Das gute Stück ist etwas lang und noch viel länger versuche ich, es in eine ansprechende Form zu bringen. Mir persönlich fehlt es noch an Homogenität. Vielleicht ist es an manchen Stellen zu überfrachtet, an manchen zu leer.
ich bin für jede Hilfe dankbar.

Ein Ritter

Ein Ritter in schimmernder prachtvoller Rüstung
Aus Wasser und Feuer und Stahl geschmiedet
Und einem Schwert, scharf und tödlich
Und einem Helm mit weißem Federbusch
Ein schützender Wall um seinen Geist
Zog aus, dem Feinde das Fürchten zu lehren
Zog aus, der Welt die Stirn zu bieten
Zog aus, das Schicksal zur Tjoste fordernd
Zog aus, den Tod zu verspotten

Ein Ritter in strahlend weissem Gewand
Aus Stolz und Tugend und Ehre gewebt
Und einem Antlitz von Licht umgeben
Und einer Hand, Gerechtigkeit zu üben,
Und eine Lehre zu verbreiten
betrat den Hof eines Königs des Morgens
betrat ihn, zu künden von Edelmut
betrat ihn, zu ehren die Tapferkeit
betrat ihn, zu predigen die Demut

Ein Ritter voll Schwermut und Reue
Sein Schwert, stumpf vom schneiden zahlloser Herzen,
Sonnenstrahlen prallen ab von seiner Rüstung.
Sein Helm mit Rabenfedern verschließt seinen Geist
Brach auf zum Tempel um Busse zu tun
Und bußfertig zog er durch die Lande des Abends
Und bat um Vergebung
Und lebte in Demut
Und litt Keuschheit

Ein Ritter in Lumpen
Die Rüstung verrostet
Und geborstenem Schwert
Sein Helm in Stücken, fortgeworfen
Und mit erhaltener Vergebung, kehrt heim.
Kehrt heim, dorthin wo sein Herz zuhause
Kehrt heim, wo seine Seele Heilung sucht
Kehrt heim, wo seine Liebe wohnt
Kehrt heim, zu lange war er fort

Ein Ritter mit salziger Wange und Augen aus Wasser
Und feurig brennender Brust und zittriger Hand
Verflucht sich, keine Vergebung hat er für sich selbst
Und kann sich nicht vergeben, dass er sich nicht vergeben konnte
Und so nicht heimkehrte, als die Liebste entschwand
Lange harrte sie seiner, als er auszog,
Zu lange harrte sie seiner, als er den Hof betrat,
Harrte seiner schon lange nicht mehr, als er Buße tat
Und ging fort, des langen Wartens müde


Manchmal denk’ ich zurück an jenen Ritter
Der viele Feinde erschlagen, viele Meilen geritten,
Der dem Teufel auf sein brennendes Haupt gespien
Der Vergebung fand vor der Welt und nicht sich selbst
Dessen Mut, Ansehen und Stärke ich bewunderte
Der ich nur Mensch bin.
Dann kommt, wenn ich so an ihn denke
Mitleid über mich.