Thema: Adjektive

  1. #1
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    Adjektive

    Liebe Lyriker/innen


    Sollte man Adjektive in Gedichten möglichst vermeiden?

    Zweite Frage, wie lange braucht ihr bis ein Gedicht "steht"

  2. #2
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Sollte man Adjektive in Gedichten möglichst vermeiden?
    Warum sollte man adjektive in Gedichten vermeiden???
    Ich zitiere mal Paracelsus:" Die Menge macht das Gift"

    Ich persönlich brauch zwischen 3 - 4 Wochen bis etwas "steht".

    lg
    taurus
    ..........(___)...............................Im Moment ist mir aber diese Masse von Dichtern zuwider,
    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
    .... /```` OO)...Tauri are fine!........und wo sich hinter jedem Satz ein
    .../ |____-- ................................"Was mach ich hier eigentlich?" versteckt.
    .*...L....L....................................-AiAiAwa-

  3. #3
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    1.) Ich wüßte auch nicht, weshalb man Adjektive in Gedichten vermeiden sollte. Gerade durch sie entsteht oft amosphärische Bildhaftigkeit und ohne sie wirkt Sprache oft steif und trocken. Ohne gleich fünfAusrufungszeichen machen zu müssen, stimme ich mit meinem Vorredner jedoch darin überein, dass das Maß in Fragen der Ästhetik ganz entscheidende Wichtigkeit hat, da es die Grenze zwischen Kunst- und Fehlgriff darstellt.

    2.) Das ist bei mir ganz unterschiedlich. Für Und neben dir habe ich nur eine schlaflose Nacht gebraucht. An "Kaleidoskop" habe ich ein Jahr gearbeitet.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  4. #4
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    Nunja ich habe davon gehört, das man mit Adjektiven möglichst sparsam umgehen sollte.
    Ich wollte wissen ob ihr auch davon gehört habt, oder gelernt habt....
    Vielleicht sollte man mal bei den Gedichten der großen Dichter die Adjektive zählen.
    Aber ich denke wer sein Handwerk versteht, braucht selbst da nicht zu sparen....

  5. #5
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    1) Ach, es ist doch Humbug zu sagen: "Das sollte man" "Das sollte man nicht"!
    Es kommt immer auf die Situation an! Man kann in ein Gedicht tausende von Adjektiven einbauen, die aber so wunderbar stimmig sind, dass man sie nicht missen will. Und dann kann man einige wenige einbauen, die so beknackt anmuten, dass selbst die geringene Zahl ganze Bilder zerstört!
    Eine Regel gibt es nicht. Punkt.
    2) ca. 3 Stunden

  6. #6
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    Hallo Gefährtin

    Deine Fragen haben mich zum Hinschauen gebracht.
    Bei der ersten dachte ich: Komische Frage, natürlich braucht man in Gedichten nicht weniger Adjektive als sonst. Dann hab ich mal in meinem Ordner geblättert, weil ich wissen wollte, wie ich selber das handhabe - ich habe festgestellt, dass ich nur sehr wenige Adjektive verwende. Etwas häufiger brauche ich Adverben - und meist in Form von Partizipien, also sehr nahe wieder beim Verb, sprachlich.
    Es hat mich selber überrascht. Vielleicht sind meine Texte darum eher 'nackt' und wirken recht 'brachial'. In den wenigen Gedichten, die etwas mehr zum schwelgen einladen, hat es deutlich mehr Adjektive, aber wohl immer noch wenig. Anscheinend vertrage ich hier nur kleine Mengen, bevor es für mich 'Gift' wird.

    Die zweite Frage ist für mich recht schwierig zu beantworten. Sobald ich mich hinsetzte und schreibe, sind die meisten Gedichte in weniger als einer Stunde 'spruchreif'. Aber oft habe ich den Grundgedanken (häufig ein Wortspiel) tage- oder wochenlang mit mir herum getragen. Oder Jahre - siehe die Sache mit dem 'gesalzenen Preis'...
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  7. #7
    Schattenblume ist offline Etwas mit den Scherenhänden
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    Zitat Zitat von E. Gefährtin
    Sollte man Adjektive in Gedichten möglichst vermeiden?

    Zweite Frage, wie lange braucht ihr bis ein Gedicht "steht"
    hallo E.Gefährtin,
    eine sehr interessante Frage !

    also ich verwende Adjektive meisstens dann, wenn ich das Überladensein
    des Gedichtes mit Methaphern vermeiden möchte und dem Werk eine schlichteren, klareren Ausdruck verleihen will. oder ich lasse sie weg

    zu deiner zweiten Frage:
    zwischen einer viertel Stunde und 3 Wochen ...
    Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einen nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

  8. #8
    königindernacht Guest
    Ich grüße dich zum Abend.

