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Thema: memento mori

  1. #1
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    memento mori

    Schmerz. Unerträglicher, wütender, rasender Schmerz. Er fegte durch seinen Schädel und verätzte, verödete jedes Neuron, an dem er vorbeikam, brannte sich durch seine Gedanken und ließ ihn innerlich aufschreien. Er konzentrierte sich auf jeden einzelnen Schritt, auf jeden Atemzug, jeden Herzschlag, während er langsam über die schmutzigen Fliesen im Korridor des Leichenschauhauses schritt. Das Echo seiner Schritte begleitete ihn, langsam verhallend, wiederkehrend, bis er die richtige Tür gefunden hatte - und zögerte.
    Wird es anders sein, wenn ich sie jetzt nicht sehe? Wenn ich umkehre, sie so in Erinnerung behalte, wie sie noch vor drei Tagen gewesen ist, wunderschön, unerreichbar, und mir einfach einrede, sie sei nur kurz weg, ich könnte sie wiedersehen, wann immer ich möchte, wenn ich mir vorstelle, daß es eine Entscheidung ist, sie nicht mehr zu sehen, und keine mir vom Schicksal auferlegte, aufgezwungene Tatsache?
    Er zitterte und lehnte sich gegen die Wand, unfähig zu weinen, mit geschlossenen Augen, und zwang einen letzten, verkümmerten Rest Selbstbeherrschung in seinen Körper. Dann öffnete er die Tür.
    Der Leichenbeschauer - Worte, Worte, Worte, nichts als Worte, die sein Gedächtnis, so schien es ihm, schneller verließen als sie gekommen waren. Plötzlich war er mit ihr alleine. Es war kalt, und er blickte diesen morbiden Kühlschrank entlang, in jedem Fach eine Geschichte, ein Leben - und die letzte Zeile eines Epilogs.
    Reiche Frau, armer Mann, Mörder, Samariter, Heiliger, Dämon - dieser alte, sinnlose Aphorismus, daß alle Menschen im Tod gleich sind, muß von jemandem stammen, der nie in einer solchen Halle stand. Gleich, im Tod? Wie kann der Achtzigjährige, der friedlich seinem Leben entschlafen ist, für den der Tod ein Segen war, gleichbedeutend sein mit dem Achtjährigen, der ein Fach daneben liegt und beim Spielen vom Baum gestürzt ist? Gleichbedeutend für wen?
    Langsam dämmerte ihm, daß er sich seiner eigentlichen Verantwortung entzog, vor ihr floh. Mit einer Bewegung, die fast Entschlossenheit beeinhaltete, zog er das Laken von ihrem Gesicht.

    Ihre Augen hatten eine Eigenheit, die ihm bei keinem Menschen zuvor aufgefallen war. Jedes Bild, jede Photographie, ja selbst jeder Blick deutete ein Auge wie die Oberfläche eine Kugel, ohne Tiefe, ohne Inhalt. Den wenigsten Menschen war bewußt, daß der schwarze Fleck in der Mitte eine Öffnung war, die von der Iris vergrößert und verkleinert werden konnte. Ihm war es bewußt geworden, vor drei Jahren, in einer kühlen Sommernacht, als er neben ihr lag, glücklich, friedlich, ohne einen Gedanken an die Welt jenseits der vier Wände, die sie umgab. Sie sprach, mir dieser leisen, nur für ihn reservierten Stimme, und blickte ins Leere, und während der größte Teil seines Bewußtseins ihr zuhörte, war der Rest wie immer damit beschäftigt, sie einfach nur anzusehen und diesen für ihn so unfaßbar schönen Anblick in sich aufzusaugen, sich von ihm überwältigen zu lassen, als er es das erste Mal bemerkte.
    Man kann die Kanten ihrer Iris sehen... Wie ein kurzer Zylinder, ein Tunnel, der ins Nichts führt...
    Es überwältigte ihn, obwohl er nicht einmal so genau wußte, wieso - schließlich war es etwas, das ihm in der Theorie schon seit der achten Klasse klar war - und doch machte es sie für ihn zum realsten Menschen, den es auf dieser Welt gab, wie den einzigen runden Charakter in einem mit Stereotypen und Klischees gefüllten Groschenroman. Diese Entdeckung war das einzige Geheimnis, daß er jemals vor ihr hatte.

