1. #1
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    Post Tränen der Vergangenheit

    Ich kam auf die Idee eine solche Geschichte zu schreiben als ich im Zug sass...Ich machte mit meiner Schwester einen Ferienausflug für eine Woche...Wir fuhren mit dem Zug zu meiner Nonna ins Tessin...Die Fahrt dauerte 2 1/2 Stunden..
    Viele alte Leute sassen im Zug, ich sah sie an und dachte:
    Wer weiss was die alles schon erlebt haben!
    Dann schrieb ich diese Geschichte:

    ....Es ist eine Frau von 90 Jahren...
    Sie ist schwer krank und sie hat ein trauriges Leben hinter sich...Sie ist müde und erschöpft und trotzdem, sie erzählt ihre Lebensgeschichte, ihre traurige Vergangenheit, sie erzählt es zum ersten mal...Sie möchte dass alle es wissen bevor sie stirbt:

    Im Alter von 14 Jahren wurde sie auf brutalste Weise vergewaltigt...Es geschah als sie zur Kirche wollte...
    Es war ein schmieriger, gieriger Typ...Er riss sie in einen dunkeln Hinterort...Dort wo alles geschah, alles was ihr Leben schlagartig änderte...
    Mit niemandem hat sie darüber gesprochen, sie schwieg...Verarbeiten konnte sie es nie...Oft weinte sie, manchmal hörte man sie leise schluchzen, doch niemand dachte an das was da geschah...So oft, dachte sie ihr Leben hätte keinen Wert, und trotzdem, etwas hielt sie zurück...
    Bis heute hat sie gelebt, doch keiner kam jemals hinter ihr dunkles Geheimniss...Ihr ganzes Leben hat die Angst sie verfolgt, doch sie blieb stark, sie wollte dagegen ankämpfen.

    Jetzt hat sie Tränen in ihren glanzlosen, ängstigen Augen.. Sie erzählt weiter:

    Sie wurde immer zurückhaltender...
    Als ihre Eltern, die immer versuchten hinter ihr Geheimniss zu kommen, versuchten sie wieder aufzumuntern dann schliesslich an einem Autounfall ums Leben kamen, war sie erst 20 Jahre alt...Ein harter Schlag für sie...
    Da sie ihr Leben vorher nie selber in den Griff nehmen konnte, da sie innerlich ewig schwieg, schickte man sie schliesslich in ein Heim...
    Dort kam sie in den Umgang mit Drogen...Dies waren ihre stummen Hilfeschreie...Niemand hörte sie..Also schwieg sie weiter...

    Sie macht eine Pause, jetzt kullern ihr Tränen die Wangen hinunter, doch wieder erzählt sie weiter:

    Sie dachte dann, die Drogen seien das Einzige was sie wieder glücklich machen konnte...Das einzige was sie habe...
    Sie wurde dadurch oft aggressiv und landete dann auf der Strasse...Dort hatte sie zu wenig Geld um sich Drogen zu kaufen...Also verbrachte sie einige Tage ohne...Doch dann kamen ihr wieder die Bilder der Vergangenheit und sie dachte wieder unbedingt etwas zu brauchen...Da ihr nichts anderes blieb als anzuschaffen, tat sie das...Sie brauchte doch das Zeug...Als sie dann aber schliesslich mit einem schmierigen Typen im Bett landete, kam alles wieder hoch.. Doch sie brachte dieses einemal zu Ende und kaufte sich dann wieder Etwas...Das tat sie aber nachher nicht mehr...
    Sie merkte dass sie dadurch nur noch unglücklicher wurde...
    Bis 40, lebte sie in diesem Heim als sie schliesslich auf der Strasse landete...Dann verbrachte sie 5 Jahre auf der Strasse...Ihr Leben hatte sie immer noch nicht im Griff...
    Schliesslich geschah das wohl grösste Glück ihres Lebens, das Sozialamt nahm sie bei sich auf.
    Dort lernte sie zu leben, sie dachte nun endlich glücklich sein zu können...Doch ihre Geschichte vertraute sie noch immer niemandem...
    Innerlich lit sie noch immer, doch äusserlich machte sie einen glücklichen Eindruck...Sie lebte dort bis sie 45 Jahre alt war...Dann schickte man sie in ein Altersheim... Dort durfte sie öfters raus gehen, doch sie traute sich nie so richtig aus Angst wieder vergewaltigt zu werden...
    Sie fühlte sich jetzt alt und schwach...

