Thema: wildfruchtrot

  1. #1
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    wildfruchtrot

    wildfruchtrot

    scheinen deine prallen Sommernächte.
    Auf weichen moosgrünen Lavawellen
    wirken Wolken wie Seidenmalerei.
    Wirst vom Stadtlärm in den Schlaf gewiegt
    und lässt dich vom Lichtermantel wärmen.
    Selbstlos überlässt du uns die Schönheit
    Mount Eden, ich verweile - bin verliebt
    Geändert von question (23.06.2012 um 13:44 Uhr)

  2. #2
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    Hallo,

    "wildfruchtrot" ist ein unheimlich schönes Wort. Die Zeilen empfinde ich als locker aufgefädelte Perlenkette aus verträumten Assoziationen. Nachdem ich gelesen habe, dass die Bilder sozusagen am "Bergrand hängen", hab ich mich gefragt, wie ich das
    "Auf weichen moosgrünen Lavawellen / wirken Wolken wie Seidenmalerei"
    unterbringen kann. Wird hier ein Berggipfel gezeichnet, der tatsächlich schon in den Wolken zu liegen scheint?
    Zwei kleine Erdnüsse noch:
    in den Schlaf gewogen
    Ist die Konjugation Absicht? Ich glaube, "in den Schlaf gewiegt" wäre, was die Grammatik sagt.
    Mount Eden ich verweile - bin verliebt
    Für überdenkenswert halte ich, nach Mount Eden noch ein Komma zu setzen. Vielleicht sagt es dir beim Laut lesen auch zu.

    Gelungen finde ich deine Vereinigung von Kraft und Sanftheit auf kleinem Raum.
    Lieben Gruß,
    Frau Malle.

  3. #3
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    ich finde es ebenfalls den knaller.ein wirklich sehr ausdrucksstarkes gedicht mit tollen ideen und bildern...mehr kann man dazu nicht sagen...es hat mich überzeugt, was die stimmung betrifft
    Schreiben ist Leben, aber schöner

    Alle hier von mir veröffentlichten Texte habe ich geschrieben ... moins! Bei Wunsch nach Verwendung als Zitat oder sonstiges VORHER FRAGEN!

  4. #4
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    Ein schönes Okto.
    Schöne Bilder und alles was es eben aben muss... nur das ''prallen'' klingt mir irgendwie zuuu hart..
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  5. #5
    Niquita Guest
    Dem kann ich nur beipflichten. Sommernächte bringe ich auch nicht mit prall in Verbindung. Insgesamt ein sehr schönes Okto (eine Form, die ich seit meiner Italien-Reise nicht mehr schreiben mag ) mit einem sehr gelungenen Einstieg: wildfruchtrot. Auch die Wolken wie Seidenmalerei finde ich schön umgesetzt. Der Übergang vom Stadtlärm, der in den Schlaf wiegt ist mir fast ein wenig zu hart. Das liegt aber am Wort Lärm selbst. Vielleicht könnte man das noch abmildern? Aber ich mecker mal wieder zu viel. Ich habe dein Okto nämlich wirklich gern gelesen.
    Herzliche Grüße
    Nicole

  6. #6
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    Hallo question,

    ich Geographiemuffel musste erst einmal nachschauen, wo der Mont Eden überhaupt liegt, aber als ich dann die Bilder von diesem unwahrscheinlich grünen Vulkan sah, konnte ich deinem Okto noch mehr abgewinnen, als vorher schon.
    Wirklich gern gelese.