    Tote Menschen sollen den Eindruck friedlicher Ruhe vermitteln, heißt es - beinahe so, als würden sie schlafen. Er sah nichts als eine sinnentleerte, fahle Hülle, einen seelenlosen Gegenstand ohne Bedeutung. Er konnte es nicht einmal über sich bringen, mit diesem... Ding zu reden, das einmal das Gefäß für die wichtigste Seele, die er in seinem Leben gekannt hatte, sein sollte.
    Friedlich. Aber natürlich. Wenn man bedenkt, daß unter der von Kosmetika und Nähten zusammengehaltenen Haut die inneren Organe verteilt sind wie Spielzeug in einem Kinderzimmer. Frieden? In einem Herz ohne Blut? Einer Lunge ohne Sauerstoff? Einem Körper ohne Seele?

    "Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?"
    "Nein."
    "Ich auch nicht."
    "Jede Vorstellung von einer Seele, die ohne den Körper funktionieren und existieren kann, ist doch nichts weiter als der versteckte Wunsch, dem Leben mehr Sinn zu geben. Wir sehen Tiere - sie werden geboren, leben, sterben - und denken, dies sei ihre gesamte Existenz, wir würden nie auf den Gedanken kommen, einer Bakterie einen Himmel und eine Hölle zuzugestehen. Was sind denn wir, als das Ergebnis von 3,9 Millarden Jahren bakterieller Evolution? Wurden wie irgendwo auf der evolutionären Leiter mit einer Seele ausgestattet, als wir reif dafür waren? Sehr glaubwürdig."
    "Warum macht Dich das so wütend?"
    "Weil es ein Krücke für menschliche Ängste ist, eine Entschuldigung für alles, was man nicht erreicht hat, für alle Fehler, daran zu glauben, daß es besser wird. Nur, weil wir mit dem ausgestattet sind, was man so leichtfertig Bewußtsein nennt, glauben wir, besser oder anders zu sein als das restliche Leben."
    "Du hast ja Recht - wahrscheinlich nehme ich das Ganze aber nicht so persönlich."

    Y-Inzäsion wurde es genannt, der Schnitt von beiden Achselhöhlen zum Brustbein und dann hinunter zur Bauchdecke. Er betrachtete die groben Nähte. Der Tod war ihm immer so fern vorgekommen, so unglaubwürdig, ein Gedanke, der zwar immer im Bewußtsein schwebte, aber der beiseite geschoben werden mußte, damit man richtig leben konnte.
    Er deckte ihren Körper zu und floh.

    Es war heiß, unangenehm heiß, wie man deutlich an den Schweißperlen auf den Stirnen der Sargträger sehen konnte, als sie die Monströsität aus Eiche und Kupferbeschägen im Boden versinken ließen.

    "Wie möchtest Du begraben werden?"
    "Ein schlichtes Urnengrab, schwarzer Grabstein, mein Name, meine Lebensdaten, 'je ne regriette rien', auf dem Grab weiße Lilien und Cardinal de Richelieu, eine fast schwarze Rosensorte."
    "Du hast Dir eine Menge Gedanken darüber gemacht."
    "Was ist mit Dir?"
    "Ich weiß nicht. So, daß die Menschen gerne mein Grab besuchen, daß es sie nicht traurig macht, es zu sehen. Irgendwie fröhlich."