    Wieder sind ihr die Tränen nah...Jetzt spricht sie zu euch allen:

    "Ich wünsche niemandem mein Leben...Wenn ihr so etwas erlebt dann sprecht darüber! Alleine kann so etwas kein Mensch verarbeiten! Und lasst die Finger von Drogen...Ich hätte mein Leben schöner leben können...Doch mein Erlebniss, meine Seele verbot es mir...Ich bin froh nun ENDLICH meine Lebensgeschichte erzählt zu haben.
    Ich habe mein Leben gelebt. Und jetzt habe ich das getan was ich schon immer von mir verlangte."

    Eine Träne kullert ihr die Wangen hinunter, doch jetzt lächelt sie, sie lächelt wie sies schon über 70 Jahre nicht mehr getan hat...
    Dann schliesst sie langsam die Augen...Sie ist tot.


    (Ich weiss es ist nicht sehr gut, trotzdem würde mich pber Eiträge von euch freuen...)
    Träume nicht dein Leben,
    sondern lebe deine Träume!!

  2. #2
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    ..

    ich hoffe nicht, das du hier eventuell deine geschichte geschrieben hast..
    Genau dann, wenn man denkt man hat alles erreicht, wird es Zeit den nächsten Schritt zu tun.

  3. #3
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    Nein, das habe ich nicht!
    Wie schon geschrieben:
    Ich habe diese Geschichte geschrieben, wegen den vielen alten Leuten die sich im Zug befanden..Ich dachte einfach: Wer weiss was die schon durchgemacht haben?!
    Träume nicht dein Leben,
    sondern lebe deine Träume!!

  4. #4
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    ich versteh ehrlich gesagt nicht ganz, warum immer alle alten Menschen am Ende einer Geschichte sterben müssen. nur weil sie alt sind?


    mfg, A.
    Sucht mich nicht hier,
    sucht mich in eurem Herzen.
    Habe ich mir da kein Denkmal errichtet,
    so ist mein Streben vergebens gewesen.

    Die Rächtschraibfähler sind meine, sucht Euch Eure eigenen!

  5. #5
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    Nein, so ist das überhaupt nicht gemeint aber weisst du:
    Die Alten haben schon ein laaaaanges Leben hinter sich, viel mehr Tage, Jahre, Stunden als wir!
    Die haben schon soooo viel erlebt!
    Sie sterben weil sie alt sind, das ist wohl klar...Jeder der alt wird stirbt einmal am alter wenn ihm sonst nichts zustösst!
    Ich hoffe du weisst wie ich meine!
    Träume nicht dein Leben,
    sondern lebe deine Träume!!

  6. #6
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    Hmm...

    Hallo zusammen,

    jeder muss mal sterben, ob jung oder alt... Sarah es ist eine schöne Geschichte... mach weiter so...

    LG ROSE
    Ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt.

  7. #7
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    danke, freut mich sehr dass sie dir gefällt!
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    sondern lebe deine Träume!!

  8. #8
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    Wink

    Hallo Sara,

    Heisst du ehrlich sara mit vornamen?
    ich nämlich ja *lol*
    (¯`·._ (¯`·.LoVe Is PaIn.·´¯)_.·´¯)

  9. #9
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    Es geht bei der Geschichte wohl um die befreiende Wirkung des Erzählens. Wenn man Schlimmes erlebt hat, sollte man es sich von der Seele sprechen. Das andere, wovon die Geschichte handelt, ist der ewige Kreislauf des Bösen. Drogenabhängigkeit und Beschaffungszwänge lassen diese Frau wieder auf der Straße landen. Das Unheimliche in diesem Fall ist aber, dass sie ihr eigenes Geheimnis mit sich herumträgt, bis zum Schluss. Wie sie dann, nach dem befreienden Erzählen, endlich sterben kann, wirkt das schon wie eine Erlösung.
    Daher, meine ich, ist die Geschichte nicht alltäglich und durchaus erzählenswert. Ich habe sie mit Interesse gelesen.

    Viele Grüße

    Hans Werner

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