1. #1
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    Paul Zech & Armin T. Wegner

    Hallo!!!

    Könnte ihr mir bitte helfen? Ich suche das Gedicht "Die Ertrunkenen" von Armin T. Wegner und "Wasserleiche" von Paul Zech. Kann sie im Internet nirgendwo finden, hab bei euch aber ne ähnliche Suchanzeige gefunden, allerdings wurde die Antwort verschoben und ich find sie nicht

    Es wäre toll, wenn ihr mir helfen könntet.

    Liebe Grüße,
    Crazylight

  2. #2
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    Hey Crazylight,

    ich wollte mal fragen, ob du mittlerweile eine Antwort bekommen hast und mir helfen könntest; suche genau diese beiden Gedichte auch schon seit einer Weile.

    LG, J.

  3. #3
    Dr. Üppig Guest
    Hallo,

    ich habe das Gedicht von Paul Zech inzwischen gefunden:

    Wasserleiche

    in dem großen Fischnetz, zwischen Krebs und Quappen,
    lag sie mondweiß auf dem Sand bis der Gendarm
    mürrisch ankam und mit einem schwarzen Lappen
    ihre Scham bedeckte vor dem Gafferschwarm.

    Ein korallenes Geschmeide hing in dünnen Schnüren
    um den schlanken Hals. Daran erkannte irgendwer,
    der gewohnt war solche Mädchen zu verführen,
    die Geliebte, aber gab nicht ihren Namen her.

    Ließ sie namenlos im Schauhaus weiterfaulen,
    warf sie blanken Messern hin zum Fraß
    und erfuhr nur manchmal ein verdammtes Graulen,
    wenn auf seinem Schoß ein neues Weibsbild saß,

    und er drückte ihr die blutigen Korallen
    der Ertrunkenen mit wildem Griff
    um den Hals. Und hatte sieben also überfallen,
    bis das Beil ih selber in den Wirbel pfiff.

    Zitiert nach:
    Paul Zech: Vom schwarzen Revier zur neuen Welt, hg. von Henry A. Smith, München/Wien 1983, S. 70f.

    mfG

    EDIT zum Copyright: Zech ist seit 1946 tot.

  4. #4
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    Hallo crazylight,
    ich weiß nicht, ob das Gedicht "Die Ertrunkenen" aus nur einer Strophe besteht. Vielleicht wendes Du Dich mal an die Internationale Armin T. Wegner Gesellschaft: Adresse: Else-Lasker-Schüler-Straße 45, 42107 Wuppertal.
    Hier das Gedicht, so weit ich es kenne:

    Blasen steigen auf aus den pilzüberblühten Weichen -
    O weiße Schaluppe mit Ratten und Fröschen bespannt,
    Es sitzen au ihrer Mütter gedunsenen Bäuchen
    Die Ungebornen und segeln hinab in das Land.

    Gruß,
    Festival

  5. #5
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    Hallo ihr beiden,

    als Digital Nativ habe ich einfach mal die eine Strophe gegooglet und heraus kam folgendes:

    Die Ertrunkenen

    Wenn ich des Abends am einsamen Flusse schreite,
    Tönt aus den Wellen dunkler Klagen Gesang,
    Und der Ertrunkenen Stimme gibt mir Geleite
    Durch die Nacht, durch den Tag, auf bräutlichem Gang.

    Wir, wir schreiten im Blau, im regnendem Lichte,
    Von Sternen ist hoch, von Himmel das Haupt überdacht
    Und wir bilden den Tag und wir haben ferne Gesichte;
    Sie aber wohnen in Schweigen und ewiger Nacht.

    Versunkene Schiffe, beladen voll modernder Schätze,
    Ankern sie tief in der Flüsse gleißendem Grund,
    Sie streifen der Fischer schleppend gefüllte Netze,
    Algen und Schleiche nisten in ihrem Mund.

    Furchtbar hebt sich der Berg der geschwollenen Leiber,
    Von Wasser gebläht, ein triefend gefüllter Sack",
    Von den Fischen benagt die entblößten Brüste der Weiber,
    Vergangener Schönheit entsetzliches Wrack.

    Blasen steigen auf aus den pilzüberblühten Weichen —
    O weiße Schaluppe, mit Ratten und Fröschen bespannt,
    Es sitzen auf ihrer Mütter gedunsenen Bäuchen
    Die Ungebornen und segeln hinab in das Land.

    Ich grüße euch, der Liebe verratene Pfänder,
    Im Tanzkleid, im strohgeflochtenen Hut.
    Und über mich durch der Brücke finstres Geländer
    Fällt Laternenlicht auf eure einsame Flut.

    Im Abfall und Spülicht der eingestürzten Kanäle
    Schwimmt eurer Haare flatternd gelöster Tang,
    Und es tastet die Hand um der Speicher zerfallende Pfähle,
    Aus ersticktem Jammer hebt sich ein süßer Gesang.

    Haß, Hunger, Verzweiflung, Ekel und Reue
    Ebben dahin um der Hafen betrümmerten Strand,
    Und sie halten die Stadt, ihre Brunst und stürmischen Schreie
    Mit der dunklen Wucht ihrer Stille gebannt.

    Schweigend wälzt sich der Strom, um die frierenden Küsten
    Gießt Abend schwarz sein geronnenes Blut.
    An den versunkenen Inselbrüsten
    Saugt still wie das Kind am Busen der Mutter, die Flut.
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

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