    Er trat hervor und verfluchte sich dafür, daß er diese Aufgabe übernommen hatte.
    "Freunde und Familie. Vor einigen, wenigen Tagen habt ihr mich gebeten, diese Rede zu halten, wohl, weil ich sie am besten kannte - heute wünschte ich, ihr hättet es nicht getan, aber ich halte es für meine Pflicht und ich werde nicht davor fliehen.
    Zeit meines Lebens habe ich mir Mühe gegeben, den Tod als etwas Natürliches zu betrachten, unausweichlich, notwendiger Bestandteil unseres Daseins. Das war, bevor ich ihm auf diese brutale Weise begegnen mußte, unvorbereitet, sinnlos, grausam.
    Jetzt stehe ich hier und muß mir bewußt machen, daß ich nie wieder in ihre Augen blicken und darin Antworten finden kann. Ich werde nie wieder nachts um vier mit ihr diskutieren können, sie nie wieder in den Armen halten. Von toten Menschen heißt es, daß sie in unserer Erinnerung immer lebendig bleiben werden - aber meine Erinnerung kann niemals so real, so greifbar sein wie sie es war, meine Erinnerung kann mich nicht trösten, zum Lachen bringen. Eine Trauerfeier soll das Leben der Verstorbenen ehren - warum, frage ich mich, feiert man etwas, das nicht mehr existiert? Wenn ihr hier weggeht, tut mir einen Gefallen: Lebt. Lebt so lange und gut ihr könnt, genießt es und feiert, daß ihr lebt und daß die Menschen, die ihr liebt, auch leben. Feiert es, jeden Tag in eurem Leben, jeden wachen Moment, denn es kann viel zu schnell vorüber gehen.
    Gedenkt nicht ihr. Sie war großartig, wunderschön - ich weiß das alles, ich habe sie mehr geliebt als alles andere auf der Welt. Aber sie ist nicht mehr da. Gedenkt eures eigenen, zerbrechlichen Lebens und lasst euch ihren Tod eine Lehre sein. Denn sie werdet ihr niemals wiedersehen. Es ist zu spät, Fehler zu bereuen, ihr noch etwas Wichtiges mitzuteilen, sie in den Arm zu nehmen. Euch selbst, und die Menschen, die ihr liebt, werdet ihr jeden Tag sehen - ich hoffe, von nun an mit etwas anderen Augen."
    Er wand sich ab und verließ den Friedhof.

    "Was soll ich bloß machen, wenn Du stirbst?"
    "Ich werde nicht vor Dir sterben."
    "Wieso?"
    "Ich weiß es einfach. Ich werde nicht vor dir sterben."
    "Daß kannst Du nicht wissen."
    "Doch, daß kann ich. Ich habe mein Leben Dir gewidmet und mir geschworen, Dir niemals wehzutun - ich werde nicht zulassen, daß Du um mich trauern mußt."
    "Du bist verrückt."

    Die Sonne senkte sich dem Horizont entgegen und tauchte den Erdboden in ein düsteres, fahles Rot. Er kniete an ihrem Grab.
    Ich glaube nicht an Schicksal. Ich glaube nicht an Gott. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Zeit meines Lebens habe ich immer nur an mich geglaubt, aber ohne sie bin ich nichts mehr, daß es wert wäre, daran zu glauben.

    Sie standen auf der falschen Seite der Brüstung, und vierzig Meter unter ihnen zog der Fluß mit ruhiger Gelassenheit dahin.
    "Kommst Du oft hierher?"
    Er nickte. "Es ist meine Art, mir die Zerbrechlichkeit unseres Daseins zu verdeutlichen. Ein Krampf, ein Zucken in dem Arm, mit dem ich mich festhalte, und alles kann vorbei sein. Eigentlich wird mir erst jetzt klar, was diese Erkenntnis bedeutet."
    Sie sah ihn an, und er erschauerte innerlich. "Was denn?"
    "Das man keine Sekunde zögern sollte, wenn man eine Wahrheit erkannt hat. Deswegen bist Du hier."
    "Damit ich eine Wahrheit erkenne?"
    "Nein. Damit ich Dir meine Wahrheit mitteilen kann." Ihre Hand für über sein Gesicht - sie hatte das Zittern in seiner Stimme gehört.
    "Vielleicht kenne ich diese Wahrheit bereits."
    Er zog die Augenbrauen zusammen. "Meinst Du?"
    Ein Anflug von Panik streifte ihr Gesicht und verflüchtigte sich so schnell, wie er gekommen war.
    "Wenn die Antwort 'Ich liebe Dich auch' lautet, dann kenne ich sie."

