HAPPY BIRTHDAY

Er saß da und wußte es ist wieder einer dieser Tage, wo er wieder nur überlegte und grübelte, was schenke ich ihr bloß zum Geburtstag. Jedes Jahr das gleiche Dilemma, er hatte wieder mal keinen blassen Schimmer. Wie jedes Jahr fragte er seine Freunde, was sie ihren Frauen schenken würden, er bekam auch immer die gleichen Antworten, Schmuck, Parfüm Dessous. Es frustrierte ihn immer diese Alibi Frage zu stellen, aber es war ihm leichter dabei, doch er hatte noch nie auf seine Freunde gehört. Nun starrte er in die Luft überlegte krampfhaft, es sollte diesmal etwas ganz besonderes sein. Zu oft sah er schon in ihr enttäuschtes Gesicht, als er wieder mal mit einem Bügeleisen oder einer Espressomaschine antanzte. Er mußte sich auch sehr oft die Worte an den Kopf werfen lassen, gleichgültig durchschaubar und einfallslos zu sein. Doch heuer sollte es anders sein, er wollte in ihr strahlendes Gesicht blicken, sie hatte so wunderschöne leuchtende braune Augen und ihm war jedesmal wenn er sie anblickte so zumute, als würde die Morgensonne in ihrem Gesicht aufgehen. Nachdenklich schlenderte er durch die Stadt, blickte in die Schaufenster und schüttelte jedesmal den Kopf. Nein nichts, ihm fiel nichts ins Auge was ihn begeistert hätte, auch um das Elektrogeschäft machte er einen großen Bogen, das Elektrogeschäft das ihm in den letzten Jahren immer als letzter Ausweg erschien. Er setzte sich in ein Café, bestellte einen Melange
und war irgendwie abwesend, seine Gedanken waren wieder bei ihr, sie zu enttäuschen wollte er mit aller Gewalt vermeiden. Eine Zeitung lag vor ihm und er blätterte desinteressiert in ihr herum. Auch die Prospekte darin schienen ihn nicht ernsthaft zu beschäftigen, er fühlte sich hilflos und entscheidungs unfähig.
Es mußte was einfaches sein, aber was bloß. Ein altes Ehepaar was gerade an ihm vorüberging blickte er lange und beneidenswert nach, so hatte er sich seine Liebe auch immer vorgestellt. Alt werden mit ihr, doch er war auf dem besten Wege sie zu verlieren, vieles war ihm wichtiger geworden in all den Jahren ihrer Zweisamkeit. Sonntags sein Stammtisch und unter der Woche kam er jeden Tag spät Abends nach Hause, sein Job nahm ihn dermaßen in Anspruch das er nur mehr müde und träge im Fernsehsessel landete und einschlief. Doch plötzlich sprang er auf, legte noch das Kleingeld für den Kaffee auf den Tisch und lief los. Er lief und lief, hörte das murren der Passanten und Schimpfwörter was man ihm nach rief , aber sie waren ihm egal, völlig egal. Er mußte zu ihr so schnell es ging. Er stand keuchend vor der Türe und sperrte sie nicht wie gewohnt auf sondern läutete, sie öffnete die Türe und blickte ihn verwundert an. Stotternd stand er vor ihr“ Sch Sch Schatz ich ich sch sch schenke dir. Ja was schenkst du mir sprach sie. Ich schenke dir mehr Zeit. Er sah sie erwartungsvoll an und blickte in ihre wunderschönen großen braunen Augen die wieder wie der schönste Sternenhimmel vor ihm leuchteten.