    Liebe Grüße
    windflug

  7. #7
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    Liebe Frau Malle,

    Ich habe mich total gefreut, dass du mein "wildfruchtrot" gefunden, gelesen und kommentiert hast. Vielen Dank auch für die „Erdnüsse“ die du mir aufgezeigt hast.
    Der Berg (Vulkan) selbst liegt noch nicht in Wolken. Es sind eher die Wolken die man von ihm aus in der Ferne und über der Stadt beobachten kann.
    Aber ich sehe jetzt, dass dies nicht ganz klar wird.
    Ist die Konjugation Absicht? Ich glaube, "in den Schlaf gewiegt" wäre, was die Grammatik sagt.
    Da war ich mir auch nicht sicher und muss aber peinlicherweise zugeben, dass ich einfach diese Formulierung genommen hab ohne dem noch mal auf den Grund zu gehen. Aber ich habe jetzt , auf deinen Hinweis hin, doch noch eine Erklärung gefunden. Du hast vollkommen Recht, es ist grammatikalisch falsch.
    Die korrekte Verwendung und Flexion von wiegen beruht auf folgender Unterscheidung: Das regelmäßige Verb wiegen, wiegte, gewiegt bedeutet »etwas in schaukelnde Bewegung versetzen; Kräuter o. Ä. mit einem Wiegemesser zerkleinern«. Das unregelmäßige Verb wiegen, wog, gewogen hingegen wird im Sinne von »das Gewicht einer Sache bestimmen, ein bestimmtes Gewicht haben verwendet«. Gemäß dieser Abgrenzung sagt man daher auch im übertragenen Sinne: Alle haben sich in Sicherheit gewiegt
    .
    Ich werde das noch verbessern. Vielen Dank fürs Aufmerksam-machen.

    Deinen Vorschlag mit dem Komma, nach Mount Eden werde ich auch umsetzen. Habe es dann auch noch mal einige Male laut gelesen und es sollte schon dort hin.

    Danke für diesen scharfen Blick und den Anstoss das Gedicht noch mal zu überarbeiten. Es freut mich besonders, dass du trotz dieser Patzer die Vereinigung von Kraft und Sanftheit herauslesen und empfinden konntest.


    Liebe sickness

    Auch dir möchte ich ganz herzlich für deinen Kommentar danken.
    Ich hab mich echt gefreut dass es noch mal hochgerutscht ist und ich so noch wertvolle Hinweise bekommen hab.


    Liebe Beiss_mich

    Freut mich, dass dir mein Okto gefallen hat. Ich habe das Wort „prall“ gar nicht so hart empfunden. Für mich hat es eher etwas von „Fülle und Pracht“. Hast du da einen Vorschlag für ein passenderes Wort?


    Liebe Niquita,

    Ganz vielen lieben Dank für deine Antwort. Nachdem ihr beide das Wort „prall“ nicht passend findet, muss ich das wirklich noch mal überdenken. Ich habe die Italien-Oktos auf deine HP gelesen und auch gefallen daran gefunden. Vor allem an dem Okto über Taormina (Ich habe 5 Jahre auf Sizilien gelebt)
    Mit dem „Lärm“ war ich mir auch unsicher, denn das ist wirklich etwas widersprüchlich. Ich werde es ja sowieso noch mal überarbeiten und dann finde ich vielleicht auch ein milderes Wort. Der Lärm, den eine Stadt so macht wirkte an diesem Abend auf dem Vulkan wirklich eher einschlummernd und das war irgendwie schon beindruckend.
    Freut mich riesig, dass du es gerne gelesen hast.


    Liebe(r) windflug,

    Finde es ganz toll, dass du nachgeschaut hast und Fotos von diesem Vulkan gesehen hast. Leider habe ich an diesem Abend selber keinen Fotoapparat dabei gehabt, dann hätte ich es zu dem Gedicht einstellen können. Aber ein Geographiemuffel bist du deswegen ja lange nicht. Ich kannte Mount Eden natürlich auch nicht bevor ich dort war
    Ganz vielen Dank fürs Lesen und fürs Kompliment.


    Beste Grüße an Euch
    question

  8. #8
    Tessa Guest
    Hallo question,
    wildfruchtrot..ich bin begeistert, der Sprache, der Bildhaftigkeit.
    Der grüne Vulkan, vom Lavarot umgeben,
    eine Naturbeschreibung, die mich wirklich berührt.
    Mount Eden, Auckland, umgeben von städtischem Treiben,
    legt sich zur Ruhe. Sicher zum verlieben, life noch mehr als auf Bildern
    und die sind schon fabelhaft.
    Mein großes Kompliment, bin begeistert.
    Ganz liebe Grüße Tessa

  9. #9
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    Liebe Tessa,
    Vielen, vielen Dank für dein Kompliment.
    Es freut mich wirklich , dass ich die Bilder transportieren konnte und man eine kleine Vorstellung von diesen Momenten bekommen hat.
    Vielleicht kommst du irgendwann mal nach Auckland und kannst es selbst geniessen.
    Liebe Grüße
    questio

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