    Er stand auf der falschen Seite der Brüstung, und vierzig Meter unter ihm zog der Fluß mit ruhiger Gelassenheit dahin.
    Dann löste er beide Arme von dem Geländer und schloß die Augen, gehalten von nichts anderem als seinem Gleichgewichtssinn und der Angst, daß der Tod ihn noch viel zu lange verschonen würde.

    Kurushio, 26.12.2000
    You know, wars aren’t kids - where you don’t have to pay attention to the youngest one because the older two will take care of it.
    - Jon Stewart

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  2. #2
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    ich finde die Geschichte sehr gut nur leider verstehe ich manchmal nicht ganz wer von beiden nun welche meinung vertritt. Ich meine jetzt die Dialogform. Wer nett wenn du mir das sagen könntest.
    Es schreit in der welt, doch keiner drückt auf den Knopf und schaltet es aus!

  3. #3
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    Ersteinmal danke für Deine positive Kritik.

    Nein, ich kann Dir nicht sagen, wer von beiden welche Meinung vertritt - ich hatte zwar beim Schreiben durchaus im Kopf, wer was sagt, aber ich habe absichtlich darauf verzichtet, es zu verdeutlichen. Ich finde, eine Kurzgeschichte sollte dem Leser so viel Raum für eigene Interpretation - und Identifikation - wie möglich lassen.

    Aber wenn Du darauf bestehst, kann ich es Dir natürlich trotzdem gerne sagen...

    Alles Liebe,
    kurushio
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  4. #4
    Niquita Guest
    Wow! Über die Geschichte muss ich erstmal länger nachdenken und vor allem - sie noch einmal lesen. Stilistisch gefällt sie mir sehr gut, mir gefällt exakt eine Wendung nicht (weil ich find ja immer was zu meckern ) nämlich nur für ihn reservierten Stimme, Das ist mir irgendwie zu abgedroschen. Habe leider aber auch noch keine bessere Idee. Kommt vielleicht noch. Dass im Dialog nicht sofort erkennbar ist, wer denn nun wer ist, finde ich hervorragend, da ich die Meinung vertrete, der Leser soll (gefälligst) mitdenken.

    Mehr Feedback, wenn ich die Geschichte noch einmal gelesen habe.

    Liebe Grüsse
    Niquita

  5. #5
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    Ich danke Dir schon jetzt für Deine Mühen. Das mit der Stimme könnte ich darüber erklären, daß seine Einsamkeit betont werden soll... Denn ich kann mich ja immer irgendwie rausreden...
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  6. #6
    Niquita Guest
    Habe die Geschichte jetzt nochmal gelesen. Zunächst mal, ich berichtige mich bzgl. der "für ihn reservierten Stimme", weil nicht die Abgedroschenheit störte mich allein, sondern der Punkt, dass ich "reserviert" immer mit irgendeinem Bestellvorgang verbinde und DAS passt irgendwie nicht. Wie wär's mit "der für ihn bestimmten Stimme"? Ist glaube ich auch nicht viel besser.

    Zum Inhalt nochmal: Zwei Dinge bewegen mich besonders. Die Szene im Leichenschauhaus. Das ist mit einer solchen Genauigkeit beschrieben, dass ich mich frage, wo du das Wissen darüber her hast. Oder auch: Wie ist diese Geschichte entstanden. Musst du nicht drauf antworten, wenn du nicht möchtest.
    Zum zweiten: Die Grabrede ist hervorragend vor allem an der Stelle Gedenkt eures eigenen, zerbrechlichen Lebens und lasst euch ihren Tod eine Lehre sein. Genau an dieser Stelle entstanden bei mir gleich mehrere Gedanken und Bilder, die von "Stimmt haargenau" hingingen zu alten barocken Gemälden, die ich auf einmal vor Augen hatten, die dem "Vanitas-Gedanken" zuzurechnen sind und eben auch als Memento Mori anzusehen sind. Kurz und gut: an der Stelle gingen bei mir im positiven Sinne einige Bilder durcheinander.

