gern gelesen, in sich stimmig und sicherlich mit einem Schuss Wahrheit versetzt.


    Gruß
    dopamin

  3. #3
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    Hallo Dopamin!

    Danke für Dein Lob und die lieben Worte. Es freut mich, daß die Steigerung auch als solche empfunden wird und gerade die letzte, doch etwas aus dem Rahmen fallende, Strophe überzeugen kann.

    Der Titel ist nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen, hier gab mir apple Schützenhälfte. Ihr Vorschlag erschien mir mehr als passend und da scheue ich mich kein bißchen, ihn auch zu verwenden

    Dein Anklang einer Interpretation trifft meine Intention allzu gut

    alles liebe
    gott

  4. #4
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    Hy.

    Ich finde dein gedicht auch sehr gelungen. Die Worte fesseln mich, ohne dass ich genau sagen könnte warum.
    Ich denke, dass das Gedicht mehr beinhaltet als nur die Worte, sondern viel mehr, was dazwischen steht.
    Es ist echt schön es zu lesen und ich denke ich werde es mir noch öfters durchlesen

    tschau karo

  5. #5
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    Hallo Karo!

    Auch Dir danke für das Lob, wenn es auch etwas verspätet kommt

    alles liebe
    gott

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