Dieses Gefühl

Seit Jahren ist es da! Es kommt und geht wie es will! Es war schon lange nicht da! Früher da war es da als ich mit ihm zusammen war da hat sich in Angst ausgedrückt, und diese Angst wurde zu Selbsthass. Ich habe mich gehasst, mir weh getan und wollte nicht mehr! Und wo alles wieder so lá lá war. Wo ich einfach sagen ich akzeptier mich, ich hass mich nicht mehr, und was am wichtigsten war, ich tu mir nie wieder weh, kein Schnitt mehr, keine Zigarette die ich je wieder an mir selber ausdämpfe, keine Tabs mehr, ich hab einfach versucht mich wirklich zu akzeptieren.


Und plötzlich aus einer Dummheit heraus weil die Bella den Test nicht allein machen wollte, da hab ich ihn auch gemacht und ihrer war negativ und meiner war positiv! Voll! Ich war schwanger! Ich wollt vor Glück zerspringen, wollt die ganze Welt umarmen! Ich war so überglücklich, endlich, endlich war ich schwanger, endlich hats funktioniert. Diese Glück, dieses Feeling, es war so unbeschreiblich. Alles war mir in dem Moment egal, alles war wunderbar.


Aber dann, dann hab ich's Joe gesagt und der Alptraum fing an. Er hat mich bedroht anfänglich, hat mir Angst gemacht. Er hat mir mein Glück genommen. Ich wollts doch, aber ich hatte solche Angst. Irgendwann hat er mich gespielten Verständnis versucht dazu zu bringen, aber wehe ein Wort, wehe ein Wort, dann hat er mir mit Schlägen gedroht. Also hab ich's gemacht! Und was ist jetzt? Wer nimmt mir diesen Schmerz? Wer nimmt mir diese Last von den Schultern? Mein über alles geliebtest Baby hab ich getötet. Und jetzt ist es wieder da dieses Gefühl! Es schleicht sich an, in der Nacht und überfällt mich von hinten. Dann ist es da und es geht nicht bis ich vor Müdigkeit und Erschöpfung einschlaf. Weil ich kämpfen muss. Weil ich will, dass es weg geht, aber es geht nicht. Diese Schuldgefühl. Es frisst mich auf. Es lässt mich nicht los. Es ist jede Nacht das selbe. Es kommt immer wieder. Und mit dem Gefühl kommen die Tränen! Und sie fließen und fließen und fließen und fließen. Diese einsamen Nächte, wo niemand bei mir ist, wo ich ganz allein bin. Alle sind daheim und doch ist keiner da. Nur wenn er bei mir ist am Wochenende, dann bin ich nicht allein. Wenn ich seine starken Arme um mich fühle, dann kann es nicht heran an mich dieses böse Gefühl, weil er mich beschützt. Er beschützt mich vor der Realität. So lange Zeit, die ganze Zeit vor der Abtreibung hat er dieses Gefühl von mir ferngehalten. Er hat nicht zugelassen, dass es an mich heran kommt. Aber jetzt ist es wieder da, weil er mich nicht mehr beschützt. Jetzt plötzlich da gibt es keine Flucht mehr aus der Realität. Geschehen ist Geschehen, Passiert ist Passiert und Vergessen ist Vergessen. Ich denk nicht mehr sehr oft bzw. fast gar nicht mehr an all das was passiert ist. Obwohl die Abtreibung auch erst 2 Wochen her ist, denk ich nicht oft daran. Meistens denk ich an gar nichts und starr einfach nur in eine Richtung, da bin ich dann völlig leer, da ist einfach nichts, aber alle anderen denken dass ich über meine Probleme nachdenke. Stimmt aber nicht, aber keiner glaubt mir das! Aber wenn in der Nacht, wenn ich alleine im Bett liege dieses Gefühl wieder kommt, dann ist es wieder da, dieses Gefühl, dieses fast Wahnsinnig werden. Dieser Drang ich muss was tun. Ich muss was tun. Ich hasse mich wieder, weil ich nachgegeben habe. Ich habe es getan. ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH ICH allein und kein anderer! Hab oft daran gedacht wieder ein Messer in die Hand zu nehmen, nur ein kleiner tiefer Schnitt. Ich will sehen, wie es rausfließt. Ich bin nicht krank oder verrückt. Keiner versteht es. Wenn das rinnt und es aus dem Körper rinnt dann ist es als würde jedes Mal ein kleiner Teil dieses Gefühls mitrinnen und dass ist eine Erleichterung. Ich fühle mich dann einfach besser. Aber ich kann es nicht mehr! Ich kann mir nicht mehr weh tun, weil es viel mehr Strafe ist mich selber von oben leiden zu sehen. Zu sehen wie ich mich herumquäle mit dem Gefühl. Viel mehr Strafe wenn ich mit Angst ins Bett gehe, weil ich Angst habe vor dem Gefühl, Angst hab vor der Einsamkeit.


Aber eines weiß ich: Eines Tages, wenn für mich die Zeit gekommen ist, wenn meine Zeit der Trauer aus ist und wenn ich mit mir selber fertig werde, einfach wenn ich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich weiß dass ich glücklich bin. Einfach glücklich über mein Leben, dann werde ich mit einem Lächeln ins Bett gehen und werde wissen heute werde ich kämpfen und heute werde ICH siegen und dieses Gefühl kommt nie wieder weil ich es vernichtet habe! Aber vorerst muss ich ruhen, muss Erfahrungen sammeln, muss mich selber wieder zusammen sammeln, damit ich als Gänze, als Einheit von Körper und Geist antreten kann und dann werde ich siegen, nur dann, aber dann wird der Sieg mein sein und es wird ein glatter Sieg!!!!!!!, denn ich weiß ich schaff es!!!!!!!!

Arya