    Ich glaube ich könnte die Geschichte noch dreimal lesen und ich würde immer wieder etwas neues finden. Sie ist wirklich aussergewöhnlich.

    Liebe Grüsse
    Niquita

  7. #7
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    Zuallererst - vielen Dank. Diese Geschichte ist mein "Vorzeigewerk", für das ich am ehesten so etwas wie Stolz empfinde, und ich freue mich immer, wenn sie anderen gefällt.

    Vielleicht fällt mir zu der Zeile noch was ein... Im Prinzip hast Du nicht unrecht. Es ist schwer, meine durchaus vorhandene Tendenz zu Platitüden und Phrasen auszubügeln.

    Das mit dem Leichenschauhaus kann ich leicht beantworten - mein Vater ist Arzt und hat eine Zeitlang in der Pathologie gearbeitet. Außerdem habe ich seit meiner Kindheit einen Horror vor Krankenhauskorridoren (nicht vor Krankenhäusern selbst, nur vor den schmutzigen, trostlosen Gängen...).

    Wie sie entstanden ist... Das ist mir jetzt etwas peinlich, denn naturgemäß sollte man erwarten, daß mir etwas Vergleichbares widerfahren wäre. Dem ist aber nicht so - eigentlich fragte mich mein bester Freund (der Poesie nicht leiden kann), ob ich nicht einmal eine Kurzgeschichte schreiben wollte, und schlug das Thema Verlust vor... Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben und ein wenig die Erzählungen vom Verlust geliebter Menschen verarbeitet, die ich mittlerweile schon viel zu oft hören mußte, auch wenn ich es selbst nie erlebt habe. Insgesamt habe ich dafür drei Stunden gebraucht - es war ein simpler kreativer Ausbruch, der mit nichts als den ersten Worten in meinem Kopf begann. Leider ist mir etwas Vergleichbares auch nie wieder gelungen - wenn man bedenkt, das ich jetzt vier Jahre an meinem Roman sitze, würde ich mir wünschen, das noch einmal zu können...

    Ich danke Dir nochmals für Deine lobenden Worte (witzigerweise ist die Grabrede immer der Punkt, an dem ich denke, daß er dem Leser nicht sonderlich gefällt...),

    Alles Liebe,
    kurushio
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    - Jon Stewart

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  8. #8
    Niquita Guest
    Ich denke die Kurzgeschichte ist vor dem geschilderten Hintergrund nun höher zu bewerten, eben weil du sie NICHT selbst erlebt hat. "Therapeutisches Schreiben" macht hier mindestens jeder zweite. Wahres Talent zeigt sich aber erst in dem man sich in andere hineinversetzen und auch überzeugend darstellen kann.

    Liebe Grüsse
    Niquita

  9. #9
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    **WAHNSINN**...mit das Beste was ich seit langem gelesen habe...
    Wenn Dein Buch fertig ist BITTE INFO!
    Das Leben ist wie das Zeichnen mit dem Bleistift...allerdings ohne Radiergummi!

  10. #10
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    Juhu, ich bin wieder da!

    @Niquita: Wenn ich therapeutisch schreiben wollte, könnte ich nur Liebesgedichte schreiben, und - naja, wir wollen das Thema ja nicht wieder aufwärmen.