    Wie lange brauche ich für ein Gedicht? Manchmal, wenn die Grundidee im Kopf ist, 2-3 Tage, das ist dann kurz.
    Bei anderen Texten habe ich richtige Geburtswehen, die dauern zwei/drei Wochen. Es passiert regelmäßig, dass ich Texte nach einem Jahr nochmals ändere...
    Die kleinen Textlein, die ich hier ab und zu reime, entstehen aber auch innerhalb weniger Stunden- aber an diese stelle ich keinen hohen Anspruch.

    Zu den Adjektiven: Ich liebe sie, möchte in meinen Texten ohne sie nicht sein. Das Gefährliche für uns Hobby- Poeten ist wohl, zu viele von ihnen in einem Text zu verwenden. Das ist mir anfangs sehr oft passiert- auch in Form von Adverbien oder substantiviert.

    Wie beim Rotwein oder all den anderen schönen Dingen im Leben kommt es wohl auf das richtige Maß an. Mögen wir es meistens finden!

    Herzlichst, Kö
    Geändert von königindernacht (04.03.2006 um 20:35 Uhr)

  9. #9
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    Hallo Ihr Lyriker,


    ich danke euch für die Informationen. Es ist für mich interessant zu erfahren wie lang ihr an euren Gedichten sitzt, weil ich bei manchen Gedichten einfach nicht fertig werde, andere wiederum sind im nu fertig so wie bei Schattenblume. Kann es sein wenn man die Schnellfertigengedichte so stehen lassen sollte, weil sie in sich schon stimmig sind, das es keine Korrektur bedarf???


    Und die Sache mit den Adjektiven hat das Königindernacht richtig zusammengefasst.
    Ich denke das gerade die Neustarter ganz gerne viele Adjektive gebrauchen um ihre Gefühle auszudrücken.
    Aber ich denke je länger man sich mit der Lyrik befasst umso mehr erfährt man über die Stilmittel etc. und umso BEWUSSTER geht man mit der ganzen Thematik um, kann die Mittel gezielt ansetzten. Ach ich kanns nicht so recht beschreiben

    LIebe Grüße katrin

  10. #10
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    Hallo Katrin

    Ich denke schon, dass ein Gedicht auch nach einem Schnellschuss fertig sein kann - allerdings passiert mir das eher bei freien Versen. Dort weiss ich dann einfach nicht, wie lange sie schon im kopf herum rollen, bevor sie auf's Papier wollen...
    Und manchmal sind Veränderungen auch eher verschlimmbessert, weil etwas vom ursprünglichen gehalt verloren geht.

    yarasa
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    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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  11. #11
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    Ja, das Problem habe ich auch!
    Ich habe da eine Idee, schreib sie auf, find sie gut und dann denke ich joaaa das muss noch verbessert werden und dann verliert das Gedicht immer mehr Bedeutung....

    Aber vielleicht weil ich keine Stilmittel kenne....

  12. #12
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    ich finde das kommt darauf an was man schreiben will, aber adjektive gehören schon mit rein

  13. #13
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    Ich finde Adjektive wichtig. Sie erzeugen die Stimmung. Selbst benutze ich aber oft zu viele - habe da einen blinden Fleck.
    Es gibt Gedichte, die fließen aufs Papier und sind fertig. Andere brauchen Zeit.
    Ein guter Wein muss ja auch reifen.
    Geändert von Angie (22.03.2006 um 21:54 Uhr)
    Mit dem Mond im Rücken und der Sonne im Schoß, zieh entlang der Sterne in einen neuen Tag.

  14. #14
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    Es ging um die Frage, ob man mit Verben/ Adjektive sparsam umgehen sollte. Mein Freund macht ein Lyrikkurs und die Frau predigt immer und immer wieder, sparsam mit Verben und Adjektiven zu sein.
    Das war der Grund warum ich die Frage gestellt habe.
    Nun habe ich einen Autor Alexander Nitzberg, der das gleiche sagt nämlich:

    Weit mehr als Verben können Adjektive noch das kraftvollste Substantiv "zerreden" Tauchen sie gehäuft auf, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Wie sollten dann Verben und Adjektive im Gedicht benutzt werden?
    Auf zweierlei Art:
    Entweder mit äußerster Schärfe und Sparsamkeit oder auf eine ganz und gar ungewöhnliche Weise.
    Sie dürfen weder abstrakt noch banal sein.!
    Erza Pound sagte: Verwende kein überflüssiges Wort, kein Adjektiv das nicht irgendwas enthüllt! Verwende nicht Ausdrücke wie dunkles Land des Friedens... Sie trüben das Bild.

    Ich würde mich freuen, eure Meinung dazu zu hören.

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