    @Asteriscus: Vielen Dank! Mein Roman ist so gut wie fertig - drei bis vier Seiten noch. Und das seit einem dreiviertel Jahr. Seufz. Ich schätze nur, er ist etwas zu lang für diese Räumlichkeit - wer will schon 100 Seiten lesen. Bei ernstgemeinten Nachfragen bin ich allerdings gerne bereit, den ersten Teil per eMail zu versenden.

    kurushio, der SchicksalSpinner
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  11. #11
    Niquita Guest
    Kurushio, lass uns Liebesgedichte schreiben, ich brauche auch gerade ne Therapie ... *g* Nee, im Ernst. Eigentlich wollte ich mich nur anmelden für die Email, wenn du denne mal fertig wirst mit den letzten 3, 4 Seiten

    Liebe Grüsse
    Nic

  12. #12
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    Und ich erst, Nic... Aber reden wir nicht davon. Schreibe mir eine eMail, und Du bekommst das erste Sechstel des Romans - wenn es Dir gefällt, den Rest. Die Seiten, die noch fehlen, sind reines Füllmaterial.

    Gute Nacht,
    kurushio
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  13. #13
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    Diese Geschichte ist immer noch wunderschön. Und sie wirft Fragen auf lieber Kurushio: Warum dieses Bild von den Pupillen, warum der Wunsch nach dem tröstend fröligen Grab, warum der Schein diese eine große Liebe sei eine Person, die es in wahrheit nie war...
    Ich weiß, dass dies nicht gerade ein Gespräch fürs Internet ist. ES tut mir leid...eigendlich wollte ich dir auch nur einmal sagen, dass ich diese Geschichte sehr schön finde...und das ich es sehr schön fand sie gerade lesen zu können, sie erinnert an einen Teil von dir, den ich nicht vergessen möchte.

    In tiefer Zuneigung meiner Seele, Dete
    Cavete-Late-Night-Lesen, die Lesebühne in Marburg an der Lahn, immer am ersten Mitwoch des Monats.
    Wer bei uns auftreten möchte melde sich mit Textprobe per e-mail bei mir.

    Gesammelte Werke

  14. #14
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    Question Hof

    Hey, kleiner Kiu...

    Hoffentlich liest du diesen Kommentar noch... ich kann mich den anderen nur anschließen... deine Geschichte ist unglaublich glaubhaft... Einsame Klasse.

    *lonely.but.standing.ovations*
    Ich geh´ auf Glas,
    bei allem was du tust...

  15. #15
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    Hallo Kurushio

    ein guter Text mit erkennbarem literarischen Anspruch. Er hat mich beim Lesen tief befriedigt. Dennoch meine ich, gibt es vom Sprachlichen her noch einige Härten, die man glätten könnte. Darf ich Dir die Sätze zitieren?
    "Gedenkt nicht ihr." Es muss heißen: "Gedenkt nicht ihrer."
    "aber ohne sie bin ich nichts mehr, daß es wert wäre, daran zu glauben. " Ich würde schreiben: "aber ohne sie bin ich nichts mehr, an das es wert wäre zu glauben."
    "Sie sprach, mir dieser leisen, nur für ihn reservierten Stimme, und blickte ins Leere, und während der größte Teil seines Bewußtseins ihr zuhörte, war der Rest wie immer damit beschäftigt, sie einfach nur anzusehen und diesen für ihn so unfaßbar schönen Anblick in sich aufzusaugen, sich von ihm überwältigen zu lassen, als er es das erste Mal bemerkte." Dieser Satz wirkt nicht schön. Es muss heißen: "mit dieser leisen Stimme", aber das ist wohl nur ein Versehen. Aber "der Rest war damit beschäftigt", so sollte man nicht schreiben, das zerstört das sonst gehobene Sprachniveau. Ebenso stört der Schluss "als er es das erste Mal bemerkte."

    Halte bitte meine Bemerkungen nicht für Pedanterie. Aber wenn ein Text so gut ist wie dieser, sollte man diese Dinge bereinigen.

    Zum Inhalt: Wenn Gefühle im Herzen eines Menschen so stark sind, wenn das Bewusstsein so scharf denkt, wäre da die Vorstellung denn so abwegig, dass diese mentalen Kräfte den zerbrechlichen Körper überdauern könnten. In irgendeiner Form?

    Viele Grüße

    Hans Werner


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